Theoretisch spricht alles für Kloten und den SC Bern und ein Scheitern wäre eine Blamage. Aber in einer Extremsituation wie dem «Strichkampf» entscheiden nicht nur «harte» Faktoren wie Talent und Kadertiefe. «Weiche» Faktoren wie taktische Schlauheit und Leidenschaft sind fast so wichtig und in diesem Bereich sind Lausanne und Ambri klar besser. Der Spielplan verfälscht allerdings den «Strichkampf». Eigentlich sollten nach der Februar-Spielpause alle gleich viele Spiele haben. Das ist nicht der Fall und unentschuldbar.

Schiesst Lausanne-Topscorer Harri Pesonen die Waadtländer in die Playoffs?

Schiesst Lausanne-Topscorer Harri Pesonen die Waadtländer in die Playoffs?

7. Lausanne (47 Spiele / 64 Punkte) 

  • Das spricht für eine Playoff-Quali: Trainer Heinz Ehlers ist der bessere Taktiker als Lars Leuenberger und Sean Simpson, sein Team ist defensiv stabiler als Kloten, der SCB und Ambri. Cristobal Huet ist besser als Jakub Stepanek und Martin Gerber. Bereits 2014 und 2015 hat Lausanne mit unterlegener spielerischer Substanz die Playoffs erreicht.
  • Das spricht gegen eine Playoff-Quali: Beste Defensiv-Organisation der vier «Strichteams» – aber ganz klar am wenigsten offensive Feuerkraft. Skandalöse Benachteiligung durch den Spielplan (nur noch drei Partien und nur ein Heimspiel) und möglicherweise ein Energieproblem: Lausanne muss seine Schlüsselspieler stärker forcieren als Bern und Kloten.
  • Das Restprogramm: Fribourg (a), Bern (a), Servette (h).

Playoff-Wahrscheinlichkeit: 20%

Die Flyers von einem Playoff-Platz zu verdrängen, wird für die restlichen Teams eine schwierige Angelegenheit.

Die Flyers von einem Playoff-Platz zu verdrängen, wird für die restlichen Teams eine schwierige Angelegenheit.

8. Kloten Flyers (45 Spiele / 61 Punkte) 

  • Das spricht für eine Playoff-Quali: Theoretisch spricht alles für die Flyers. Der skandalöse Spielplan (mit zwei Partien gegen Langnau am Schluss), das Talent, die Rückkehr von Patrick von Gunten und das Fehlen jeglichen Drucks: Es spielt für Sean Simpsons kanadische Chefs und Teambesitzer keine Rolle, ob die Playoffs erreicht werden.
  • Das spricht gegen eine Playoff-Quali: Zwar spricht theoretisch alles für die Flyers. Aber sie finden viele Wege, um ein Spiel doch zu verlieren. Kopfsache? Daher die Frage: Wie gut erreicht Sean Simpson seine Jungs noch? Schafft er bei dieser optimalen Ausgangslage die Playoffs nicht, sollte er zurücktreten und nur noch als Sportchef arbeiten.
  • Das Restprogramm: ZSC (a), Servette (h), Lugano (h), SCL (a), SCL (h).

Playoff-Wahrscheinlichkeit: 85%

Ob die Berner am Ende der Quali Grund zum Jubeln haben? Die Chancen stehen gut.

Ob die Berner am Ende der Quali Grund zum Jubeln haben? Die Chancen stehen gut.

9. SC Bern (46 Spiele / 61 Punkte) 

  • Das spricht für eine Playoff-Quali: Von allen vier «Strichteams» am meisten Talent. Die Möglichkeit, in den Heimpartien gegen Servette und Lausanne alles zu entscheiden und mit Lars Leuenberger einen fähigen Nottrainer, der zur SCB-Familie gehört («Lüthi-Mafia»), intern nicht kritisiert werden darf und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.
  • Das spricht gegen eine Playoff-Quali: Tiefe Verunsicherung (die sich in Defensivschwächen zeigt) durch die vielen Trainerwechsel der letzten Jahre. Das Selbstvertrauen ist zerbrechlich wie Plastikspielzeug. Weil alle in einer «Wohlfühloase» leben und Misserfolge nur selten Konsequenzen haben, fehlt die glühende Leidenschaft für Existenzkämpfe.
  • Das Restprogramm: ZSC (a), Servette (h), Lausanne (h), Fribourg (a).

Playoff-Wahrscheinlichkeit: 80%

Ambri-Coach Hans Kossmann gilt als ausgezeichneter Taktiker. Führt er die Leventiner in die Playoffs?

Ambri-Coach Hans Kossmann gilt als ausgezeichneter Taktiker. Führt er die Leventiner in die Playoffs?

9. HC Ambri-Piotta (46 Spiele / 60 Punkte) 

  • Das spricht für eine Playoff-Quali: Trainer Hans Kossmann ist der bessere Taktiker als Sean Simpson und Lars Leuenberger. Sandro Zurkirchen ist besser als Martin Gerber und Jakub Stepanek und statistisch sogar besser als Cristobal Huet. Die Leidenschaft der Spieler ist um ein Vielfaches grösser als in Kloten und Bern.
  • Das spricht gegen eine Playoff-Quali: Vor Sandro Zurkirchen die nominell mit Abstand schwächste Verteidigung der vier «Strichkandidaten» und das Leistungsgefälle im Team ist grösser als bei Bern, Kloten und Lausanne. Die offensive Feuerkraft der ausländischen Stürmer hat nachgelassen und wie Lausanne muss auch Ambri seine Schlüsselspieler stark forcieren.
  • Das Restprogramm: Lugano (a), Biel (h), Biel (a), Lugano (h).

Playoff-Wahrscheinlichkeit: 15%