Super League

Gute Quoten, schlechte Karten - Cedric Itten glänzt mit Joker-Toren

In neun seiner elf Einsätze für den FC Basel kam Cedric Itten von der Bank.

In neun seiner elf Einsätze für den FC Basel kam Cedric Itten von der Bank.

Seit seiner Rückkehr nach Basel nimmt Cedric Itten meist auf der Bank Platz. Da hilft dem Youngster auch seine gute Torausbeute nicht.

Eine perfekte Ballannahme mit dem rechten Fuss, eine Verlagerung auf den linken und dann ein kaltschnäuziger Abschluss vorbei an Jonas Omlin im Luzerner Tor. Es steht 3:1. Und die Aktion von Cedric Itten ist eine technisch brillante, nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung.

Zudem ist es die vorzeitige und definitive Entscheidung zugunsten des FC Basel, der das Spiel gegen den FC Luzern am letzten Samstag am Ende mit 4:1 gewinnt. Es ist Ittens zweites Tor in 190 Super-League-Minuten für den FCB. Pro Treffer benötigt er folglich 95 Minuten. Damit weist er Team-intern gar die beste Quote auf.

Aber nicht nur das, sondern vor allem die Art und Weise, wie Itten dieses 3:1 erzielt, zeigt, wie begabt dieser erst 20-jährige Stürmer ist. Gut am Ball, reaktionsschnell, weiss er auch seinen Körper einzusetzen. All diese Attribute veranlassten den FC Basel dazu, ihn im September zurück nach Basel zu holen.

Spielpraxis sammeln

Bis zu diesem Zeitpunkt war das Basler Eigengewächs wie schon in der Saison zuvor an den FC Luzern ausgeliehen. Dort sollte er jene Spielpraxis sammeln, von welcher man glaubte, dass er sie in Basel nicht bekommen würde. Letzte Saison standen Marc Janko und Seydou Doumbia vor ihm, in dieser Saison waren es Ricky van Wolfswinkel und Dimitri Oberlin.

Sollte bald wieder einsatzbereit sein: Ricky van Wolfswinkel

Sollte bald wieder einsatzbereit sein: Ricky van Wolfswinkel

Weil der Basler Transferkommission jedoch nach dem harzigen Saisonstart etwas fehlte im Offensivspiel, holte man Itten zurück. Er sollte eine weitere Option sein. Einer, der mit dem Rücken zum Tor stark ist und überdies eine physische Präsenz aufweist, die die eher schmächtigen Oberlin und Kevin Bua, der in den Augen von Sportchef Marco Streller ebenfalls ein Stürmer ist, nicht haben.

Die Freude, zurück zu sein

Itten selber freute sich, wieder zurück bei seinem Jugendverein zu sein, der ohnehin mehr auf eigene Spieler setzen wollte. Gleich im ersten Spiel nach seiner Rückkehr rettet er den FCB mit seinem Tor zum 1:0-Schlussstand im Zweitrundenspiel des Schweizer Cups gegen Chiasso.

Rein von den Veranlagungen her war Itten das perfekte Back-up für Königstransfer Ricky van Wolfswinkel. Als dieser sich im Spiel gegen Benfica Lissabon dann verletzte, dürfte Itten kurzfristig von mehr Einsatzminuten geträumt haben.

Doch stattdessen wurde mit Albian Ajeti jener Akteur doch noch verpflichtet, den der FCB schon im Sommer unbedingt hatte haben wollen. Itten rückte hinter Ajeti und Oberlin erneut ins dritte Glied, kam in der Liga nur noch zu Kürzest-Einsätzen. «Ich erhoffte mir sicher, mehr Spielminuten zu erhalten wie bisher, da ich bei Luzern ja Stammspieler war. Aber ich gebe im Training alles und versuche, mich so aufzudrängen.»

Cedric Itten

Cedric Itten

Ein Überangebot an Stürmern

Einfacher aber wird dies nicht werden. Denn seit letztem Donnerstag trainiert van Wolfswinkel wieder auf dem Platz, wenn auch noch abseits der Mannschaft. Der Holländer träumt von einem Comeback gegen Benfica Lissabon. Und er glaube fest, dass dies möglich sei, wie er vor wenigen Tagen sagte. Seine Rückkehr wird FCB-Trainer Raphael Wicky noch mehr Möglichkeiten eröffnen.

Vor dem Duell gegen Luzern sagte Wicky, dass van Wolfswinkel ausserdem seine Position und Rolle wieder einnehmen werde, sobald er zurück sei. Und diese Rolle ist jene des Nummer-1-Stürmers, die er sich dank seiner sieben Tore vor dem Fussbruch verdient hat. Ist er zurück, «dann ist klar, dass da dann viele Spieler auf dieser Position sind», musste auch Wicky zugeben.

Raphael Wicky hat viele Stürmer, die er einsetzen kann

Raphael Wicky hat viele Stürmer, die er einsetzen kann

Um über allfällige Lösungen zu sinnieren, sei es aber noch zu früh. «Inwiefern sich dadurch die Situation für mich verändert, kann ich im Moment aber noch nicht beurteilen», sagt auch Itten. Bei noch fünf verbleibenden Spielen bis zur Winterpause wird jeder der Stürmer seine Chancen nutzen müssen. Vor allem Itten.

Mit Joker-Toren wie jenem gegen Luzern tut er genau das. Und ebendiese Tore sind es auch, die einen fast bedauern lassen, dass er nicht mehr Spielzeit bekommt. Vielleicht wird sich dies in der Rückrunde ändern. Dafür müsste er aber wohl erneut eine Leihe anstreben.

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