Es tönt nach einem veritablen Coup. Georg Heitz soll Sportchef bei GC werden. Jener Mann, der den FC Basel zusammen mit Bernhard Heusler zu acht Meistertiteln geführt hat. Nach Wochen der Tristesse und dem bevorstehenden Abstieg ist es wieder einmal eine Meldung, die beim Rekordmeister etwas für Erheiterung sorgt.

Nun, Sportchef wird Heitz bei den Grasshoppers nicht gerade. Aber immerhin Berater. Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Heusler wird er auf Mandatsbasis an der Neuausrichtung des darnieder liegenden Vereins mitwirken. Was bedeutet das konkret? Heusler und Heitz werden Vorschläge für die kommenden Personalentscheide unterbreiten. GC sucht einen Sportchef, einen CEO – und es muss ein Team zusammengestellt werden, das möglichst den direkten Wiederaufstieg schafft. Dies alles obliegt den neuen Hoffnungsträgern Heusler/Heitz.

Wird ein Basler neuer Sportchef bei GC?

Wird ein Basler neuer Sportchef bei GC?

28. April: Georg Heitz soll den Grasshoppers aus der Krise helfen. So soll der 49-Jährige vorerst auf Mandatsbasis das Amt des Sportchefs übernehmen. Dies berichtet der "Blick".

Interessante Aufgabe

Präsident Stephan Rietiker sagt von sich selbst, er verfüge über zu wenig sportliches Knowhow. Das ist der Grund, dass er sich nun Hilfe von aussen holt. Am liebsten hätte GC Heitz dauerhaft als Sportchef verpflichtet. Aber weder Heitz noch Heusler lassen sich in der jetzigen Phase exklusiv verpflichten.

Zweifellos ist das «Projekt GC» für die beiden aber attraktiv genug, um an der Auferstehung des Rekordmeisters mitzuwirken. Man darf sogar noch einen Schritt weiter gehen: Im Schweizer Fussball gibt es derzeit wohl kaum eine interessantere Aufgabe, als die Marke GC wieder nach oben zu führen.

Vielleicht mag das ein wenig absurd klingen, wenn der Abstieg aus der Super League unmittelbar bevorsteht. Und wahrscheinlich spielen bei dieser Vorstellung auch sehr viele nostalgische Gefühle eine Rolle.

Millionenlöcher stopfen

Aber an Visionen fehlt es bei GC nie. Auch nicht in Zeiten des Niedergangs. Das muss nicht schlecht sein. Denn eines hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt: GC als Ausbildungsverein – so, wie das die Verantwortlichen zuletzt immer wieder dargestellt haben – das funktioniert nicht. GC fasziniert und interessiert nur, wenn der Erfolg da ist.

Dafür aber müsste Rietiker sicherstellen, dass neue Geldquellen erschlossen werden. Jahr für Jahr Löcher mit fünf bis sieben Millionen zu stopfen, kann nicht die Lösung sein. Experten gehen davon aus, dass es bis zu 25 Millionen Franken bräuchte, um etwas Vernüftiges aufzubauen. Dann jedoch wäre die Chance intakt, dass die Marke «GC» neue Kraft entwickeln könnte.

Im Idealfall, so sehen das jedenfalls die Berater Heitz und Heusler, brauche es ihre Expertise ab Sommer bereits nicht mehr. Allzu einfach wird das nicht. Zu viel Geschirr ist in den letzten Monaten zerschlagen worden. Zu viele Leute in Führungspositionen haben GC verlassen (müssen).

Abstieg besiegelt

Der Verein ist geschwächt, die Operative funktioniert kaum mehr. Auch darum ist die Frage, ob es clever ist, das Schicksal eines Vereins in externe Hände zu legen, eigentlich überflüssig. Präsident Rietiker jedenfalls hat für sich entschieden, dass ihm gar keine andere Wahl bleibt.

Die Entscheidung ist also gleichermassen mutig und nachvollziehbar. Fakt ist trotzdem: Der Vorgang ist im Schweizer Fussball beispiellos. Und darum würden Rietikers Gedanken dazu durchaus interessieren. Doch er mag sich öffentlich nicht äussern. Ein Statement bestehend aus sieben Zeilen muss an diesem Montag genügen.

Fünf Runden sind in der Meisterschaft noch zu absolvieren. Neun Punkte beträgt der Rückstand von GC auf Xamax und den Barrage-Platz. Geschieht nicht ein Wunder, wird der erste Abstieg seit 1949 also Tatsache. Daran ändert auch nichts, dass Trainer Uli Forte nicht müde wird, zu betonen, die Entscheidung sei noch nicht gefallen. Aber auch er wird sich bald Gedanken machen, wie es bei GC in der Challenge League weitergehen soll.