Handball-Playoffs
Kriens gewinnt erneut gegen Wacker Thun: Jetzt fehlt nur noch ein Sieg für den Halbfinal-Einzug

Kriens-Luzern bezwingt Wacker Thun mit 23:17 und damit auch den eigenen Cup-Blues.

Stephan Santschi
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Einer der auffälligsten Krienser: Spielmacher Janus Lapajne.

Einer der auffälligsten Krienser: Spielmacher Janus Lapajne.

Urs Flüeler/Keystone

Für einen Sportler gibt es nach einem Rückschlag keine bessere Therapie, als sofort wieder im Einsatz zu stehen. Das galt am Donnerstagabend auch für den HC Kriens-Luzern, der fünf Tage nach der bitteren Niederlage im Cupfinal gegen Schaffhausen in der Meisterschaft antreten durfte. Spiel zwei im Playoff-Viertelfinal bei Wacker Thun stand auf dem Programm und eines sei vorneweg genommen: Die Kur hat gewirkt, die Zentralschweizer siegten mit 23:17, womit ihnen nach dem 29:23-Erfolg in Spiel eins nur noch ein Sieg für den Halbfinal-Einzug fehlt. «Das ist sehr schön und tut gut», kommentierte HCKL-Trainer Goran Perkovac die Reaktion seines Teams. «Hätten wir verloren, dann würde es in dieser Serie ganz heikel werden.»

Wie gefährlich die Berner Oberländer werden können, wenn sie über ihre Emotionen ins Spiel kommen, zeigte sich in der zweiten Halbzeit. Zur Pause lagen die Luzerner dank starker Deckungsarbeit und einem überragenden Paul Bar im Tor (Abwehrquote: 62 Prozent) mit 12:7 vorne, nach 45 Minuten lautete das Skore sogar 18:11. Dann aber verloren sie auf dem eigenartig rutschigen Boden vorübergehend den Fokus, liessen sich vorab von Thuns Provokateuren Reto Friedli und Gabriel Felder aus dem Konzept bringen, verschwendeten Energie auf Nebenschauplätzen und begingen im Angriff viele Fehler.

Wacker Thun wird ein Tor gestohlen

Hinzu kam ein Kuriosum in der 48. Minute, als das Schiedsrichter-Duo ein reguläres Tor von Thuns Lukas von Deschwanden aberkannte. Auf den TV-Bildern der live auf SRF info übertragenen Partie war klar ersichtlich, dass der Ball ins und nicht neben das Krienser Tor flog, einen Videobeweis gibt es im Schweizer Spitzenhandball allerdings nicht. Diese Ungerechtigkeit schien die Gastgeber nochmals aufzuwiegeln, bis zur 53. Minute kamen sie auf drei Treffer heran (18:15). Letztlich brachte Kriens-Luzern den Erfolg aber relativ sicher über die Ziellinie. Auffällig in Szene setzte sich dabei Spielmacher Janus Lapajne, der unerschrocken und mit viel Druck auf die Thuner Abwehr zustürmte, selbst die Lücken nutzte oder seine Nebenleute gewinnbringend lancierte. «Janus kann eine Abwehr ausjoggeln, das hat er sehr gut gemacht», konstatierte Perkovac.

Wacker Thun fehlte aufgrund vieler Absenzen die personelle Breite, um den Gegner ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. So fehlte unter anderen der Luzerner Nicolas Raemy, der sich im ersten Aufeinandertreffen in Kriens am Fuss verletzt hatte. Ersetzt wurde er über weite Strecken vom Zuger Ron Delhees, dem nach dem dritten Comeback in Folge eines Kreuzbandrisses aber noch Spielpraxis und Selbstvertrauen fehlen.

Abwehrchef Aljaz Lavric muss operiert werden

Auch die Krienser konnten nicht aus dem Vollen schöpfen. Neben Jernej Papez, der seine Karriere bekanntlich wegen Hüftproblemen beenden musste, fällt nun auch Aljaz Lavric aus. Der Abwehrchef erlitt im Cupfinal einen Nasenbeinbruch und wird am Freitag operiert. «Er ist frühestens in einem Playoff-Final wieder einsatzbereit», so Perkovac. So weit ist sein Team noch nicht, der Fokus liegt nun auf der dritten und womöglich entscheidenden Runde des Viertelfinals gegen Thun, die am Sonntag (17 Uhr) in der Krauerhalle über die Bühne gehen wird.

Playoff-Viertelfinals (best of 5), 2. Runde. Wacker Thun – Kriens-Luzern 17:23 (7:12); Stand: 0:2. RTV Basel – Pfadi Winterthur 25:34 (8:15); Stand: 0:2. St. Otmar SG – HSC Suhr Aarau 27:25 (12:9); Stand: 1:1. BSV Bern – Kadetten SH 26:33 (14:16); Stand: 0:2.

3. Runde. Samstag, 18 Uhr: Suhr Aarau - St. Otmar SG. – 20.15 Uhr: Pfadi Winterthur - RTV Basel. – Sonntag, 17 Uhr: Kriens-Luzern - Wacker Thun. Kadetten SH - BSV Bern.

Thun – Kriens-Luzern 17:23 (7:12)
Lachenhalle. – 100 Zuschauer. – SR Abalo/Maurer. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Thun, 5-mal 2 Minuten gegen Kriens-LU.
Thun: Winkler (13 Paraden)/Wick; Felder (2 Tore), Delhees (1), von Deschwanden (9/4), Lüthi, Gruber, Sorgen (1); Guignet (1), Linder, Friedli, Chernov, Bouilloux (3).
Kriens-LU: Bar (16 Paraden)/Eicher (1); Wanner (3 Tore), Piroch (3), Lapajne (3), Harbuz (7/3), Schlumpf (2), Gavranovic (3), Delchiappo; Oertli, Blättler (2), Rellstab, Stadelmann.
Bemerkungen: Thun ohne Raemy, Dannmeyer, Dähler, Wyttenbach, Schwab (verletzt), Kriens-Luzern ohne Papez (Rücktritt) und Lavric (verletzt). Winkler pariert Penalties von Harbuz (10./4:3; 49./12:18). Eicher lenkt Penalty von Deschwandens an die Latte (38./8:14)