Kommentar
Geglückter Start des Nationaltrainers: Murat Yakin, der famose Improvisationskünstler

Die Schweizer Fussball-Nati erkämpft sich trotz vieler namhafter Ausfälle gegen den Europameister Italien ein 0:0.

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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Murat Yakin: Ein schwieriger, aber erfolgreicher Start als Nati-Trainer.

Murat Yakin: Ein schwieriger, aber erfolgreicher Start als Nati-Trainer.

Keystone

Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine Rösti mit Käse und Speck kochen. Aber im Kühlschrank ist kein Käse und auch kein Speck. Dann gibts halt nur Rösti. Oder man improvisiert. Etwa so muss sich Murat Yakin vorgekommen sein, nachdem vor dem Italien-Spiel der Reihe nach Leistungsträger wie Xhaka, Shaqiri, Freuler und Embolo weggebrochen sind.

Yakin, als Nationaltrainer sowieso mit viel Neuem und Unbekanntem konfrontiert, musste eine neue Mannschaft zimmern. Eine Mannschaft aus der Not geboren. Eine Mannschaft, in der einer wie Fabian Frei, der letztmals vor dreieinhalb Jahren in der Nati aufgelaufen ist, als Taktgeber im Mittelfeld agiert. Eine Mannschaft, die wir in dieser Zusammensetzung wohl nie mehr sehen werden. Aber diese Mannschaft funktioniert. Und das ist zu einem grossen Teil das Verdienst von Yakin.

Es ist nicht so, dass die Schweizer gegen Italien ein Feuerwerk zünden. Aber der Gegner ist schliesslich der Europameister. Yakin schafft es aber, dieser Verlegenheits-Elf ein System zu verpassen, das von der Organisation her wenig zu wünschen übrig lässt. Aber vor allem schafft er es, den Spielern aus dem zweiten oder dritten Glied Sicherheit und Gelassenheit zu vermitteln, was sich in einem erstaunlich reifen Auftritt ausdrückt. Und wenn man die Partie mit dem 0:3 gegen Italien an der EM vergleicht, war das punkto Leidensfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Solidarität sogar ein Quantensprung.

Yakin nach Unentschieden gegen Italien: "Es fühlt sich gut an!"

Keystone-SDA

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