Ab wann käme der Videobeweis in die Schweiz?

Ab der Saison 2019/20.

Wie viel kostet der Videobeweis?

Rund 1,5 Millionen Franken kostet die Installation der Technik und die Ausbildung der zukünftigen Video-Schiedsrichter. Der jährliche Betrieb kostet dann nochmal 1,2 bis 1,5 Millionen Franken.

Wer zahlt diese Millionen?

Der Schweizer Fussballverband zahlt die Testphase, der laufende Betrieb wird von der Super League gezahlt.

Zu welcher Entscheidung tendieren die Profiklubs?

«Die Grundstimmung ist positiv», sagt Liga-Präsident Heinrich Schifferle zum "TagesAnzeiger". Die Ablehnung des Videobeweises wäre eine Überraschung.

England und die Champions League kommen ohne Videobeweis aus. Warum braucht ihn die Schweiz?

Den Videobeweis gibt es momentan an der WM, in Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich. Dazu auch in den Niederlanden, Portugal und Tschechien. Ziel der Fifa ist es, den Videobeweis irgendwann flächendeckend einzusetzen. Auch England plant wie die Schweiz die Einführung zu Beginn der kommenden Saison. In der Champions League könnte es sogar noch schneller gehen. Eventuell werden schon die Achtelfinals der laufenden Saison von Video-Schiris überprüft.

Fehlentscheide gibt es aber auch trotz Videobeweis. Was bringt er überhaupt ausser vielen Unterbrechungen?

Laut Fifa wurde die Fehlerquote der Schiedsrichter an der WM durch den Videoassistenten um 4,3 Prozentpunkte gesenkt. Die Richtigkeit aller Entscheide verbesserte sich durch den Videobeweis von 95 Prozent auf 99,3 Prozent.

Wie wird gewährleistet, dass der Videoschiedsrichter nicht wie teilweise in Deutschland ständig eingreift?

Damit der Videoschiri zum Hörer greift, muss ein klarer Fehlentscheid vorliegen. Bei kniffligen Szenen darf nicht eingeschritten werden. Das will die Super League ähnlich handhaben wie die Fifa an der WM.

Wann darf der Videoschiri überhaupt eingreifen?

Nur in folgenden vier Situationen:

  • Bei Toren: Gab es zuvor ein Foul, Handspiel, Abseits und anderen Regelwidrigkeiten?
  • Bei Penalty-Szenen
  • Bei Platzverweisen
  • Bei Verwechslungen eines Spielers: bei Roter, Gelb-Roter oder Gelber Karte.

Wie viele Situationen werden pro Spiel kontrolliert?

An der WM überprüften die Herren vor den Bildschirmen pro Spiel durchschnittlich 6,9 Situationen. 17 Mal griff der Schiedsrichter ein, 14 Mal wurde deswegen die Entscheidung korrigiert.

Wie lange dauern die Unterbrechungen?

In der Bundesliga ist das Spiel bei Eingreifen des Videoschiris durchschnittlich eine Minute unterbrochen. An der WM waren es etwa 80 Sekunden, bis das Spiel wieder aufgenommen wurde. Entsprechend länger wird nachgespielt.

Zum Abschluss noch ein wenig Satire mit dem Videobeweis-Song: