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Jetzt spricht Matthias Glarner über den Unfall: "Ich hatte sehr viel Glück!"

Schwingerkönig Matthias Glarner hatte bei seinem 12-Meter-Sturz von einer Gondel zahlreiche Schutzengel. Dem ist sich der 31-Jährige bewusst. Nach der erfolgreichen Operation äussert sich Glarner nun erstmals zum Unfall.

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Matthias Glarner
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Die Bergbahn in Meiringen-Hasliberg: Glarner stürzte von einer dieser Gondeln 12 Meter in die Tiefe.
Glarner wurde nach seinem Unfall ins Berner Inselspital geflogen und am Dienstagabend dort operiert.
Professor Klaus Siebenrock vom Inselspital sagt: «Das Becken hat sich ohne Probleme mit einer Platte und Schrauben stabilisieren lassen.»
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Matthias Glarner musste mit der Rega ins Spital

Matthias Glarner

Matthias Glarner hatte bei seinem Unfall sehr viel Glück. Das weiss er selbst. Über sein Management lässt der Schwingerkönig ausrichten: «Ich bin froh, dass die Operationen plangemäss verlaufen sind. Ich bin mir auch bewusst, dass ich sehr viel Glück gehabt habe.»

12 Meter war der 31-Jährige am Dienstagmorgen von einer Gondel in Meiringen-Hasliberg in die Tiefe gestürzt und hatte sich dabei zahlreiche Brüche zugezogen. Eine vordere Beckenringsprengung und eine schwere Sprunggelenksverletzung wurden diagnostiziert und noch am Abend operiert.

Zwei Schrauben im Sprunggelenk

Klaus Siebenrock, Klinikdirektor und Chefarzt Orthopädie und Traumatologie vom Inselspital Bern, sagt in einer Medienmitteilung: «Das Becken hat sich ohne Probleme mit einer Platte und Schrauben stabilisieren lassen. Das Sprunggelenk konnte ebenfalls mit 2 Schrauben stabilisiert werden. Es fand sich im Sprunggelenk jedoch ein grösserer Knorpeldefekt (1.5 x 1.5 cm), der durch eine Knorpelersatzplastik gedeckt wurde.»

Matthias Glarner muss nun das linke Bein während zwei Monaten mit Gehstöcken entlasten. Danach beginnen die Rehabilitation und die zunehmende Belastung des Beines. Sportliche Aktivitäten können nicht vor vier Monaten aufgenommen werden.

Glarner sagt: «Am besten ist es, wenn ich mir gar nicht allzu viele Gedanken mache, was noch hätte passieren können.» In der Tat hätte der Absturz weit folgenschwerer ausgehen können.

Wie lange der Schwingerkönig ausfallen wird und ob er überhaupt wieder ins Sägemehl zurückkehren wird, ist unklar. Er selbst sagt einzig: «Ich möchte allen für die sehr grosse Anteilnahme danken.»

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Momente des Glücks.
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Der Berner Matthias Glarner.
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Keystone

Management: Glarner war gesichert

Das Management des Schwingerkönigs betont in der Medienmitteilung zudem, dass Matthias Glarner für Arbeiten auf Masten und Gondeln entsprechenden Ausbildungen und Qualifikationen habe. «Bei den gestrigen Arbeiten und dem damit verbundenen Fotoshooting trug Matthias Glarner seine persönliche Sicherheitsausrüstung (PSA) und war demzufolge korrekt gesichert.» Was genau zum Unfall geführt habe, werde nun abgeklärt.

Gemäss der Kantonspolizei Bern sind die Ermittlungen im Gang. Ergebnisse seien aber erst in den nächsten Tagen zu erwarten.

Die Analyse bedeutet für den Schwingerkönig den Abbruch der Saison, an deren Ende das Unspunnenfest am 27. August gestanden wäre. Nach dem Unfall nahmen die Familie und das engste Umfeld von einer sehr grossen Anteilnahme Kenntnis.

(nch)

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