Auszeichnung
Heute werden die Sportler des Jahres gewählt – die AZ-Sportredaktion ihre eigenen Helden

Heute findet die Wahl zum Sportler des Jahres statt. Die AZ-Sportredaktion hat sich vorgängig zusammengesetzt und sich die besten Nichtnominierten überlegt. In der Bildergalerie finden Sie unsere Lieblinge des Jahres 2018.

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Unsere Sportler des Jahres
10 Bilder
Urgewaltig – Benjamin Weger – Vorschlag von Rainer Sommerhalder. Die Urgewalt Benjamin Weger. Der 29-jährige Oberwalliser verkörpert, was man mit einem echten Bergler verbindet: kauziger Dickschädel, fadengerader Gesprächspartner, naturverbundene Kämpfernatur. Vor allem aber ist Weger ein feiner Kerl. Die Kombination von Leistung und Persönlichkeit machen ihn zu meinem Sportler des Jahres. Ich erinnere mich an die erste Begegnung 2016. Nach drei Seuchenjahren gehörten kritische Fragen dazu. Wegers schonungslose Offenheit faszinierte. Ich erinnere mich an das Fliegenfischen im Wallis. Die Olympia-Reportage wurde zum Erlebnis. Wegers Leidenschaft für sein Hobby steckte an. Und ich erinnere mich an eiskalte Nächte in Südkorea. Der Interview-Halt im Ziel war für die durchgefrorenen Athleten Strafaufgabe. Wegers Ausharren bis zur letzten Frage imponierte. Er lief in der Wintersport-Disziplin mit der grössten Dichte an Topathleten im wichtigsten Wettkampf des Jahres zweimal auf Platz sechs. Eine Wahnsinnsleistung. Und die Olympiamedaille verspricht er für 2022.
Mutig – Alex Wilson – Vorschlag von Ruedi Kuhn. Als Alex Wilson einmal ein Auto brauchte, lief er schnurstracks zu einem Händler und sagte: «Hallo, ich bin Alex Wilson, der schnellste Schweizer.» Am nächsten Tag hatte er nicht nur ein neues Auto, sondern auch einen neuen Sponsor. Was lernen wir daraus: Dem Mutigen gehört die Welt. Apropos mutig: Alex Wilson zum Sportler des Jahres 2018 zu wählen, wäre mutig. Verdient hätte der Schweizer mit jamaikanischen Wurzeln die Krone aber allemal! Warum? Ganz einfach: Der 28-jährige Wilson ist einerseits eine interessante Persönlichkeit, ein Freigeist, ein extrovertierter Typ, ein lustiger Kerl, der immer einen guten Spruch auf Lager hat. Anderseits schrieb Wilson in diesem Jahr ein Stück Schweizer Sportgeschichte. Am 9. August gewann er an der EM in Berlin die Bronzemedaille über 200 Meter. Eine Medaille für einen Schweizer Sprinter an einer Europameisterschaft? Das ist schlicht und einfach Wahnsinn! Für mich ist Wilson der Sportler des Jahres. Als Mensch und als Spitzensportler!
Ansteckend – Fabian Bösch – Vorschlag von Martin Probst. Zuerst ging er viral, dann legte ihn ein Virus flach. Fabian Bösch wurde an den Olympischen Winterspielen in Südkorea zum Internetstar. Ein Video, das zeigt, wie der Freeskier mit nur einer Hand aussen an einer Rolltreppe hängt und sich hochziehen lässt, wurde zum millionenfach geschauten Hit. Plötzlich wollten ihn Stars wie Lindsey Vonn persönlich kennenlernen. Bösch war ganz oben – und wurde eingesperrt. Nur wenig Tage später sass der 21-jährige alleine in seinem Zimmer, abgeschnitten von der Welt. Bei Bösch wurde der Norovirus diagnostiziert. Da diese Erkrankung hoch ansteckend ist, wurde er sofort isoliert. Vier Jahre lang hatte er auf die Winterspiele hingearbeitet, nun wurde er vor dem Ziel böse gebremst. Zwar konnte er die Isolation rechtzeitig für den Slopestyle-Wettkampf verlassen, doch noch immer geschwächt belegte er nur Rang 24. Statt zu jammern, akzeptierte er sein Schicksal. Wie souverän er diese Achterbahnfahrt des Lebens annahm, macht ihn für mich zum Sportler des Jahres.
