Patric With, in der laufenden 1.-Liga-Saison sind bereits 16 Spiele gespielt. Ihr Team liegt auf dem sechsten Rang, welcher zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt. Wie fällt Ihr bisheriges Saisonfazit aus?

Patric With: Wir sind überdurchschnittlich gut in die Saison gestartet. Danach fielen wir in ein kleines Leistungsloch, aus welchem wir uns momentan langsam befreien. Als Trainer bin ich sowieso nie ganz zufrieden. In der Defensive zum Beispiel leisten wir uns noch zu viele Fehler.

Sie haben den guten Saisonstart angesprochen. Sechs Siege aus den ersten sieben Partien. Warum lief es zu Beginn der Saison so gut?

Es hat einfach alles gepasst. Wir spielten eine hervorragende Vorbereitung und waren physisch voll auf der Höhe. Dazu hatten wir die nötige Geduld, Ruhe und Cleverness in unserem Spiel. Doch vielleicht lief es zu gut, denn der Weg nach unten verläuft schneller, wie der, Richtung oben.

Genau. Denn danach folgten fünf Niederlagen aus sechs Partien. War Ihr Team zu selbstsicher?

Vielleicht, das ist schwer zu sagen. Knackpunkt war die Niederlage in Interlaken. Wir führten nach 25 Minuten mit 4:1. Doch wir fingen uns noch vier Treffer ein und verloren. Danach kamen Niederlagen gegen das starke Huttwil und Münsingen. Das Selbstvertrauen war angekratzt.

Das Team hat sich aber mittlerweile wieder gefangen und ist zum Siegen zurückgekehrt. Was haben Sie als Trainer unternommen, dass der Turnaround geschafft wurde?

Ich führte viele Einzelgespräche und versuchte den Spielern wieder Selbstvertrauen einzuhauchen. Dass wir Hockey spielen können, haben wir in den Spielen zuvor bewiesen. Wir mussten uns wieder auf unsere Stärken konzentrieren: einfaches, gradliniges Hockey.

Kommen wir zu einer interessanten Statistik. Die Mannschaft schiesst die meisten ihrer Tore im ersten Drittel und kassiert dort gleichzeitig am wenigsten. Ihre Ansprachen vor den Spielen scheinen sehr motivierend.

Anscheinend ja (schmunzelt). Nein, ich kann das Eishockey ja auch nicht neu erfinden. Ich probiere die Spieler einfach heisszumachen und sie auf Ihre Stärken zu berufen.

Auffallend ist, dass ihr gegen fast alle besser klassierten Teams verloren habt. Warum klappt es nicht gegen die Spitzenteams?

Mental sind wir noch zu wenig weit. Der absolute Wille, gegen eine Spitzenmannschaft zu bestehen, fehlt dem Team noch.

Diesen Siegeswillen braucht es aber heute gegen Burgdorf unbedingt. Mit einem Sieg winkt der fünfte Rang.

Genau. Wir haben gestern das letzte Spiel gegen Thun per Video analysiert. Wir wissen, was zu tun ist: 60 Minuten präsent auf dem Eis stehen, mit Freude spielen und unnötige Strafen vermeiden. Zudem ist das Spiel für mich sowieso sehr speziell. Ich habe als Spieler drei Jahre in Burgdorf gespielt.

Bildlegende: Steht in seiner zweiten Saison als Trainer des EHC Aarau: Patric With. dtr