Kommentar
Jährliche Ski-WM – dann reicht’s!

Der neue FIS-Präsident Johan Eliasch entwickelt kühne Ideen: eine Alpine Weltmeisterschaft jeden Winter oder mit den sogenannten «FIS Games» sogar ein Mini-Olympia als eine Art Best-of-Skisport.

Rainer Sommerhalder
Rainer Sommerhalder
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FIS-Präsident Johan Eliasch

FIS-Präsident Johan Eliasch

Sven Thomann/Freshfocus / Blick

Die Präsidenten der grossen Sportverbände ticken alle gleich. Die Olympischen Sommerspiele gibt es seit 2015 zusätzlich in der Europaversion. Ein Flop! Fifa-Präsident Gianni Infantino will den Fussball mit zweijähriger WM und neuen Formaten vergolden. Nun zieht Skipräsident Johan Eliasch nach: eine WM in jedem Winter anstatt alle zwei Jahre – oder sogar ein Mini-Olympia mit den Quotenknüllern des Skisports zwischen den offiziellen olympischen Spielen.

Die Beweggründe gleichen sich. Steigerung der Einnahmen und damit persönlicher Machterhalt. Der britisch-schwedische Multimilliardär hat sein Amt als Nachfolger des inzwischen verstorbenen Gian-Franco Kasper vor Jahresfrist mit grossen Versprechungen angetreten. Noch fehlt der grosse Wurf, und im Mai muss sich Eliasch bereits der Wiederwahl stellen. Und dem Vernehmen nach hat er sich mit seinem eingeschlagenen Tempo und dem resoluten Vorgehen nicht nur Freunde geschaffen.

Die Alpine WM ist ein Erfolgsmodell. Experten rechnen bei einer jährlichen Durchführung mit 50 Millionen Franken Mehreinnahmen für die FIS. Biathlon setzt mit grossem Erfolg auf dieses Modell. Aber die FIS Games? Eine neue Marke etabliert sich nicht über Nacht. Wenn der Anlass jedoch nur alle vier Jahre stattfindet, wird er es schwer haben, sich im Haifischbecken der sportlichen Reizüberflutung zu behaupten. Es stellt sich die Sinnfrage, selbst für den eigenwilligen neuen Patron im Skiverband.

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