Familiär – Nicola Spirig – Vorschlag von Simon Häring. Im Sommer wurde Nicola Spirig zum sechsten Mal Triathlon-Europameisterin, beendete danach aber ihre Saison. Der Grund: Sie wird im April zum dritten Mal Mutter. Siege, Erfolge – es sind ihre ständigen Begleiter. Doch hinter der glänzenden Fassade verbirgt sich oft auch allzu Menschliches. Schicksale, persönliche Dramen, schmerzhafte Erfahrungen. Was die 36-Jährige zur Sportlerin des Jahres macht, ist ihr Umgang damit. Anfang Oktober kehrt sie ihr Innerstes nach aussen, als sie erzählt, sie habe im Frühling eine Fehlgeburt erlitten. «Aus sportlicher Sicht war es nicht meine beste Saison, dennoch bin ich besonders stolz auf sie», sagt Spirig. Für sie und ihren Mann sei klar gewesen, dass sie trotz der traumatischen Erfahrung noch ein Kind wollen. 2020 in Tokio strebt die Olympiasiegerin erneut eine Medaille an. Sie sagt aber auch: «Wir wollten nicht bis nach den Spielen warten. Es kann nicht sein, dass wir den Kinderwunsch für Olympische Spiele riskieren.» Die Familie habe Priorität. Das verdient grössten Respekt.
Streitbar – Martin Rios und Jenny Perret – Vorschlag von Etienne Wuillemin. Es sind faszinierende Olympische Momente. Wie kann ein Duo mit dieser Geschichte zusammen funktionieren und Erfolg haben? Die Mixed Curler Martin Rios und Jenny Perret waren einst privat ein Liebespaar. Es kam zur Trennung. Aber ihren Sport üben sie weiter gemeinsam aus. Und das ziemlich erfolgreich. In Pyeongchang gewinnen sie mit Silber die erste Medaille für die Schweiz. Aber es sind nicht primär die Siege, die in Erinnerung bleiben. Es ist die Art und Weise ihres Funktionierens, auch wenn es gewöhnungsbedürftig ist. Die beiden reden harsch miteinander. Manchmal kritisiert Rios seine Partnerin in aller Deutlichkeit vor laufender Kamera. Nicht, dass man das gut finden müsste. Aber Rios und Perret verbiegen sich nie. Sie sind, wie sie sind. Und schauen nicht nur darauf, wie sie wirken. Egal, ob sie gerade in einer Eishalle in der Schweizer Provinz vor fünfzehn Zuschauern spielen oder auf der grossen, olympischen Bühne. Es sind Eigenschaften, die im
Unantastbar – Raphael Wicky – Vorschlag von Sébastian Lavoyer. Nach nur einem Meisterschaftsspiel wurde Raphael Wicky als Trainer des FC Basel gefeuert. So schnell wie kein anderer Trainer vor ihm. Aber das ist nicht der Grund, dass er für mich der Trainer des Jahres ist. Ich habe königliche Argumente. Wicky hat mit demselben Team, das zu schwach war, um YB in der Meisterschaft ernsthaft zu fordern, den Achtelfinal der Champions League erreicht. Mit vier Siegen in der Gruppenphase. Ein Rekord. Nicht der einzige, übrigens. Wickys Team holte auch den höchsten Schweizer Sieg in der Königsklasse (5:0 gegen Benfica). Und er bezwang José Mourinhos Manchester United. Zwar war im Achtelfinal gegen United-Stadtrivale City Schluss. Aber nicht ohne Ausrufezeichen. Wicky bezwang Pep Guardiola im Rückspiel mit 2:1 im Etihad! Ausser ihm gelang das letzte Saison einzig José Mourinho und Jürgen Klopp. Eine Champions-League-Kampagne wie sie Wicky mit dem FCB hingezaubert hat, wird nie mehr ein Schweizer Trainer mit einem Schweizer Team vollbringen.
