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Joachim Löw: «Die Nations League ist für uns nicht ganz so wichtig» – das läuft beim Schweizer Gegner Deutschland

Hinter dem Lachen verstecken sich auch Sorgefalten: Bundestrainer Joachim Löw ist nicht zufrieden mit dem Terminplan.

Hinter dem Lachen verstecken sich auch Sorgefalten: Bundestrainer Joachim Löw ist nicht zufrieden mit dem Terminplan.

Die ordentliche Leistung der deutschen Fussball-Nationalmannschaft gegen Spanien (1:1) bleibt mit dem Schlusspfiff praktisch unbelohnt – das ist für Löw aber wohl nicht so dramatisch.

Debütant Robin Gosens grätscht nochmals. 1:0 führt sein Team im ersten Spiel der zweiten Ausgabe der Nations League gegen Spanien. Doch Gosens grätscht ins Leere und bleibt hinter der Grundlinie liegen. Da er auch ausserhalb des Spielfelds zum Spiel zählt, hebt er zusammen mit Torhüter Kevin Trapp auf der Grundlinie das Abseits auf. Valencia-Akteur José Gayà profitiert davon und kann aus kurzer Distanz in der 96. Minute den Ausgleich für Spanien erzielen. Bitter für Deutschland. Gosens sagt nach dem Spiel: «Ich dachte, wenn ich hinter der Linie stehe, bin ich nicht mehr im Spiel. Das geht mir ordentlich auf den Zünder, dass wir in der letzten Sekunde dieses Eier-Gegentor bekommen.»

Sané erst bei 80 Prozent

Deutschland zeigte ein ordentliches Spiel. Es gab gewisse Stockfehler, vor allem Emre Can wirkte verunsichert. Doch die veränderte Mannschaft präsentierte sich grundsätzlich besser als die spanische. Torschütze Timo Werner müsste das 2:0 erzielen. Bereits in der ersten Halbzeit kamen sie zu etlichen Chancen. Aber auch Spanien konnte immer wieder von Fehlern profitieren.

Auf Seiten Deutschlands war Rückkehrer Sané ein Lichtblick. Nach seinem Kreuzbandriss stand er zum ersten Mal seit 15 Monaten wieder auf dem Platz für die Nationalmannschaft. Seine Dynamik kam sofort zum Vorschein. Er sagte jedoch: «Wir kamen aus dem Urlaub. Ich selbst fühle mich erst bei 80 Prozent.» Mit dem Spiel war er eigentlich zufrieden: «Das späte 1:1 ist etwas ärgerlich, klar, sonst war es okay.» Sané wurde in der 63. Minute ausgewechselt. Er hatte Krämpfe.

Nach 63 Minuten war Schluss: Leroy Sané musste bei seinem Comeback im Nati-Dress entkräftet ausgewechselt werden.

Nach 63 Minuten war Schluss: Leroy Sané musste bei seinem Comeback im Nati-Dress entkräftet ausgewechselt werden.

Lob von Löw

Während sich die Spieler durch den späten Ausgleich in den Interviews geknickt präsentierten, lobte Trainer Löw seine Mannschaft: «Unsere Jungs haben alles gegeben, haben gefightet bis zum Schluss. Ich kann zufrieden sein.» Nicht glücklich ist er allerdings mit dem dichten Terminplan, und dass in der Nations League nur drei Auswechslungen erlaubt sind. «Wenn nicht jetzt, wann dann?», fragte er am Donnerstag im ZDF, «einige Spieler von uns sind auf dem Zahnfleisch gelaufen.»

Zum einen stünden fünf Bayern-Spieler normalerweise im Kader der Nationalelf. Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Serge Gnabry und Leon Goretzka waren aber gerade noch in der Champions League aktiv und bekamen von Löw eine Pause. Nur Bayern-Akteur Niklas Süle kehrte nach einer Verletzung bereits zurück. Zum anderen gibt es Spieler wie Toni Kroos, die wie auch Sané betonten, sie kämen quasi aus dem Urlaub.

Nations League für Löw nicht ganz so wichtig

Auf der Verbands-Homepage sagte Löw am Freitagmorgen: «Einige Spieler sind richtig platt. Wir können die nächsten zwei Tage nicht mehr viel Training machen. Allerdings muss ich ehrlich sagen, sind mir die Ergebnisse der Nations League nicht ganz so wichtig.» Er wolle vor allem Entwicklungen sehen. Gut möglich also, dass am Sonntag gegen die Schweiz eine andere Elf von Beginn weg aufläuft.

Nicht zum Einsatz kommen wird Kai Havertz. Der Spieler von Bayer Leverkusen steht kurz vor einem Wechsel zum FC Chelsea und möchte laut Bild-Zeitung die Dinge vor Ort selbst klären. Havertz könnte mit dem Transfer zum teuersten Spieler Deutschlands werden. Chelsea sei bereit 100 Millionen Euro zu bezahlen.

Kai Havertz (links) wird gegen die Schweiz nicht im Kader stehen: er widmet sich Transferverhandlungen mit dem FC Chelsea.

Kai Havertz (links) wird gegen die Schweiz nicht im Kader stehen: er widmet sich Transferverhandlungen mit dem FC Chelsea.

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