Schweizer Cup
Le-Mont-Trainer: «Wir kommen nicht, um das Stadion zu fotografieren»

Mit einem Sieg über das drittklassige Le Mont kann der FC Basel in den Cuphalbfinal gegen Luzern einziehen. Doch auch die Underdogs glauben an ihre Chancen im St. Jakob-Park. Verfolgen Sie das Duell heute Abend (Anpfiff 19.30 Uhr) im Liveticker.

Markus Brütsch
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Le-Mont-Trainer Claude Gross glaubt an die Chancen seiner Mannschaft.

Le-Mont-Trainer Claude Gross glaubt an die Chancen seiner Mannschaft.

Keystone

Nein, die Verschiebung ist noch immer nicht verdaut. Exakt zwei Monate sind zwar vergangen, seit Schiedsrichter Patrick Graf wegen des gefrorenen Terrains das grösste Spiel in der Klubgeschichte des FC Le Mont auf Eis gelegt hatte, doch der Stachel der Enttäuschung beim Verein aus der 1. Liga Promotion sitzt noch immer tief. «Ich war mir an jenem Abend sicher, eine gute Chance zu haben, die Basler zu schlagen», sagt Trainer Claude Gross.

Eine bedeutend grössere jedenfalls, als heute Abend im St. Jakob-Park. Zwar sind bis gestern lediglich etwas mehr als 2000 Tickets abgesetzt worden und das Heimpublikum wird somit kein entscheidender Faktor sein, doch im Vergleich mit dem FC Basel ist der FC Le Mont im physischen Bereich arg im Hintertreffen. Die Rückrunde in der Meisterschaft beginnt für ihn erst Anfang März, trainiert wurde bisher vor allem auf dem Kunstrasen des FC Lutry und Gross beklagt nebst der Sperre von Gilberto Rocha Reis den Ausfall des an der Achillessehne verletzten Innenverteidigers Fabio Rego.

Die Hoffnung der Waadtländer

Aber ganz gestorben ist die Hoffnung auf eine Sensation trotz der veränderten Konstellation nicht. «Wir fahren nicht nach Basel, um das Stadion zu fotografieren», sagt Gross. Die Waadtländer hoffen, dass der St. Jakob-Park ihre Spieler dazu animiert, über sich hinauszuwachsen. Sie fahren am heutigen Morgen nach Basel, schauen sich das Terrain an, essen zu Mittag, halten Siesta und... «Wir steigen in den Bus und kehren als Halbfinalist nach Hause zurück», sagt tapfer Präsident Serge Duperret, der mit dem FCB einen Pauschalbetrag für das abgetretene Heimrecht ausgehandelt hat.

Auch der FCB hat darauf verzichtet, die Mannschaft schon gestern Abend zusammenzuziehen. Nach einem Training am Morgen wird sich das Team im Tageshotel vorbereiten. Murat Yakin lässt keine Zweifel offen, wie respektvoll der Schweizer Meister die Aufgabe anpackt. «Dies geht allein schon aus der Aufstellung hervor», sagt der Basler Trainer. Dass auf der linken Abwehrseite Naser Aliji für Behrang Safari zum Einsatz kommt, hat mit den guten Trainingsleistungen des 20-Jährigen zu tun und nicht mit der Idee, man könne sich gegen den Aussenseiter Experimente erlauben. «Wer YB 4:1 schlägt und in der Vorbereitung auch gegen Lausanne gewinnt, hat Qualitäten», sagt Yakin und ist zu Recht der Meinung, dass sich die Basler nicht dafür zu rechtfertigen brauchen, dass sie die Partie nun mit Heimvorteil austragen können. «Das haben nicht wir entschieden», sagt Yakin. In Anbetracht des engen Terminkalenders und der Aussicht, dass auch beim zweiten Anlauf das hoch über dem Genfersee gelegene Terrain des FC Le Mont nicht zu bespielen sei, hatte der Verband in Absprache mit den Klubs das Spiel nach Basel verlegt.

Hier versuchen die Rot-Blauen nun, zum siebten Mal innerhalb der letzten acht Cupwettbewerbe den Halbfinal zu erreichen. «Nach dem Sieg in Lausanne ist es gut, dass wir den Rhythmus hochhalten können», sagt Yakin. «Und gut ist auch, dass Marek Suchy zu weiterer Spielpraxis kommt.» Der Tscheche wird vor Goalie Germano Vailati in Abwesenheit der verletzten Fabian Schär und Ivan Ivanov sowie des gesperrten Gaston Sauro zusammen mit Arlind Ajeti die Innenverteidigung bilden. Auch Captain Marco Streller kehrt ins Team zurück, derweil ein Comeback von Marcelo Diaz und Valentin Stocker frühestens am Samstag im Spitzenspiel gegen YB möglich ist.