Unverdrossen – Silvan Dillier – Vorschlag von Silvan Hartmann. Radrennfahrer Silvan Dillier wird das Jahr 2018 wohl nie vergessen. Im April duelliert sich der 28-jährige Aargauer im Rad-Klassiker Paris-Roubaix auf den letzten 50 km der 257 km langen Strecke mit Radstar Peter Sagan. Erst im Sprint muss er sich geschlagen geben. Mit dem grössten Erfolg seiner Karriere verdient sich Dillier seine Premiere: Er erhält von seinem Team AG2R ein Aufgebot für die Tour de France. Und hält als Helfer von Romain Bardet die 3351 Kilometer durch. Die neuerlichen Erfolge kommen nicht von ungefähr: Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, spult Silvan Dillier auch fernab der grossen Radbühne unverdrossen seine Kilometer ab. Wer ihn auf der Tracking-Plattform Strava verfolgt, bekommt einen Einblick – und kriegt unfassbare Zahlen vorgelegt: Gegen 30 000 Kilometer hat er in elf Monaten abgespult, was rund 90 km ausmacht. Im Schnitt. Pro Tag. Es ist die Basis, die es braucht, die nächsten Ziele anzupeilen. Seine beste Saison der Karriere, basiert auf akribischer Arbeit, macht ihn für mich zum Sportler des Jahres.
Unverwüstlich – Florian Vogel – Vorschlag von Marcel Kuchta. Nino Schurter hier, Nino Schurter da, Nino Schurter überall. Die Mountainbike-WM in Lenzerheide wurde im September zu den Festspielen des Bündner Lokalmatadors. Im Schatten des siebenfachen Weltmeisters aus Tersnaus fuhr ein anderer Schweizer Bike-Crack still und heimlich auf Platz 5 im Elite-Rennen: Oldie Florian Vogel. Bei seiner 20. (!) WM-Teilnahme zeigte der gebürtige Aargauer, der schon lange in Jona lebt, nach eigener Aussage eines der besten Rennen seiner ganzen Karriere. Der 36-Jährige zeigte in diesem für Leistungssportler hohen Alter keinerlei Anzeichen von Genügsamkeit oder Nachlassen. Ich hätte es sogar verstanden, wenn Florian Vogel bei seiner vermutlich letzten Teilnahme an einem Grossanlass, mehr die Atmosphäre genossen hätte. Aber so funktioniert dieser akribisch arbeitende Athlet nicht. Der Unverwüstliche hat noch einmal allen gezeigt, dass er aus einem ganz speziellen Holz geschnitzt ist. Deshalb ist er mein heimlicher Sportler des Jahres.
Unterschätzt – Gilles Senn – Vorschlag von Klaus Zaugg. Mannschaftsportler eignen sich eigentlich nicht für individuelle Auszeichnungen. Eigentlich. Gilles Senn (22) ist eine Ausnahme. Ein sanfter Riese. Im Geiste wie in der Tat. Da ist unsterblicher silberner Eishockey-Ruhm. Er gehört zum besten Nationalteam der Geschichte, das den WM-Titel erst im finalen Penalty-Schiessen verlor. Zwar «nur» als dritter Torhüter. Gespielt hat er keine Sekunde. Aber wer in den Kreis eines grossen Teams berufen wird, ist ein Grosser. Im November gehörte er wieder zu den Auserwählten von Nationaltrainer Fischer, kam beim Deutschland Cup zum Einsatz. Wahrlich, ein grosser Torhüter. Oder doch nicht? Nach der Silber-WM ist Gilles Senn beim HC Davos bereits vor der neuen Saison in Ungnade gefallen, wurde durch den Schweden Anders Lindbäck ersetzt. Dabei hatte er in den letzten zwei Jahren den HCD in die Playoffs und 2017 sogar bis ins Halbfinale gehext. Ist die tiefste HCD-Krise des Jahrhunderts und das Ende der «Ära Del Curto» am Ende gar die Strafe der Hockey-Götter für den Undank?

