Diesen Tag werden weder die Zuschauer im Olympia-Stadion von Rio de Janeiro, noch die Sprinterin Shauna Miller so schnell vergessen. Es war pures Spektakel, das die 22-Jährige von den Bahamas der Leichtathletik im 400-m-Final der Frauen bot.

Shaunae Miller wirft sich über die Ziellinie.

Shaunae Miller wirft sich über die Ziellinie.

Zu Beginn der Zielgeraden hatte Miller noch klar geführt, am Ende rettete sie die Goldmedaille nur noch dank eines Hechtsprungs über die Ziellinie vor der heranstürmenden US-Amerikanerin Allyson Felix. Sieben Hunderstel betrug der Vorsprung Millers auf ihre Konkurrentin in der Endabrechnung. Ob das ohne Hechtsprung auch gereicht hätte?

Hürdensprinter mit Bauchklatscher weiter

Mit derselben «Taktik» sicherte sich der brasilianische Hürdensprinter Joao de Oliviera in der Nacht auf Dienstag (MEZ) den Einzug in den Halbfinal über 110 m Hürden. Bei der letzten Hürde des Vorlaufs kam er auf der nassen Tartanbahn des Estádio Olímpico João Havelange plötzlich ins Straucheln – und rettete sich unter dem ohrenbetäubenden Jubel des frenetischen Heimpublikums mit einem Bauchklatscher auf den vierten Platz und damit in den Halbfinal.

Joao de Oliviera hechtet ins Ziel.

Joao de Oliviera hechtet ins Ziel.

Statt Ende Dezember in den traditionellen TV-Jahresrückblicken in der Kategorie «Lacher» aufzutauchen, durfte der 24-Jährige mit seinem Strauchler also einen persönlichen Erfolg verbuchen. Und das ist durchaus erstaunlich, denn de Oliviera gehört definitiv nicht zu den aussichtsreichen Medaillenkandidaten.

Macht der Hechtsprung nun Schule?

Gleich zwei Mal in derselben Nachtsession führte also ein Hechtsprung beziehungsweise Bauchklatscher zum Erfolg. Ob sich dieses Modell als neue Taktik im Schlussspurt durchsetzen wird? Es ist wohl zu bezweifeln – und trotzdem: Spektakel ist so auf jeden Fall garantiert.