Die Schlusssirene erklingt, es ist vorbei. Eine 15:21-Niederlage auswärts gegen Bosnien-Herzegowina ist gleichbedeutend mit dem Aus. Der Traum der Schweizer Handball-Nati, 2019 endlich wieder einmal an einer WM mit dabei zu sein, endet zum vierten Mal in Serie bereits in der Qualifikation.

Sogar bereits zum zwölften Mal in Serie findet im kommenden Jahr also eine WM ohne die Schweiz statt. Oder etwa doch nicht?

Lebt der WM-Traum doch noch?

Am Montagmorgen kursieren in der Schweizer Handball-Szene plötzlich Gerüchte, dass das letzte Wort in Sachen WM 2019 offenbar noch nicht gesprochen sei. Von einem Schweizer Protest ist die Rede. «Das kann ich so bestätigen», sagt SHV-Medienchef Marco Ellenberger auf Anfrage der «Nordwestschweiz». «Der Schweizerische Handballverband hat nach Spielschluss fristgerecht Protest gegen die Wertung der Partie eingelegt.»

Doch was ist passiert? «Bosnien-Herzegowina hat einen Spieler eingesetzt, der nicht auf dem offiziellen Matchreport aufgeführt war», führt Ellenberger die Gründe für den Protest aus. «Nachdem unser Staff festgestellt hat, dass der Spieler nicht auf dem Matchreport aufgeführt ist, hat er beim Schiedsrichter protestiert. Darauf hat der betreffende Spieler die Rote Karte erhalten.» Das war in der 44. Minute. 

Klare Sachlage... eigentlich

Die Sachlage scheint also klar. Zu den möglichen Folgen des Schweizer Protests will sich Ellenberger trotzdem nicht äussern: «Darüber wollen wir Stand jetzt nicht spekulieren», sagt er.

Klar ist: Normalerweise hat das Einsetzen eines nicht auf dem Matchreport aufgeführten Spielers einen Forfaitsieg für den Gegner – was in diesem Fall die Schweiz wäre – zur Folge. Im konkreten Fall würde das bedeuten, dass die Schweiz plötzlich als Gruppensieger da stünde und sich so für die WM-Playoffs qualifiziert hätte.

Allerdings: Gegenüber bosnischen Medien soll der Delegierte des Europäischen Handballverbandes EHF den Fehler auf seine Kappe genommen haben. Er habe es versäumt, den ursprünglich korrekt gemeldeten Spieler auf den offiziellen Matchreport zu übernehmen.

Zu welchem Schluss kommt der EHF?

Wie der EHF die Situation unter diesen Umständen beurteilt, ist nicht absehbar. In der Schweizer Liga hätte dasselbe Vergehen – unabhängig davon, wer den Fehler gemacht hat – auch ohne Protest des Gegners eine Forfait-Niederlage zur Folge.