Super League
Hoffnungsträger Kim Källström will mit GC durchstarten

Obwohl er schon bei Olympique Lyon, Arsenal London oder Spartak Moskau ein Top-Star war, hat der Schwede seine Siegeslust und Bescheidenheit nie verloren. In Zürich will er «jede Trophäe gewinnen, die es zu gewinnen gibt».

Nicola Imfeld
Drucken
Teilen
Kim Källström will mit GC durchstarten.

Kim Källström will mit GC durchstarten.

Keystone

«Ich bin nicht hier, um die Berge zu bewundern, sondern um gut zu spielen», sagt Kim Källström mit einem herzlichen Lachen. Der 120-fache schwedische Internationale zeigt sich kurz vor dem Saisonstart völlig entspannt. Zu viel hat er in seiner langen Karriere schon erlebt, um vor dem heutigen Spiel gegen Thun noch nervös zu sein. Die GC-Fans stellen sich vor allem eine Frage: Ist er der langersehnte Hoffnungsträger, mit dem der Rekordmeister wieder um Titel mitspielen kann?

Die Chemie zwischen Spieler und Trainer muss stimmen

Der Mann aus der schwedischen Provinz Gävleborgs Iän bringt einen grossen internationalen Erfahrungsschatz in die junge GC-Truppe mit. Källström spielte bei Vereinen mit klingenden Namen wie Olympique Lyon, Arsenal London und Spartak Moskau. Dass ein solcher Spieler überhaupt den Weg in den GC-Campus findet, ist ein grosses Verdienst von GC-Trainer Pierluigi Tami. «Der Trainer teilt dieselbe Philosophie wie ich, das ist essenziell, um erfolgreich arbeiten zu können», so Källström über einen der Hauptgründe für seinen Wechsel zum Schweizer Rekordmeister.

Tami selbst nennt seinen Star einen «Vorzeigeprofi auf und neben dem Feld, der über internationale Erfahrung verfügt». In jungen Jahren wurde der 32-Jährige noch auf dem linken Flügel eingesetzt und war einer der torgefährlichsten schwedischen Nationalspieler. Je länger seine Karriere dauerte, desto defensiver orientierte sich Källström. Heute ist er eine klassische «6» und soll die abgewanderten Veroljub Salatic (FC Sion) und Amir Abrashi (SC Freiburg) bei GC vergessen machen.

Die Kommunikation in Yakins Equipe war schwierig

Zuletzt spielte Källström unter dem Schweizer Trainer Murat Yakin für Spartak Moskau. Dort hatte er nicht etwa eine Ersatzrolle inne, sondern war Stammspieler. 28 Spiele absolvierte er in der abgelaufenen Spielzeit für den russischen Traditionsverein. «Bei Spartak ist alles viel grösser als hier bei GC. In Moskau war die Kommunikation das Schwierigste für mich, hier kann ich mit jedem sprechen», sagt Källström, der neben Schwedisch auch fliessend Englisch und Französisch spricht.

Elf Titel sammelte der Schwede in seiner Karriere bereits. Trotzdem hat der bodenständige Familienvater noch nicht genug. Seine Augen funkeln, wenn er über seine Ziele mit den Zürchern spricht. «Ich will mit GC jede Trophäe gewinnen, die es zu gewinnen gibt, dafür trainieren wir jeden Tag», so Källström. Er relativiert dann aber auch gleich: «Natürlich wäre es nach der letzten Saison vermessen, zu glauben, dass wir gleich Meister werden.»

Seit drei Wochen ist der Schwede nun schon in Zürich und konnte die Stadt und die Leute ein bisschen kennen lernen. Nach der Ankunft seiner kleinen Tochter und der Ehefrau am vergangenen Donnerstag muss Källström nun aber nicht mehr alleine Sightseeing betreiben. Die kleine Familie wohnt vorerst in einem Hotel, bis eine passende Unterkunft gefunden ist.

Menschlichkeit zeichnet ihn aus

Der Ruf des Schweden passt eigentlich so gar nicht zum arg ramponierten Image des Grasshopper Clubs. Skandale sucht man bei Källström vergebens. Vielmehr machte er mit einer schönen Geste im Jahr 2013 auf sich aufmerksam: Beim Länderspiel Deutschland - Schweden tröstete er ein autistisches Kind, das beim Einlauf ins Stadion vor Anspannung am ganzen Körper zitterte. Das Bild ging um die Welt und löste in seiner Heimat Schweden Jubelstürme auf Källström aus. «Ich habe einfach wie ein Vater gehandelt. Es sollte doch selbstverständlich sein, ein Kind zu trösten, wenn es ihm nicht gut geht», sagt Källström bescheiden.

Der neue Mittelfeldstratege weiss, wie man Trophäen gewinnt. Ob er sein Wissen aber auch in der Schweiz in einen Pokal umwandeln kann, muss er erst noch beweisen. Hungrig ist er immer noch, der alte Schwede.

Aktuelle Nachrichten