NLA

Jubiläum für Andres Ambühl: Ein Zwischenhalt bei 1000 Spielen

Sein Motor dreht seit Jahren zuverlässig auf Hochtouren: HCD-Kultstürmer Andres Ambühl.

Die Partie gegen Fribourg-Gottéron ist für HCD-Spieler Andres Ambühl eine ganz spezielle Affiche, die er mit einem Assist versüsste. Der HC Davos verlor zwar mit 2:4. Der 36-Jährige knackte aber mit diesem Spiel die 1000er-Marke und ist der 13. Spieler im «1000er-Klub der NLA». In zwei Jahren kann er neuer Rekordhalter sein.

Andres Ambühl ist ein Veteran. Also einer, der sich während einer sehr langen Dienstzeit bestens bewährt hat. Diese Dienstzeit dauert in der höchsten Liga seit gestern Abend exakt 1000 Spiele, die er für Davos und während zweier Jahre für die ZSC Lions (2011 bis 2013) bestritten hat.

Andres Ambühl ist auch ein moderner Veteran. Schon bevor die strenge «Nulltoleranz» vor gut zehn Jahren eingeführt worden ist, um die flinken Spieler wie ihn zu schützen, spielte Ambühl das Lauf- und Tempohockey, das heute en vogue ist.

In elf Saisons nur elf Spiele verpasst

Er war nie ein «Brecher». Er läuft seinen Gegenspielern davon oder um sie herum aber nicht durch sie hindurch. Für raues, einschüchterndes Direktspiel auf den Mann ist er zu klein (176 cm). Aber einschüchtern lässt er sich trotzdem nicht, auch nicht von den kräftigsten und «bösesten» Gegnern.

Dieser moderne Stil ist ein wichtiger Grund für das seltene Jubiläum: Der hockeytechnische Alterungsprozess der Läufer verläuft langsamer als jener der Brecher und Abräumer. Ambühl skort und fechtet mit dem Florett. Nicht mit dem Zweihänder. Seine Verlässlichkeit ist geradezu legendär: Er hat in seinen letzten elf NL-Saisons in der Qualifikation nur elf Spiele verpasst und immer mindestens 25 Skorerpunkte produziert. Und er ist der letzte Spieler beim HCD, der schon beim ersten Titel der «Ära Del Curto»2002 mit dabei war: der letzte «Zeuge Del Curtos».

Am Dienstagabend hat der 273-fache Internationale in Fribourg als 13. Spieler das 1000. Spiel absolviert. Am Freitag wird er in Davos bei der HCD-Heimpremiere gebührend gefeiert. Auch Verbandsvertreter haben sich angemeldet, um ihm die Reverenz zu erweisen.

Mathias Segers Rekord ist in Gefahr

Als Besonderheit werden auf dem Videowürfel Gratulationen von verschiedenen Hockeygrössen übermittelt. Die originellste vom aktuellen Rekordhalter Mathias Seger (1153 Partien). Er würdigt den Jubilar per Video («du wirst immer schneller, ich bin immer langsamer geworden») und steht dabei in einem blau-gelben Dress vor der Kamera. Am Schluss kommt die ZSC-Kultfigur ganz ins Bild und dann zeigt sich: Er trägt nicht das blau-gelbe HCD-Gewand. Sondern das blau-gelbe Ehrenkleid seines Stammklubs Uzwil.

Mathias Segers Rekord ist in Gefahr. Ambühls Vertrag läuft noch bis zum Ende der nächsten Saison. Er kann bis dahin auch ohne Playoffs auf 1092 Spiele kommen. Der HCD-Leitwolf ist am 14. September 36 geworden. HCD-Sportdirektor Raeto Raffainer schliesst eine Vertragsverlängerung im Frühjahr 2021 nicht aus. Das 1000. Spiel ist für Andres Ambühl bloss ein Zwischenhalt auf dem Weg zu einer neuen Rekordmarke.

Aus dem Jubiläum macht er keine grosse Sache und schon gar keine Party. Das ist nicht die Art dieses bescheidenen, freundlichen Bauernsohns aus dem Sertig, einem Seitental bei Davos. Eine Feier habe er nicht im Plan. «Feiern geht nicht. Nach dem Spiel am Dienstag trainieren wir ja wieder und am Freitag ist ja schon das nächste Spiel.» Das Pflichtbewusstsein eines echten Veteranen.

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