Horror-Foul

Kreuzband, Innenband, Meniskus, Knorpel: So kaputt ist Yapis Knie

Gilles Yapi heute Montag nach dem Arztbesuch.

Gilles Yapi heute Montag nach dem Arztbesuch.

Die Knieverletzung, die sich Gilles Yapi nach dem Brutalo-Foul von FCA-Profi Sandro Wieser zugezogen hat, ist gravierend: Das Knie des FCZ-Spielers ist zerstört. Nun drohen Wieser nebst vielen Spielsperren auch strafrechtliche Konsequenzen.

Es war ein Horror-Foul, wie man es selten auf Schweizer Profi-Fussballplätzen zu sehen bekommt: Sandro Wieser streckt Gilles Yapi nieder!

Gilles Yapi wurde nach dem Spiel umgehend in die Hirslanden-Klinik in Zürich eingeliefert. Anhand der klinischen Untersuchung und des MRI konnte die Befürchtung, dass die Attacke gegen das rechte Knie von Gilles Yapi zu ausgedehnten und schwerwiegenden Verletzungen geführt hat, bestätigt werden. Die Diagnose des untersuchenden Arztes lautet wie folgt:

  • Vorderes Kreuzband gerissen
  • Innenband gerissen
  • Medialer und lateraler Meniskus eingerissen
  • Fragmentstücke des Meniskus im Gelenk
  • Knorpeldefekt bis auf den Knochen
  • Knochenkontusion mit Flüssigkeitsbildung im Knochen
  • Verletzung des Stabilisierungsbands der Kniescheibe
  • Starke Hämatome in den Oberschenkel-Muskeln

Aufgrund der ebenfalls vorhandenen Hautschürfungen kann die notwendige Operation voraussichtlich erst nächste Woche durchgeführt werden. Eine Aussage über die Ausfallzeit von Gilles Yapi kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden.

Nach der Verletzungs-Diagnose bei Gilles Yapi: «Es ist ziemlich alles kaputt», sagt FCZ-Präsident Canepa.

Gilles Yapi am Montag nach der Verletzungs-Diagnose

Strafanzeige gegen Wieser

Sandro Wieser drohen nach seinem Brutalofoul gegen Gilles Yapi nicht nur viele Spielsperren, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen. Die Vergangenheit zeigt: Strafanzeigen nach Fouls haben vor Gericht durchaus Erfolgschancen.

Bereits direkt im Anschluss an die Partie zwischen Aarau und dem FCZ kündigte Gästepräsident Ancillo Canepa an, Strafanzeige gegen FCA-Profi Sandro Wieser einzureichen. Am Tag danach bestätigte Canepa sein Vorhaben gegenüber «blick.ch»: «Da gibt es kein Pardon. Das lasse ich mir nicht bieten, dass man an einem professionellen Fussballspiel so aufeinander losgeht. Das wird Konsequenzen haben.»

Canepa macht seine Drohung also wahr. Doch welche Chancen hätte eine Strafanzeige gegen Wieser? Die Vergangenheit zeigt: Wieser droht eine Strafe. 1985 beendet Gabet Chapuisat mit einem ähnlichen Foul wie Wieser die Karriere von Servette-Regisseur Lucien Favre. Favre liess die Attacke nicht auf sich sitzen und klagte wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen Chapuisat. Nach sechs Stunden Verhandlung beschloss das Genfer Polizeigericht: 5000 Franken Busse für den Vater des späteren Schweizer Nationalstürmers Stéphane Chapuisat.

Ob und wie hart Wieser bestraft wird, hängt auch stark vom Verdikt der Disziplinarkammer der Swiss Football League ab. Je nachdem, wie lange und mit welcher Begründung die Fussballrichter sperren, muss Wieser mit keiner oder einer strafrechtlichen Verurteilung rechnen.

Wieser drohen mehr als vier Spielsperren

Der für das Verfahren bei der Swiss Football League (SFL) zuständige Disziplinarrichter im Spielbetriebswesen Urs Studer, der gemäss Reglement maximal vier Spielsperren aussprechen kann, hat entschieden, die Unterlagen im Fall Sandro Wieser an die Disziplinarkommission der SFL zu überweisen. Studer ist der Ansicht, dass seine Spruchkompetenz allenfalls überschritten werden könnte. Damit ist absehbar, dass Sandro Wieser für mehr als vier Spiele gesperrt werden wird.

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