Kommentar zum Turnskandal
Trotz dem Austausch des Personals: Der Kulturwandel im Turnverband muss weitergehen

Kustturn-Nationaltrainer Fabien Martin ist weg. Es ist der letzte grosse Personalaustausch im Turnverband. Er ist nur folgerichtig.

Raphael Gutzwiller
Raphael Gutzwiller
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Giulia Steingruber mit ihrem ehemaligen Trainer Fabien Martin.

Giulia Steingruber mit ihrem ehemaligen Trainer Fabien Martin.

Salvatore Di Nolfi / Keystone

Dieser Neuanfang beim Schweizerischen Turnverband ist Pflicht. Seit den Offenbarungen der Zustände, denen Mädchen und junge Frauen als Turnerinnen im Leistungszentrum in Magglingen ausgesetzt sind, ist diese Schlussfolgerung unausweichlich.


Und der Turnverband scheint durchgegriffen zu haben. Die Verantwortlichen in operativen Führungspositionen mussten alle gehen. Und so ist es nur folgerichtig, dass auch der Kunstturn-Nationaltrainer Fabien Martin nach der harten Kritik an seiner Person, die nun auch durch die Untersuchung der Ethikkommission gestützt wird, seinen Platz räumen muss.

Dazu kommt noch die sportliche Misere, wonach es auch Martin nicht geschafft hat, ein Team aufzubauen. Richtig ist, dass keine Rücksicht darauf genommen wurde, dass Martin mit der besten Schweizerin Giulia Steingruber ein gutes Verhältnis pflegt.

Mit dem Austauschen des Personals ist der Wandel aber noch nicht geschafft. Während man sich in der Rhythmischen Gymnastik von sportlichen Ambitionen verabschiedet hat, ist dies im Frauen-Kunstturnen kein Thema. Das ist verständlich. Gleichzeitig bleibt es in der Arbeit mit jungen Frauen im Spitzensport eine Gratwanderung zwischen sportlichem Erfolg und dem Einhalten von ethischen Grundsätzen. Zweiteres muss dabei immer oberste Priorität geniessen.

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