Hooligan-Problem
Kosten decken – Fussball retten

Was tun gegen gewaltbereite Fans? Die SBB will, dass die Klubs für die Schäden ihrer Fans in den Zügen aufkommen. Die Klubs selbst wollen davon nichts wissen. Eine Analyse der az zeigt: Dieser Standpunkt ist ein Fehler.

Vasilije Mustur
Merken
Drucken
Teilen

Keystone

Jahr für Jahr verwüsten «Fussballfans» auf dem Weg in die Stadien SBB-Züge und verursachen den Bundesbahnen Kosten in Millionenhöhe. Das wollen die SBB nicht mehr hinnehmen und verlangen von den Vereinen, für die verursachten Schäden ihrer Fans selbst aufzukommen. Die Klubs lehnen diese Forderung ab und verkennen damit nicht nur die Realität, sondern beweisen erneut Mangel an Weitsicht.

Obwohl das Abbrennen von pyrotechnischem Material gegen das Sprengstoffgesetz verstösst und darauf bis zu fünf Jahre Haft stehen, zünden «Ultras» in den Fankurven vor den Augen des Sicherheitspersonals pyrotechnisches Material. Dagegen getan wird nichts. Diese Untätigkeit hat dazu geführt, dass Schweizer Fanzonen über die Jahre zu rechtsfreien Räumen verkommen sind. Gelernt haben die Klub-Verantwortlichen daraus nicht und wiederholen ihre Untätigkeit. Somit können Fans in SBB-Zügen schalten und walten, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen.

Die Strategie des Dialogs mit den gewaltbereiten Fangruppen ist gescheitert. Das Problem lässt sich lediglich über Repression und die Brieftasche der Klubs lösen. Wenn der FC Aarau oder der FC Zürich für das Chaos der Fans aufkommen muss, fehlen diese Mittel der Nachwuchsabteilung. So bleibt den Vereinen nichts anderes übrig, als mit harter Hand gegen die Unbelehrbaren vorzugehen, um das Finanzproblem zu lösen. Danach werden die «Fans» erkennen, dass Krawall nur einem Akteur schadet: ihrem eigenen Verein.