Nino Niederreiter (24) hat nun drei Saisons hintereinander mehr als 20 Tore erzielt und nach wie vor Steigerungspotenzial. Er gehört zur Kerngruppe von jungen Spielern, um die herum General Manager Chuck Fletcher ein Stanley-Cup-Team aufbauen kann.

Nino Niederreiters Vertrag mit einem Jahressalär von 3,5 Millionen Dollar ist ausgelaufen. Minnesota hat sich die Rechte mit einer «Qualifying Offer» gesichert. Diese Offerte muss nach Reglement ein leicht besseres Salär haben als der bisherige Vertrag. Nun haben die übrigen NHL-Klubs die Möglichkeit, ein sog. «Offer Sheet» einzureichen. Wenn Minnesota gleich viel bietet, muss Nino Niederreiter bleiben.

Vertrag über das «Verfalldatum» hinaus

Unter den General Managern gibt es allerdings so etwas wie einen «Waffenstillstand» um eine Preistreiberei zu vermeiden. Jeder NHL-General muss darauf achten, die Salärbegrenzung (Salary Cap) einzuhalten. «Offer Sheets» führen bloss zu Preistreiberei und am Ende bleibt der Spieler doch. Zudem muss im Falle eines Transfers eine Kompensation (Spieler, Draftrechte) geleistet werden. Deshalb werden nur noch selten «Offer Sheets» eingereicht. Das Geld wird dafür in die sogenannten «Free Agents» investiert. Also in die Spieler, die ohne Kompensation an den alten Arbeitgeber verpflichtet werden können.

Nino Niederreiter wird in zwei Jahren «free Agent» sein. Er kann dann kompensationsfrei den Klub wechseln. Minnesota wird ihn dann ohne Gegenleistung verlieren. Bei einer solchen Ausgangslage ist das Ziel des Klubs in der Regel eine Verpflichtung über diese zwei Jahre, über das «Verfalldatum» hinaus.

Ein Vertrag mit mindestens fünf Jahren Laufzeit und einem Jahressalär von fünf Millionen Dollar ist für Nino Niederreiter durchaus realistisch. Der neue Vertrag könnte einen Gesamtwert von mehr als 20 Millionen Dollar haben. Voraussichtlich wird der Deal bis zum 5. Juli gemacht. André Rufener widerspricht dieser Analyse nicht und sagt: «Die Gespräche mit Minnesota sind sehr konstruktiv».

Mirco Müller blieb bei San Jose zuletzt auf der Strecke. Bei New Jersey erhält er eine neue Chance.

Mirco Müller blieb bei San Jose zuletzt auf der Strecke. Bei New Jersey erhält er eine neue Chance.

Ein Einweg-Vertrag mit New Jersey ist wünschenswert, aber nicht unbedingt nötig. Denn wenn General Manager Ray Shero den Schweizer ins Farmteam schicken will, dann muss er ihn auf die sog. «Waiver-Liste» setzen. Alle anderen Klubs haben dann die Chance, ihn während 24 Stunden ohne Kompensation zu verpflichten. Mit diesem System wird verhindert, dass ein Klub einen Spieler, der bei der Konkurrenz eine gute Rolle spielen könnte, in den Farmteams versauert.

André Rufener mag nicht dementieren, dass bereits General Managers auf diese Gelegenheit lauern. Er sagt lediglich: «Ich glaube nicht, dass New Jersey das Risiko eingehen wird, Mirco Müller ins Farmteam zu schicken ...» Damit ist klar: Wenn New Jersey Mirco Müller behalten will, dann wird er nicht ins Farmteam geschickt.

Welche Strategie Ray Shero verfolgt, ist noch nicht klar. André Rufener sagt, dass die Gespräche nun anlaufen werden. Zwei Richtungen sind denkbar: Ein Einjahresvertrag um erst einmal zu sehen, wie sich der Schweizer entwickelt oder ein Mehrjahresvertrag um sich seine Dienste zu einem jetzt relativ günstigen Preis zu sichern.

Nico Hischier wird von New Jersey einen Standard-Einstiegsvertrag erhalten.

Nico Hischier wird von New Jersey einen Standard-Einstiegsvertrag erhalten.

Hischier kriegt Einstiegsvertrag

New Jersey hat durchaus Vertrauen in Schweizer und sich soeben beim Draft in Chicago die Rechte an Nico Hischier (Nr. 1) und HCD-Goalie Gilles Senn (Nr. 129) gesichert. Mit Nico Hischiers Agenten Allain Roy und Gaëtan Voisard wird in den nächsten Wochen der reglementarisch festgeschriebene Dreijahres-Einstiegsvertrag («Entry Level Contract») mit einem Basissalär von 925'000 Dollar pro Saison ausgehandelt.

Ein Vertrag mit Gilles Senn ist noch kein Thema. New Jersey hat zwei Jahre Zeit, den HCD-Goalie unter Vertrag zu nehmen bevor die Rechte verfallen.

Gilles Senn bleibt wohl noch eine Zeit in Davos.

Gilles Senn bleibt wohl noch eine Zeit in Davos.