Mit seinem holländischen Anschieber Janne Bror van der Zijde musste sich der Aargauer am Samstag nur dem neuen Europameister Francesco Friedrich (De) und dem Weltcup-Leader Oskars Melbardis (Lett) beugen. Der mit der Nummer 1 gestartete Peter egalisierte als Dritter sein bisher bestes Weltcup-Resultat. Seinen ersten Podestplatz auf dieser Stufe hatte er vor drei Wochen in Altenberg (De) erreicht. Vor einem Jahr am Königssee (De) hatte ihm mit dem Zweier ein 5. Rang genügt, um EM-Silber erringen zu können.

Im grossen Schlitten am Sonntag lag Peter mit seinen Anschiebern Janne Bror van der Zijde, Thomas Amrhein und Simon Friedli nach dem ersten Run noch an dritter Stelle. Im zweiten Durchgang reichte es ihm aber nur noch zur elftbesten Laufzeit und er wurde von den drei deutschen Schlitten überholt und fiel auf den sechsten Platz zurück. Nach Silber im Zweier holte sich der Lette Oskars Melbardis am Sonntag die Goldmedaille vor dem Russen Alexander Kasjanow, der sich am Samstag mit Rang 4 begnügen musste. Die Bronzemedaille ging an Zweier-Europameister Francesco Friedrich.

Peter gelang es, eine Reaktion zu zeigen auf seine Schlappe in St. Moritz. Auf dem Engadiner Natureis war er mit den Plätzen 7 und 11 klar unter seinen Erwartungen geblieben. Sein damaliges Fazit war von Frust geprägt. "Das war eine katastrophale Woche! Unsere Leistungen waren inakzeptabel", hatte er gemeint. Der 31-Jährige aus Kölliken hatte in St. Moritz mit Problemen verschiedenster Art zu kämpfen. Er wurde krank und kam vor dem Heim-Publikum mit dem Druck nicht zurecht. Im Vierer konnte er wegen eines regeltechnischen Fehlers nicht mit seiner Wunsch-Formation antreten. Und Peter hätte dann gerne von Billi Meyerhans den (schwarzen) Vierer-Schlitten ausgeliehen, diese Idee scheiterte aber am Veto des Verbands. Swiss Sliding schrieb Peter vor, er müsse im Rennen ein Gefährt benützen, das in den Farben der wichtigsten Verbands-Sponsoren gehalten sei. Peter konnte für diese Auflage kein Verständnis aufbringen. Er verliess St. Moritz ohne Top-Ergebnis, dafür mit Groll. Nun geht es für ihn wieder aufwärts.

Heftis Rückfall im Final-Durchgang

Für EM-Titelverteidiger Beat Hefti endete der Zweier-Wettkampf in La Plagne mit einem höchst unbefriedigenden Resultat. Der Appenzeller fiel im Final-Durchgang vom 2. auf den 5. Rang zurück. Nach dem ersten Lauf hatte er sich noch Chancen auf den Sieg ausrechnen dürfen. Bei Halbzeit betrug sein Rückstand auf den führenden Weltmeister Friedrich nur neun Hundertstelsekunden. Die zweite Fahrt missriet Hefti allerdings. Er verpasste seinen fünften EM-Titel als Steuermann deutlich. Im letzten Jahr am Königssee hatte er in beiden Disziplinen Gold geholt.

Hefti musste möglicherweise auch einen entscheidenden Rückschlag im Kampf um den Gesamtsieg im Zweier-Weltcup einstecken. Im drittletzten Saison-Rennen hat sich der Abstand zu Spitzenreiter Melbardis von 2 auf 28 Punkte vergrössert. In Igls und Sotschi steht Hefti unter Zugzwang.

Hefti muss überdies an der Station La Plagne weiterhin auf seinen ersten Sieg als Zweier-Pilot warten. In seiner Parade-Disziplin hat ihm die Olympia-Bahn von 1992 bisher kein Glück gebracht. Anders sieht die Sache im Vierer aus. Im Dezember 2012 hatte er in La Plagne seinen bisher einzigen Weltcup-Sieg mit dem grossen Schlitten gefeiert. In der laufenden Saison jedoch lässt Hefti den Vierer beiseite, wenn er nicht gerade wie in St. Moritz ein Pflicht-Rennen absolvieren muss.