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Eishockey-Rundschau: Jonas Hiller wie einst Ari Sulander

Goalie Jonas Hiller ist massgeblich am Bieler Höhenflug beteiligt.

Goalie Jonas Hiller ist massgeblich am Bieler Höhenflug beteiligt.

Starke Schweizer trumpfen in der Champions League auf.

Hillers 50 Paraden

Biel hat Frölunda im Hinspiel auswärts 3:2 besiegt und sich eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel am Dienstag (19.45 Uhr) erarbeitet. Der Erfolg gegen den schwedischen Meister und Champions-League-­Sieger von 2016, 2017 und 2019 aus Göteborg ist einer der grössten Siege eines Schweizer Teams. Bisher sind alle unsere Vertreter gegen diesen Gegner gescheitert: Davos (2016) und Gottéron (2017) im Halbfinal und Lugano letzte Saison im Achtelfinal. Biels Schlüsselfigur war Jonas Hiller mit 50 Paraden. Er mahnt an Ari Sulander. Der finnische Goalie hexte die ZSC Lions 2009 im Alter von 40 Jahren zum Titelgewinn in der Champions League. Jonas Hiller ist erst 37. Überlegt er sich doch noch den Rücktritt vom angekündigten Rücktritt im Frühjahr? Die Lions gewannen 2009 den Wettbewerb mit einem Triumph in zwei Partien im Final über Magnitogorsk. Danach ist der europäische Wettbewerb vor- übergehend ausgesetzt und erst in der Saison 2014/15 ohne russische Beteiligung wieder eingeführt worden.

Schnellste Linie Europas

Damien Brunner war Liga-Topskorer mit Zug, setzte sich 2012 als erster Schweizer Stürmer in der NHL durch und trifft nun bei Biel auch auf höchstem europäischem Niveau. Nach dem Comeback am letzten Sonntag in der Liga mit zwei Treffern gegen die Lakers (3:2) hat er auch beim 3:2 in Göteborg getroffen (zum 2:0). Seine Linie mit Luca Cunti und Mike Künzle ist eine der schnellsten Formationen Europas. Fürs Länderturnier in Visp nächste Woche ist keiner aus dem Trio aufgeboten: Die Spieler der Champions-League-­Teams (Lausanne, Zug, Biel) sind nicht dabei.

Elite-Junioren in die MSL

Das Niveau der Elite-Junioren-Meisterschaft (U20 Elit) sinkt. Die besten Nachwuchsspieler wechseln regelmässig nach Nordamerika oder werden in der Swiss League eingesetzt. Angedacht ist eine U22-Lösung. Also Elite-Juniorenteams mit dem Maximalalter von 22 Jahren, die sich an der MySports League (MSL) beteiligen. Die Umsetzung dieser Lösung, die auch eine Regionalisierung der höchsten Amateurliga wieder möglich machen würde, dürfte allerdings mindestens zwei Jahre beanspruchen.

Den Abstieg abschaffen?

Keine Freude hat die Verbands- und Ligaführung an der Idee, den auf diese Saison beschlossenen Abstieg in der Swiss League gleich wieder abzuschaffen. Dies wäre dann möglich, wenn die Klubs der Swiss League und die Delegierten der MySports League mit einer Dreiviertelmehrheit zustimmen würden. Ein Antrag ist noch nicht gestellt worden. Die Chancen wären sowieso gering. Ende dieser Saison wird der Verlierer der Playouts der Swiss League gegen den Sieger oder Finalverlierer der MySports League (wenn der Sieger keine Aufstiegsberechtigung bekommt) um den Auf-/Abstieg spielen. In dieser Best-of-seven-Serie hat der Höherklassige Heimrecht. Gespielt wird mit einem Ausländer, den der Amateurklub nur noch von den in den Playoffs ausgeschiedenen Clubs in der Schweiz verpflichten kann. Wenn sich unter ­diesen Voraussetzungen der Vertreter der zweithöchsten Schweizer Liga nicht behaupten kann, dann hat er den Abstieg verdient. Für den Aufstieg in die Swiss League haben sich Martigny, Chur, Arosa und Basel angemeldet.

Ende gut, alles gut

Marco Truttmann (34), in Olten vor die Kabinentüre gestellt, hat seinen Vertrag mit den Kloten Flyers erst bis Ende Jahr und nun bis zum Saison­ende verlängert. Da der Vertrag mit Olten per Saldo aller Ansprüche aufgelöst worden ist, steht einem perfekten Saisonschluss in der Swiss League nichts mehr im Wege: einem Playoff-Traumfinal mit Kloten gegen Olten.

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