Schweizer Nationalteam
Josip Drmic: Zurück auf Feld 1

An der WM 2014 war Josip Drmic ein Schlüssel zum Erfolg – die EM verpasst er wegen einer Knieverletzung.

Etienne Wuillemin
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Die Schweiz muss an der EM ohne Josip Drmic jubeln. Er verfolgt die Spiele nach seiner Verletzung in Mönchengladbach als grösster Fan des Teams.Keystone

Die Schweiz muss an der EM ohne Josip Drmic jubeln. Er verfolgt die Spiele nach seiner Verletzung in Mönchengladbach als grösster Fan des Teams.Keystone

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Es sind Bilder der Hoffnung. Bilder der Vorfreude. Auch er hat sie gesehen. Wie die Schweizer Nationalmannschaft nach Frankreich reist, um an der EM für Furore zu sorgen. Die Bilder haben nur einen Fehler: Josip Drmic selbst ist nicht darauf zu sehen.
Während die Schweizer Nati-Spieler in Montpellier trainieren, kämpft sich Josip Drmic in Mönchengladbach zurück ins Fussballer-Leben. Mitte März hat er sich einen komplizierten Knorpelschaden im Knie zugezogen. Saisonende. EM-Out. Wenn er darüber am Telefon spricht, sucht seine Stimme am Telefon manchmal Halt. Manchmal seufzt er. Aber verzweifelt tönt Drmic nie. «Ich habe mich darauf eingestellt, dass ich rund um die EM solche Bilder sehe. Schade, dass ich nicht dabei sein kann. Aber ich freue mich für die Jungs! Ich traue ihnen zu, dass sie die Überraschung des Turniers werden.»

Den jubelnden Josip Drmic wird es an der diesjährigen EM-Endrunde nicht zu sehen geben.

Den jubelnden Josip Drmic wird es an der diesjährigen EM-Endrunde nicht zu sehen geben.

Keystone

Knapp drei Monate sind seither vergangen. Jetzt redet Drmic erstmals über seine schwierige Zeit. Er sagt: «Ich habe den Rückschlag offen angenommen. Früher hätte ich mir vielleicht den Kopf zerbrochen. Aber es ist besser, die Realität zu akzeptieren und nach vorne zu schauen.»
Wie damals bei der U17
Dass die Schweiz an der EM ohne Drmic auskommen muss, schmerzt. Mit seiner Schnelligkeit, seiner Unberechenbarkeit und seinem Torriecher ist er eines jener Elemente, die im helvetischen Fussball ziemlich rar gesät sind. Auch auf dem Weg nach Frankreich spielte er eine wichtige Rolle. Drmic war es, der bei den Wenden in den Qualifikationsspielen gegen Litauen (vom 0:1 zum 2:1) und Slowenien (vom 0:2 zum 3:2) den Weg wies. In Litauen traf er zum Ausgleich. Gegen Slowenien zum 1:2 und zum 3:2 in der Nachspielzeit.
Nun fehlt er. «Natürlich bin ich etwas traurig», sagt er, «aber dieses Gefühl kenne ich ja bereits.» Drmic blickt zurück auf die U17-WM. Damals verpasste er das Turnier, an dem die Schweizer später Weltmeister wurden, weil ihm die Gemeinde Freienbach die Einbürgerung (noch) verweigerte.

Bereits im sechsten Spiel für seinen neuen Verein Borussia Mönchengladbach verletzte Drmic sich ernsthaft am Knie, womit er auch seine EM-Träume begraben musste.

Bereits im sechsten Spiel für seinen neuen Verein Borussia Mönchengladbach verletzte Drmic sich ernsthaft am Knie, womit er auch seine EM-Träume begraben musste.

Keystone

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