Kommentar
Murat Yakin bringt die Nati weiter

Das 1:1 gegen Italien ist erst sein fünftes Pflichtspiel als Nationaltrainer. Aber was Murat Yakin aus dieser Mannschaft bereits jetzt gemacht hat, ist beeindruckend.

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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Murat Yakin coacht die Schweiz beim Europameister zu einem 1:1.

Murat Yakin coacht die Schweiz beim Europameister zu einem 1:1.

Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Rom, 12. November 2021)

Welch eine Verwandlung im Vergleich zum 0:3 an der EM. Dabei sind seither nur fünf Monate vergangen. Aber was die Schweiz damals abgeliefert hat und was sie gestern zeigte, kommt einem Quantensprung nahe. Man käme jedenfalls nicht auf die Idee, es sei bei beiden Partien die selbe Mannschaft auf dem Platz gestanden.

Es ist auch nicht exakt die gleiche Equipe. Sechs Spieler von damals stehen auch am Freitag in der Startformation. Von den anderen fünf Akteuren, die damals die Demütigung auch über sich ergehen lassen mussten, wurden vor der Partie Captain Xhaka, Verteidiger Elvedi und die Stürmer Seferovic und Embolo als schmerzlich vermisst gemeldet.

Es geht nicht darum, ob diese vier Spieler gefehlt haben wie im Vorfeld befürchtet. Es geht darum, was aus dieser Mannschaft in den letzten fünf Monaten geworden ist. Wobei man beim neuen Nationaltrainer Murat Yakin ansetzen muss.

Mit ihm an der Linie tritt die Schweiz noch solidarischer auf und agiert noch zielgerichteter als sie es unter Vladimir Petkovic gemacht hat. Ausserdem: Das Spiel ist schon jetzt flexibler geworden. Yakin vertritt nicht wie Petkovic die Maxime, das Geschehen dominieren zu wollen, egal gegen welchen Gegner. Er ist auf dem Weg, die sehr gute Arbeit seines Vorgängers zu veredeln.

Da ist einerseits seine Gelassenheit. Wie er auf die vielen Ausfälle reagiert, wie er nicht lamentiert, stattdessen Lösung sucht und findet und damit den Stellvertretern unglaublich viel Sicherheit vermittelt .

Jüngstes Beispiel: Noah Okafor. Erst sieben Minuten hat der 21-Jährige vor seinem gestrigen Auftritt in der Nati bestritten. Und das vor über zwei Jahren. Doch Yakin scheut sich nicht, Okafor ausgerechnet gegen den Europameister mit einer Bewährungsprobe zu konfrontieren. Er besteht sie und nun hat die Schweiz auch dank Yakin eine neue Sturmhoffnung. So geht das.

Die Schweizer Spieler bedanken sich nach der Partie bei den mitgereisten Fans.
22 Bilder
Silvan Widmer (links) jubelt nach seinem Treffer, zusammen mit Ruben Vargas.
Schweizer Jubel im Stadio Olympico nach dem 1:0
Silvan Widmer zieht ab und trifft für die Schweiz zum 1:0.
Jorginho verschiesst in der 88. Minute einen Penalty für Italien...
... Torhüter Yann Sommer jubelt.
Kastriot Imeri (oben) gegen Giovanni Di Lorenzo.
Xherdan Shaqiri beschwert sich bei Schiedsrichter Anthony Taylor
Andi Zeqiri wird von Giovanni Di Lorenzo gefoult.
Manuel Locatelli stoppt Remo Freuler (rechts)
Denis Zakaria (links) gegen Sandro Tonali
Noah Okafor schneller als Leonardo Bonucci
Italiens Manuel Locatelli (rechts) vor Denis Zakaria am Ball.
Silvan Widmer (links) im Duell mit Sandro Tonali.
Laufduell zwischen Denise Zakara (rechts) und Domenico Berardi.
Kopfballduell zwischen Manuel Akanji (rechts) und Andrea Belotti
Yann Sommer greift daneben Giovanni Di Lorenzi gleicht zum 1:1 aus.
Xherdan Shaqiri zieht ab, Jorginho kommt zu spät.
Noah Okafor (rechts) im Laufduell mit Leonardo Bonucci
Die Schweizer Ricardo Rodriguez (links und Ruben Vargas halten den Italiener Federico Chiesa auf Distanz.
Nati-Trainer Murat Yakin winkt den Fans vor dem Spiel zu
Schweizer Fans auf der Tribüne machen Stimmung

Die Schweizer Spieler bedanken sich nach der Partie bei den mitgereisten Fans.

Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone (Rom, 12. November 2021)

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