In den USA wächst der Druck auf den amerikanischen Fussballverband und sein weibliches Aushängeschild, Goalie Hope Solo. Die zweifache Olympiasiegerin war im Juni von der Polizei vorübergehend festgenommen worden.

Es gilt die Unschuldsvermutung
Der Vorwurf gegen die 32-Jährige lautet auf Körperverletzung gegen ihre Schwester und ihren 17-jährigen Neffen, die sie in ihrem Haus angegriffen haben soll. Der Prozess findet im November statt. In der Zwischenzeit steht sie sowohl für ihren Verein Seattle Reign als auch das US-Nationalteam weiterhin zwischen den Pfosten. Immerhin gilt die Unschuldsvermutung.

Bei den Sponsoren kommt diese Haltung allerdings nicht gut an. Das musste auch die American Football League erfahren. Bei den (zu) harten Männern sorgten in diesem Sommer gleich drei Starspieler für Negativ-Schlagzeilen, weil sie ihre Ehefrau, Freundin oder Sohn geschlagen haben. Für Ray Rice (Baltimore), Adrian Peterson (Minnesota) und Greg Hardy (Carolina) gab es allerdings kein Pardon.

Männer wurden suspendiert
Sie wurden bis zum Abschluss des juristischen Verfahrens von der Liga und/oder ihren Vereinen suspendiert. Der öffentliche Aufschrei und der Druck der millionenschweren Sponsoren war zu gross, um sich mit juristischen Spitzfindigkeiten aufzuhalten.

Der Fussballverband, der nicht ganz so stark in der Öffentlichkeit steht wie die Footballer, wird nun ebenfalls zum Handeln aufgefordert. Der Boss des amerikanischen olympischen Komitees, Scott Blackmun, will in dieser Sache intervenieren. "Ich werde Sunil Gulati fragen, warum Hope Solo immer noch spielen darf", machte Blackmun vor einem Treffen mit dem US Soccer klar. Gewalt sei ein ernstzunehmendes Problem, in der Gesellschaft und im Sport. Auch hier haben Sponsoren bereits mit Konsequenzen gedroht, falls der Verband nicht härter durchgreift.

Solo hat vor Gericht derweil bekräftigt, sie sei unschuldig.