Kilchberger Schwinget
Ein Gestellter zwischen Wicki und Giger, Ott überrascht: So tippt Schwingerkönig Arnold Forrer die Spitzenpaarungen

Der St.Galler Schwingerkönig Arnold Forrer analysiert die Spitzenpaarungen zum Auftakt des Kilchberger Schwingets. Der Saisonhöhepunkt wird am Samstag ausgetragen.

Ives Bruggmann
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Arnold Forrer ist mit 147 Kränzen der Rekordhalter in dieser Disziplin. Der 42-jährige Schwingerkönig von 2001 muss sich derzeit aber mit dem Weitersammeln gedulden.

Der Toggenburger Arnold Forrer

Der Toggenburger Arnold Forrer

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Forrer liess sich im Juli am Aussenmeniskus operieren. Das Karriereende bedeutet das aber noch nicht. «Ich werde im Winter noch ein letztes Mal einen Aufbau machen», sagt er. Denn die nächste Saison sei die letzte. So tippt der St.Galler die Spitzenpaarungen des Kilchberger Schwingets:

Giger – Wicki: Das Gigantenduell

Forrer lacht, als er die Paarung erstmals hört: «Ich habe es ja gesagt. Aus meiner Sicht gibt es dieses Duell absolut zu Recht.» Er freut sich auf das Aufeinandertreffen. Der Gang, den die beiden am Innerschweizer Schwingfest in Ibach bestritten hatten, sei durch Wickis Verletzung getrübt worden. «Nun können sie ihn verspätet vollenden. Das gibt einen attraktiven Kampf, der auf beide Seiten kippen kann», so Forrer.

Sein Tipp: «Der Gang endet gestellt.» Doch das soll es noch nicht gewesen sein. Für Forrer sind die beiden die ersten Anwärter auf den Schlussgang. «Und diesen gewinnt dann Giger.»

Wenger – Ott: König gegen Aufsteiger

Eine Begegnung, die sich König Forrer insgeheim wünschte. Auch, weil es sie noch nie gegeben hat. «Damian Ott hat sich diesen Gegner mit seinen Leistungen absolut verdient», sagt er. Der junge Toggenburger siegte auf dem Weissenstein und am Schwarzsee, Kilian Wenger gewann derweil am Berner Teilverbandsfest und auf dem Brünig. «Deshalb ist diese Einteilung gerechtfertigt und korrekt.»

Forrer sieht Chancen auf beiden Seiten, tippt jedoch auf Ott. «Er ist unerschrocken, offensiv und schwingt einfach drauflos.» Das passe zum Kilchberger Schwinget.

Aeschbacher – Schurtenberger: Sieg für den Hakenspezialisten

In diesem Spitzengang sieht König Forrer den Berner Matthias Aeschbacher aufgrund seiner Formstärke im Vorteil. Dazu kommt: «Unbequeme Gegner liegen ihm.» Die Statistik untermauert die Aussage des Königs. Zwei von drei Kämpfen entschied Hakenspezialist Aeschbacher für sich. Schurtenbergers Sieg liegt bereits sieben Jahre zurück.

Staudenmann – Schneider: Das Risiko und der Konter

Dieses Duell gab es kürzlich auf der Schwägalp – es endete gestellt. Die zwei ausgezeichneten Standschwinger boten attraktiven Schwingsport. «Schneider greift erneut mit seinem riskanten Schlungg an, aber Staudenmann kontert ihn aus», tippt Forrer.

Käser – Schlegel: Diametrale Formkurven

In diesem Gang gibt es einige Fragezeichen: Wie fit ist Remo Käser nach seiner Coronaerkrankung? Wie gut hat sich Werner Schlegel von seiner Schulterprellung erholt? Eines ist aber sicher: Beide Schwinger haben ihre Stärken in der Offensive. «Schlegel ist stark im Kommen», sagt Forrer und tippt deshalb auf den 18-jährigen St.Galler.

Döbeli – Rychen: Der Aargauer Trumpf sticht

Zwischen dem Nordwestschweizer Trumpf Andreas Döbeli und dem Glarner Roger Rychen tippt Forrer auf einen Sieg Döbelis. Nick Alpiger und der Zürcher Hüne Samir Leuppi dürften sich aus Sicht Forrers neutralisieren. Ebenso wie der Innerschweizer Mike Müllestein und der Berner Florian Gnägi.

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