Ligaqualifikation

Jetzt alle Tore im Video: Der EHC Kloten setzt mit einem 4:0-Auswärtssieg ein fettes Ausrufezeichen

Der EHC Kloten hat wieder intakte Chancen auf den Klassenerhalt. Mit einem klaren 4:0-Sieg in Rapperswil schafft der Oberklassige den 2:2-Ausgleich in der Liga-Qualifikation.

Wer hätte das gedacht? Noch am Dienstag stand der EHC Kloten mit eineinhalb Beinen in der Swiss League. 2:1 führten die Rapperswil-Jona Lakers im letzten Drittel des dritten Liga-Quali-Duells im Schluefweg. Die ersten beiden Partien dieser Serie um Sein oder Nichtsein hatte der
B-Meister bereits zu seinen Gunsten entschieden.

Mit einem weiteren Sieg, dazu noch auswärts, hätten sich die Rapperswiler vier Aufstiegs-Matchpucks gesichert. Von diesem Rückschlag hätten sich die Klotener mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr erholt.

Doch dann glichen die Flieger noch aus. Und gewannen diese legendäre Partie noch dank Denis Hollensteins Treffer in der dritten Minute der dritten Verlängerung. Gut möglich, dass dieses Tor des Kloten-Captains in der 103. Spielminute der Auftakt zum grossen Comeback des bereits totgesagten EHC Kloten war. Denn nimmt man das vierte Liga-Quali-Duell als Massstab, dann spricht plötzlich wieder viel mehr für eine wundersame Rettung des Traditionsklubs.

Der EHC Kloten schaffte es in Spiel Nummer vier endlich, die Pucks im gegnerischen Tor zu versorgen. Und er profitierte auch davon, dass die Rapperswiler offensichtlich mehr Mühe damit hatten, den Marathon vom Dienstag zu verdauen. Zumal mit Sven Berger und Cyrill Geyer zwei der wichtigsten Verteidiger ausfielen.

Jedenfalls war der Verlauf, den diese Partie nehmen würde, schnell klar. Der viel kritisierte Nationalstürmer Vincent Praplan profitierte schon nach etwas mehr als einer Minute von einem üblen Puckverlust von Martin Ness, bediente den freistehenden Roman Schlagenhauf, der sich nicht zweimal bitten liess.

Ungewohnte Defensiv-Probleme

Die mangelhafte Defensiv-Arbeit der Rapperswiler, die während der gesamten Saison im Schnitt lediglich etwa 1,5 Gegentore pro Spiel (!) kassiert haben, zog sich schliesslich wie ein roter Faden durch dieses Spiel. Die Klotener waren immer einen Schritt schneller und nutzten die ungewohnten Freiheiten schliesslich dazu, den Vorsprung schön regelmässig auszubauen.

Zumal die St. Galler in der Offensive ebenfalls bös schnitzerten. Etwa, als sie beim Stand vom 0:2 eine doppelte Überzahl ungenutzt verstreichen liessen. Oder als Profico den Puck statt ins, neben das leere Tor schoss.

Dem EHC Kloten war das letztlich alles herzlich egal. Die Mannschaft von Interims-Headcoach André Rötheli setzte ein fettes Ausrufezeichen. Die Geplagten sind wieder zurück im Geschäft und der Klassenerhalt plötzlich wieder eine realistische Option.

Zumal sich bei den Rapperswilern sowohl Verletzungs- als auch Energie-Probleme abzeichnen. Man darf nicht vergessen: Die Lakers haben bereits 19 Playoff-Spiele in den Beinen. Die Flieger erst deren neun, wenn man den Playout-Final gegen Ambri-Piotta dazurechnet.

Ein Trost bleibt den Rapperswilern trotz allem: Genau so schnell, wie das Momentum jetzt aufseiten der Klotener gewechselt hat, so schnell kann es auch wieder zurückschwappen.

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