Fussball
Kein Messi, keine Party? Barcelona steckt in einer Mini-Krise

Zwei Niederlagen in sechs Tagen: Ohne Lionel Messi ist Barcelona ins Straucheln geraten. Der Argentinier fehlt an allen Ecken und Enden. Während die spanische Presse auf die Katalanen einprügelt, bleiben die Teamkollegen gelassen.

Drucken
Teilen
Der FC Barcelona verliert zwei Mal in Serie
8 Bilder
Lionel Messi hält sich seinen verletzten Oberschenkel.
Neuzugang Neymar konnte Lionel Messi nicht vergessen machen.
Neymar und seine Teamkollegen nach der Niederlage in Bilbao.
Gerade mal zu zwei Torschüsschen kam der FC Barcelona gegen Bilbao.
Trainer Gerardo Martino musste einigen Spott über sich ergehen lassen.
Alexis Sanchez (links) kann sich nicht durchsetzen.
Der FC Barcelona bot einen fehlerhaften und ideenlosen Auftritt.

Der FC Barcelona verliert zwei Mal in Serie

Keystone

Gerade einmal drei Tage war Lionel Messi ausser Land, da wurde der amtierende Weltfussballer bereits schmerzlich vermisst.

«Pleite im San Mames ohne San Messi», schrieb die spanische Tageszeitung Sport nach dem lustlosen Auftritt des FC Barcelona bei der 0:1-Niederlage im Stadion von Athletic Bilbao, die der «Heilige Messi» wegen einer Oberschenkelverletzung im heimischen Argentinien erlebte.

Während der Superstar in 10.000 Kilometer Entfernung seine hartnäckige Oberschenkel-Verletzung auskuriert, sucht Barca nach einem Heilmittel gegen seine Harmlosigkeit - bislang vergeblich.

Die Niederlage im Estadio San Mames war zwar Barcelonas erste Pleite im 15. Spiel der Primera Division, mit der Niederlage konnte Verfolger Atletico Madrid allerdings punktemässig zu den Katalanen aufschliessen.

Und sogar der bereits abgeschriebene Erzrivale Real Madrid befindet sich in Lauerposition: Die Hauptstädter liegen nur noch drei Punkte hinter dem Leader auf Rang drei und sind bereits seit sieben Pflichtspielen ohne Niederlage.

Bereits am Mittwoch zuvor musste das Team von Trainer Gerardo Martino als Verlierer vom Platz: Die «Blau-Grana» unterlag in der Champions League Ajax Amsterdam mit 1:2. Zwei Niederlagen in Serie? Das erlebte das erfolgsverwöhnte Barcelona letztmals im April 2012 gegen Real Madrid (Meisterschaft) und Chelsea (Champions League).

«Die zweite Niederlage in einer Woche. Das ist nicht unser Barça!», schrieb «Sport», bei «El Mundo Deportivo» prangt ein grosses, kurzes «Ausgerutscht» auf der Titelseite.

Nur zwei Torschüsse

Was Barcelona in Bilbao zeigte, bot allerdings auch reichlich Anlass für Spott. Zwei Chancen des neuerdings mit Bart spielenden 54-Millionen-Neuzugangs Neymar, viel mehr bot der Titelverteidiger nicht.

«Trainer Gerardo Martin hat ein dickes Problem», schrieb die Zeitung AS: «Kein Druck, kein Einsatz in der Abwehr, wenig Ballbesitz, keine Torgefahr. Barca bot erneut eine schwache Vorstellung, sowohl als Mannschaft als auch individuell.»

In der Tat fehlte Messi an allen Ecken und Enden. Das hat auch die Mannschaft erkannt. «Wir wissen, dass Leo ein Spiel jederzeit entscheiden kann. Ich hoffe, dass er sich schnell erholt", sagte Neymar in der argentinischen TV-Show «Mundo Leo». Das war vor dem Spiel in Bilbao, wohlgemerkt.

Noch bis Mitte Januar wird der Superstar ausfallen, auf der Facebook-Seite des FC Barcelona wird das Flehen um eine schnelle Rückkehr immer lauter. «Kein Messi, keine Party» oder «Barcelona ist ganz offensichtlich Messi-abhängig» sind nur zwei Fan-Kommentare zum schwachen Spiel am Sonntagabend.

«Wir sind Niederlagen nicht gerade gewohnt. Zwei in Folge schon gar nicht», sagte der Argentinier Gerardo Martino, der erst im Juli das Traineramt bei dem Weltklub übernommen hatte.

Spieler reagieren gelassen

Der FC Barcelona bleibt dennoch gelassen. Immerhin führt der Meister die Tabelle noch immer an, und auch in der Champions League ist das Achtelfinale schon vor dem letzten Spieltag erreicht.

«Es gibt keinen Grund für eine Alarmstimmung. Wir müssen einfach nur so weitermachen wie bisher», sagte Mittelfeldspieler Sergio Busquets. Die Pleiten der vergangene Woche wird er kaum gemeint haben. (rom/sda)

Aktuelle Nachrichten