Turnen

Gymnaestrada: Olympischer als die Olympischen Spiele

Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe.  keystone Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe.  keystone Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe.  keystone Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe.  keystone Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe.  keystone

Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe. keystone Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe. keystone Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe. keystone Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe. keystone Schweizer Turnerinnen und Turner beim Aufbau der Geräte bei der Generalprobe. keystone

In Lausanne, der inoffiziellen Hauptstadt des Weltsports, treffen sich während einer Woche 20000 Turnende aus 55 Nationen. Lausanne ist bereit auf das Grossfest, das olympischer ist als die olympischen Spiele.

Wer für die nächste Woche eine Unterkunft in Lausanne und Umgebung sucht, geht vermutlich leer aus. Die Stadt ist nahezu ausgebucht. Der Grund: 20000 Turnerinnen und Turner aus 55 Nationen treffen sich in Lausanne zur 14. Gymnaestrada. Das Weltfest des Turnsports findet nach 1969 (Basel) und 1982 (Zürich) zum dritten Mal in der Schweiz statt.

Die Idee des Weltturnfestes wurde 1939 anlässlich des 100. Todestages des Schwedischen «Turnvaters» Pehr Henrik Ling geboren. Zu seinen Ehren wurde in Schweden die erste «Lingiade» mit 30 Nationen durchgeführt.

Die folgenden Kriegsjahre verunmöglichten die Fortführung des Turnfests. Der Holländer Jan Sommers, ehemaliger Vizepräsident des Internationalen Turnerverbundes, griff 1953 die Idee eines «Weltturnfests ohne Sieger, aber mit vielen Gewinnern» wieder auf und rief somit den Anlass ins Leben zurück.

14 Nationen mit rund 5200 Turnern nahmen am damaligen Grossanlass teil. «Gymnaestrada» ist ein von Sommers erfundenes Kunstwort als Verbindung von «Gymnastik», «strada» (Strasse) und «estrada» (Bühne).

In Lausanne, der inoffiziellen Hauptstadt des Weltsports, geben also ab Sonntag eine Woche lang die Turnerinnen und Turner den Ton an. Die Gymnaestrada ist in ihrem Kern olympischer als die Olympischen Spiele.

Der olympische Gedanke – Teilnehmen ist wichtiger als Gewinnen – trifft an der Gymnaestrada noch wirklich zu. Statt Leistungen, Noten, Ranglisten und Medaillen stehen an der Gymnaestrada traditionell andere Aspekte im Zentrum.

Der Grossanlass ist ein gigantisches Schauturnen ohne Kampfgerichte und Wettkampfatmosphäre. Bei den Akteuren handelt es sich um Breitensportler, die sich mit ihren Vorführungen gegenseitig inspirieren und so sicherstellen, dass sich der Turnsport auf der ganzen Welt auch auf diesem Level weiterentwickelt. «Um die Gymnaestrada verstehen zu können, muss man sie erlebt haben», sagen erfahrene Teilnehmer.

«Meet the Magic»

Vier Jahre nach dem letzten Rendez-vous in Dornbirn steht die Gymnaestrada heuer unter dem Motto «Meet the Magic».

Die 20000 Teilnehmer aus allen Erdteilen zeigen auf dem Messegelände Beaulieu, in der Patinoire de Malley sowie im Stade Olympique de la Pontaise rund 1800 Vorführungen, was ungefähr 600 Stunden Turnen entspricht.

Untergebracht sind die Mitwirkenden – vier von fünf sind Frauen – zum grossen Teil in 67 Schulen, verteilt auf 15 Gemeinden. Auch die Hotellerie kann sich nicht über leere Betten beklagen. Die Delegation des gastgebenden Schweizerischen Turnverbandes ist mit 3000 Aktiven einmal mehr die grösste.

Als Höhepunkte künden sich zwei Klassiker an: der längst ausverkaufte Schweizer Abend am Montag sowie die Gala des Internationalen Turnverbandes FIG am Freitag und Samstag.

Das Westschweizer Fernsehen überträgt auf dem Kanal TSR2 beide Veranstaltungen sowie die Eröffnungs- und Schlussfeier live. SF2 bringt am Dienstag um 20 Uhr eine Aufzeichnung des Schweizer Abends (Wiederholung am Sonntag um 10.30 Uhr) und berichtet ausserdem täglich in der Sendung «Sport aktuell».

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