David: Armer Köbi Kuhn.

Flavio: Wieso arm?

David: Hast du den Artikel in der «Weltwoche» nicht gelesen? Dort steht, dass seine neue Frau den Ton angibt, Kuhn zu Hause praktisch nichts mehr zu melden hat.

Pius: MeToo!

Tobias: YouToo?

François: Hört doch auf zu jammern. Immerhin dürft ihr euch einmal die Woche mit uns treffen.

Pius: Nein, nicht ich, nicht wir. Ich meine Kuhn. Das ist doch ein klarer Fall von Unterdrückung, MeToo und so.

Flavio: Mach mal halblang. Wie soll denn Kuhn überhaupt unterdrückt werden?

David: Seine neue Frau Jadwiga hat beispielsweise Kuhns Mail-Adresse durch eine gemeinsame Anschrift ersetzt. Weiter steht im Artikel, dass sich Jadwiga meldet, wenn man Kuhn aufs Handy anruft. Und sie soll offenbar 5000 Franken als Richtpreis für eine Homestory verlangen. Ausserdem schleppt sie Kuhn auf Kreuzfahrtschiffe und in Luxushotels.

Flavio: Die Frau hat offenbar einen Geschäftssinn. Und sie weiss, die schönen Seiten des Lebens zu geniessen. Was daran schlecht sein soll, erschliesst sich mir nicht.

David: Einverstanden. Aber Kuhn sollte doch zumindest noch Herr über sein Handy und E-Mail-Konto sein.

Tobias: Warum eigentlich? Heisst es nicht auch, Köbi Kuhn sei ein nationales Kulturgut? Wie beispielsweise das Landesmuseum. Und ein Kulturgut soll doch gepflegt und verwaltet werden. Bei Kuhn macht das nicht der Facility Manager, sondern die Frau.

Pius: Okay, Kuhn als Kulturgut zu bezeichnen, ist natürlich Blödsinn. Aber die Vorstellung von Kuhn als Pantoffelheld ist wahrlich unschön. Das tut weh. Schliesslich war er mal unser stolzer Fussball-Nationaltrainer.

Flavio: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke ...

François: Schluss mit Binsenweisheiten.

Flavio: Wieso? Stimmt doch! Hillary Clinton, Irène Kälin.

Pius: Irène wer?

Flavio: Kälin. Grüne Nationalrätin aus dem Aargau. Und die Partnerin von Werner de Schepper, Co-Chef der «Schweizer Illustrierten».

David: Stop, wir driften ab. Es geht nicht um Frauen, die ihren grapschenden Männern aus welchen Gründen auch immer die Treue halten. Sondern um Männer, die unter der Knute der Frauen stehen.

Tobias: Ich glaube nicht, dass Köbi Kuhn von seiner Frau fremdbestimmt wird. Oder er nimmt es zumindest nicht so wahr.

François: Ja, früher hörte er auf Alice, heute auf Jadwiga. Was ist schon dabei?

Pius: Was dabei ist? Offenbar hat er nicht das Recht auf Selbstbestimmung.

François: Glaub mir, ein Fussballer lernt mit Fremdbestimmung umzugehen.

Flavio: Stimmt, mal wird er transferiert, mal darf er nicht wechseln. Und wenn er ein Tor schiesst, wird er ungefragt abgeküsst. Ich warte darauf, dass endlich mal ein Fussballer aufsteht und eine Fremdbestimmungs-Debatte lostritt.

François: Kuhn wird kaum den Anfang machen.

David: Nein, solange er nicht die Kontrolle über sein Handy zurückgewinnt, wird es schwierig.