WM 2018

Keine Sperren, aber Bussen für das Schweizer Doppeladler-Trio

Fifa hat entschieden: Geldstrafe aber keine Sperre

Die Fifa hat entschieden: Geldstrafe, aber keine Sperre.

Die Schweizer Nationalspieler Xhaka, Shaqiri und Lichtsteiner haben beim Torjubel im Spiel gegen Serbien mit den Händen den Doppeladler geformt. Nun hat die Fifa entschieden, keine Sperren, dafür Bussen auszusprechen.

Nach einer mehrtägigen und intensiven Debatte um die Doppeladler-Geste der beiden Torschützen gegen Serbien (2:1) und des Captains fällte der Weltverband ein Urteil ohne Präjudiz-Charakter. Das SFV-Trio habe mit der umstrittenen Jubelpose lediglich gegen den FIFA-Artikel 57 verstossen und das Prinzip der Fairness verletzt; im Wiederholungsfall würde hingegen ein härteres Strafmass drohen.

Gegen Shaqiri und Xhaka, die beiden Akteure mit kosovarischem Migrationshintergrund, verhängte die Kommission eine Busse von je 10'000 Franken. Lichtsteiner wurde mit einer Geldstrafe von 5000 Franken belegt - alle drei sind demzufolge am Mittwoch im letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica spielberechtigt.

"Ich bin überzeugt, dass die Fifa diese Verfahren mit Augenmass und beurteilen wird", hatte Verbands-Präsident Peter Gilliéron bereits am Tag vor der Bekanntgabe der Sanktionen betont. Der Jurist mit mehrjähriger Uefa-Exekutiv-Erfahrung rechnete sogar nur mit einer Verwarnung.

In seiner Stellungnahme hatte der SFV immer wieder auf die aufgeheizte Atmosphäre im Stadion hingewiesen und erklärt, dass die Beteiligten "aus den Emotionen heraus" gehandelt hätten. Zudem hätte die Fifa bei einer allfälligen Sperre "in Zukunft jede einzelne Geste auf dem Rasen unter die juristische Lupe nehmen müssen", liess sich Gilliéron tags zuvor zitieren.

Claudio Sulser, der Delegierte des Nationalteams, kommentierte den Richterspruch nur knapp: "Wir nehmen die Entscheide der Fifa-Disziplinarkommission zur Kenntnis und freuen uns, dass wir uns ab sofort nur noch auf das rein Sportliche konzentrieren können."

Der serbische Fussball-Verband wurde wegen des Verhaltens eines Teils seiner Anhänger härter angefasst. 54 000 Franken hat er zu berappen. Mladen Krstajic wird ebenfalls zur Kasse gebeten. In seinem Fall hingegen war mit einem WM-Ausschluss gerechnet worden - er attackierte den Schiedsrichter Brych frontal und liess sich zur Aussage hinreissen, man sollte den deutschen Referee vor das UNO-Tribunal in Den Haag stellen. 

WM 2018: Hier macht Granit Xhaka den Torjubel-Adler.

Was war geschehen?

Gleich mehrere Fälle musste die Fifa-Disziplinarkommission nach der hochbrisanten WM-Partie zwischen den beiden Mannschaften am vergangenen Freitag (2:1 für die Schweiz) behandeln. Betroffen waren die Schweizer Spieler Stephan Lichtsteiner, Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka. Bei den Serben ging es um Trainer Mladen Krstajic, Verbandsboss Slavisa Kokeza und die Fans.

Krstajic hatte mit seinem Kriegsverbrecher-Vergleich in Zusammenhang mit dem deutschen Schiedsrichter Felix Brych (München) für einen Eklat gesorgt. "Ich würde ihn nach Den Haag schicken", sagte der frühere Bundesligaprofi in Anspielung auf den Sitz des Kriegsverbrecher-Tribunals für das ehemalige Jugoslawien. Dann ergänzte er: "Dort sollte ihm so der Prozess gemacht werden, wie sie uns (im Spiel) den Prozess gemacht haben."

Auch gegen Kokeza geht die FIFA aufgrund fragwürdiger Kommentare vor. Die serbischen Fans sind in den Fokus des Weltverbandes geraten, weil nationalistisch gesinnte Anhänger während des Spiels mehrmals "Töte den Albaner" skandiert haben. Dabei ist der verwendete Begriff "Siptara" für die Albaner eine rassistische Beleidigung - zahlreiche Schweizer Spieler haben albanische oder kosovo-albanische Wurzeln. (sda/jk)

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