Unsere Sportler des Jahres

AZ

«Schau», sagt Marco Wölfli und streckt mir seinen Unterarm entgegen, «kaum sprichst du davon, habe ich Hühnerhaut.» Als wir uns diese Woche treffen, sind 31 Wochen vergangen seit dem 28. April 2018. Der Tag, an dem Marco Wölfli sagt: «Wenn man schon mal ein Märchen schreibt, dann doch gleich richtig!» Der Unterschied zu den klassischen Märchen: Das von Wölfli ist wahr.

Es beginnt im Sommer 1998. Wölfli wechselt vom Nachwuchs des FC Solothurn in die Hauptstadt. Und bleibt dort, abgesehen von einer einjährigen Leihe zum FC Thun (2002/03), bis heute. Gemäss «transfermarkt.ch» sind weltweit nur zehn Profis länger bei ihren Klubs als Wölfli. Das erste Mal für die Profis im Tor steht er im Oktober 1999, YB spielt damals noch in der Nationalliga B. Ab 2003 ist er Stammgoalie, bis zehn Jahre später die Achillessehne reisst. Im Sommer 2014 ist er wieder gesund und rechnet als Captain fest mit der Rückkehr ins Tor. Da sagen ihm der damalige Trainer Uli Forte und Sportchef Fredy Bickel: «Marco, es ist vorbei, Yvon Mvogo bleibt im Tor.» Der Schock sitzt tief, der Stolz ist verletzt und Wölfli denkt an einen Klubwechsel. Doch er entscheidet sich zum Bleiben und zur neuen Aufgabe, künftig die jungen Goalies vor ihm zu unterstützen. Einst sagte er: «Es war ein Weg ins Ungewisse, wie werde ich auf Dauer mit der Ersatzrolle umgehen? Aber es ist meine Bestimmung, bei YB zu sein. In schwierigen Zeiten läuft man nicht davon, so bin ich erzogen worden.»

«Mit Wölfli wird es wieder nichts»

Dreieinhalb Jahre vergehen, ehe sich Mvogos Nachfolger David von Ballmoos im Januar 2018 an der Schulter verletzt. YB liegt bei Meisterschafts-Halbzeit zwei Punkte vor dem FCB. Als klar wird, dass in der Rückrunde Wölfli im YB-Tor steht, melden sich die Stimmen aus der Vergangenheit: «Mit Wölfli wird es wieder nichts.» Hintergrund: Zwei verlorene Cupfinals gegen Sion (2006 und 2009), zwei verlorene Liga-Finalissimas gegen den FC Basel (2008 und 2010) – Wölfli ist immer dabei, wenn YB in den entscheidenden Momenten des Titelkampfs versagt. Das Wort «veryoungboysen» ist eng mit seinem Namen verbunden. Ihm haftet in den Jahren als Stammspieler auch das Image des Genügsamen an, dem es ausreiche, Zweiter statt Erster zu sein, sei es in der Super League hinter dem FC Basel oder in der Nationalmannschaft hinter Diego Benaglio.

Wölflis Antwort auf sein Image ist ein Lächeln. Ihm ist egal, was andere denken. Das sagen viele und lesen dann doch jede Zeile über sich. Aber ihm glaubt man. «Ich war nicht alleine schuld, als wir nicht Meister wurden. Genauso würde ich nie denken, dass es dieses Mal nur meinetwegen gereicht hat.» Stimmt – die Basis für den Titel legen die Berner in den ersten sieben Spielen der Rückrunde, in denen sie den Vorsprung auf den FC Basel von 2 auf
13 Punkte vergrössern. Aber dafür, dass der Moment des Titelgewinns Potenzial für eine Hollywood-Verfilmung hat, sorgt alleine Wölfli.

