WM 2018
Jetzt gerät auch Captain Stephan Lichtsteiner ins Visier der Fifa-Justiz

Zwei Tore gegen Serbien, zweimal der Jubel mit dem Doppel-Adler, einem albanischen Symbol: einmal durch Granit Xhaka, einmal durch Xherdan Shaqiri. Und mittendrin: Stephan Lichtsteiner, der Nati-Captain. Auch er formt die Hände zum Doppel-Adler. Jetzt ist auch gegen ihn ein Verfahren eröffnet worden.

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Stephan Lichtsteiner mit dem Doppel-Adler.

Stephan Lichtsteiner mit dem Doppel-Adler.

Zur Verfügung gestellt

Als politische Botschaft will es Granit Xhaka nicht verstanden wissen, dass er nach seinem 1:1-Ausgleich gegen Serbien die Hände zum Doppel-Adler formt und in Richtung des serbischen Fanblocks läuft. Es sei ein Dank an seine Familie, an seine Freunde, an seine Herkunft. «Die Gegner waren mir scheissegal», sagt der Mittelfeldspieler im Fernsehen.

Gleiches gilt für Xherdan Shaqiri, der mit seinem Tor zum 2:1 die Tür zur Qualifikation für die WM-Achtelfinals weit aufstösst. In einem viel zitierten Beitrag auf «The Players Tribune» erklärt er seine Haltung zu seinen Wurzeln so: «Die Schweiz ist für jeden. Ich fühle so, dass ich zwei Heimaten haben - die Schweiz und den Kosovo.» Oft fühle er sich missverstanden.

Die Schweiz jubelt nach dem 2:1-Siegtreffer von Xherdan Shaqiri.
58 Bilder
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Erleichterung bei der Schweizer Nati nach dem Schlusspfiff
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Captain Stephan Lichtsteiner jubelt - es spricht Bände
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Auch Xherdan Shaqiri lässt sich zum Doppeladler-Jubel hinreissen
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Und zeigt den Adler
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Granit Xhaka macht nach seinem Weitschuss-Traumtor den Adler – und provoziert damit die Serben massiv
Eine Geste, die zu reden geben wird: Granit Xhaka macht nach seinem Weitschuss-Traumtor den Adler
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Gesprächsstoff zur Pause: Stephan Lichtsteiner und Xherdan Shaqiri
Gesprächsbedarf zur Pause: Xherdan Shaqiri diskutiert mit Aleksandar Mitrovic
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RUSSIA SOCCER FIFA WORLD CUP 2018
Xherdan Shaqiri gegen Halb-Serbien
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Jubel bei den Serben
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Mitrovic bringt Serbien dank eines Kopfballtreffers in Führung
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0:1 - Yann Sommer bleibt machtlos
Mitrovic bringt Serbien dank eines Kopfballtreffers in Führung
Russia Soccer WCup Serbia Switzerland
Aleksandar Kolarov im Zweikampf mit Xherdan Shaqiri
Stephan Lichtsteiner gegen Serbiens Filip Kostic
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Die Startelf der Schweizer
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Xherdan Shaqiri spielt sich ein
Haris Seferovic grüsst Serbiens Mittelfeldspieler Adem Ljajic
Er trägt sie: Xherdan Shaqiris Kickschuhe mit der Schweizer und der kosovarischen Flagge.
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Nach dem 1:1 gegen Brasilien sind die Schweizer Fans sicher: Heute folgt ein Sieg gegen Serbien.

Die Schweiz jubelt nach dem 2:1-Siegtreffer von Xherdan Shaqiri.

LAURENT GILLIERON

«Shaqiri und Xhaka sind super Typen»

Einer, der seine Wurzeln in der Innerschweiz hat, ist Captain Stephan Lichtsteiner, der mit nun neun Partien Schweizer WM-Rekordspieler ist. Was in der Debatte um Xhaka und Shaqiri beinahe untergeht, ist, dass sich der 34-Jährige mit seinen Mitspielern solidarisiert. Auch er formt seine beiden Hände zum Doppel-Adler. Obwohl er keinen Migrationshintergrund hat.

Warum eigentlich? «Wir müssen ihnen helfen. Sie sind super Typen, haben super Qualität. Ich habe mit vielen gesprochen, mit Vätern von ihnen. Sie haben mir ihre Sicht erklärt, was sie durchgemacht haben. Alle wissen, dass sie Doppelbürger sind und ich glaube nicht, dass die Schweiz ein Problem damit hat», zitiert der «Blick» Stephan Lichtsteiner.

Ein Problem damit hat allerdings die Fifa, die nicht nur gegen die ursprünglichen "Übeltäter" Xhaka und Shaqiri ein Verfahren eröffnet hat, sondern gemäss des renommierten BBC-Journalisten Richard Conway nun auch gegen Lichtsteiner.

Der Captain der Schweizer Nationalmannschaft stellt sich schützend vor seine Kollegen. «Es war wichtig, dass wir ihnen geholfen haben. Es gehört zu ihrer Kultur, dass sie so gejubelt haben. Wir haben sehr viele Provokationen mitbekommen.» Unbeantwortet bleibt die Frage, ob Xhaka und Shaqiri ein Tor gegen Costa Rica am Mittwoch auch mit einem Doppel-Adler feiern würden. (sih)