Leichtathletik-EM
Kambundjis Höhenflug geht weiter - «Die Müdigkeit spüre ich nur mental»

Mujinga Kambundji stösst auch über 200 m in neue Dimensionen vor. Die Bernerin durchbrach in den Halbfinals erstmals die Marke von 23 Sekunden. Der Schweizer Rekord liegt zum Greifen nahe.

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Das Märchen geht weiter: Mujinga Kambundji etabliert sich endgültig in der europäischen Spitze.

Das Märchen geht weiter: Mujinga Kambundji etabliert sich endgültig in der europäischen Spitze.

Keystone (key)

Der Bernerin gelingt derzeit fast alles. Es vergeht kaum ein Lauf, den sich nicht mit persönlicher Bestzeit abschliesst. Im Vorlauf über 200 m verbesserte sie sich auf 23,05 Sekunden, im Halbfinal wurde die 22-Jährige in 22,94 Sekunden gestoppt.

"Ich konnte locker laufen. Körperlich war es nicht schwierig. Die Müdigkeit spüre ich nur mental", sagte Kambundji, die nur 14 Stunden nach ihrem glänzenden 4. Platz über 100 m im 200-m-Vorlauf erneut einen starken Auftritt hinlegte. Am Abend hingegen spürte sich die Strapazen. Auf den letzten Metern zog Bianca Williams (Gb) noch an der Schweizerin vorbei auf Platz zwei.

Die Qualifikation über die Zeit stand aber für Kambundji nie in Frage. Mit dem sechstbesten Wert zählt sie allerdings nicht zu den Medaillenkandidatinnen. Dafne Schippers (Ho), Myriam Soumaré (Fr) oder Diana Asher-Smith (Gb) liefen mit angezogener Handbremse mindestens drei Zehntel schneller.

Gleichwohl steigt Kambundji mit einer klaren Zielsetzung in den Final. Der Schweizer Rekord von Regula Anliker-Aebi liegt zum Greifen nahe. Dieser steht seit 1988 bei 22,88 Sekunden. Kambundji hatte diesen Sommer bereits die 100-m-Rekordhalterin Mireille Donders entthront. Ihr Wechsel ins Trainingszentrum nach Mannheim hat sich ausbezahlt.