Es ist der 28. April, YB empfängt den FC Luzern. Gefühlt ist YB längst Meister, nur die rechnerische Bestätigung fehlt. Obwohl man nach 32 Jahren des Wartens Leichtigkeit vermuten würde, liegt an diesem Samstag eine bleierne Anspannung über dem Stade de Suisse. Über 31 000 sind gekommen und lechzen danach, dass es hier und heute passiert, im eigenen Wohnzimmer. Es passiert: Dank ihm, dank Marco Wölfli, der beim Stand von 1:1 einen Penalty hält. In der Nachspielzeit schiesst Jean-Pierre Nsame das 2:1, YB ist Meister. Als er sich aus dem Menschenhaufen über ihm gegraben hat, sagt Wölfli einem Reporter: «Wenn man schon mal ein Märchen schreibt, dann doch gleich richtig!»

Gespräche mit dem toten Vater

Die «Berner Zeitung» schreibt: «Die Tragik seines Werdegangs, die Romantik seiner Rückkehr, der Kitsch der Krönung. Marco Wölfli, der König von Bern». Steve von Bergen, Wölflis Freund und Nachfolger als Captain, sagt: «Jetzt müssen die Berner ihm ein Denkmal bauen. Keiner hat den Titel so sehr verdient wie Marco.» Der letzte Satz deckt sich mit der Meinung der Menschen ausserhalb Berns: Nach seiner Geschichte mögen alle Marco Wölfli den Triumph gönnen, auch die Fans der grossen YB-Rivalen in Basel und Zürich.

Was viele nicht wissen: Hinter dem Wölfli-Märchen steckt noch mehr. Im Oktober 2017 stirbt sein Vater. Er sagt: «Ein grosser Verlust. Wir haben jeden Tag miteinander gesprochen, und plötzlich ist er nicht mehr da.» Die Trauer ist noch omnipräsent, als drei Monate nach dem Tod des Vaters die wichtigste Phase in der Karriere von Marco Wölfli beginnt. Andere wären emotional an der Situation zerbrochen, Wölfli nicht. «In schwierigen Momenten kann man sich entweder verkriechen und bemitleiden oder das Beste daraus machen. Ich habe in vielen Spielen mit meinem Vater gesprochen. Und ich habe mir Sicherheit geholt, indem ich mir eintrichterte: Wenn ich an einen Ball nicht rankomme, dann hilft er mir. Ich glaube, mein Vater war es, der beim Penalty gegen Luzern dafür sorgte, dass der Ball von der Latte in meine Hände zurück und nicht ins Tor fiel.»

Zurück ins zweite Glied

Sein Vater war auch ein wichtiger Berater in Zukunftsfragen. In den Sommerferien nach dem Meistertitel hätte sich Wölfli gerne mit ihm ausgetauscht. Als es um die Frage geht: «Bei YB bleiben oder gehen?» Nur eines steht fest: Die Karriere auf dem Höhepunkt zu beenden, ist keine Option. Bei YB lautet die Perspektive für die neue Saison: Zurück ins zweite Glied, der Stammplatz gehört dem wiedergenesenen David von Ballmoos. Damit musste Wölfli rechnen, einfach zu akzeptieren ist die Situation nach seinen Verdiensten im Meisterfrühling 2018 jedoch nicht. Kommt dazu: Von Ballmoos ist ein guter Goalie, aber kein Supertalent, wie es 2014 Yvon Mvogo war. «Ich weiss, dass es nicht an meinen Qualitäten liegt, dass ich nicht spiele. David ist der Jüngere und hat die Zukunft vor sich.»

Wölfli hat im Sommer Angebote als Stammgoalie auf dem Tisch. Er schaut alle an, kommt aber jedes Mal zum Schluss: «Ich bleibe. YB erfüllt mich, und dazu kommt: Ich liebe die Trainings und die Zeit mit den Teamkollegen in der Garderobe.» Ende Saison läuft der Vertrag aus – ist dann der Zeitpunkt gekommen, zu wechseln oder mit dem Profifussball aufzuhören? Wölfli: «Ich möchte weitermachen, bei YB. In der Winterpause rede ich mit der Klubführung. Ich gehe davon, dass wir eine Lösung finden. Ich bin mit 36 zu jung, um aufzuhören.»