Fussball Champions League
Grosses Barcelona-Drama gegen Paris – doch das 0:4 ist bei weitem nicht die schlimmste Pleite

Am Dienstagabend wurden die Katalanen im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals von PSG richtiggehend auseinandergenommen. 0:4 lautete das Endresultat aus Sicht des aktuellen spanischen Meisters. Wir blicken zurück auf ähnliche Klatschen des Teams von Luis Enrique.

Jan Kutschera
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Der FC Barcelona um Marc-André ter Stegen und Gerard Piqué am Boden: Gegen Paris Saint-Germain setzte es im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League eine heftige 4:0-Klatsche ab.
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Paris St. Germain - FC Barcelona 4:0
Jubelsprünge derweil bei Paris Saint-Germain.
Ángel Di María war der überragende Mann mit zwei Traumtoren.
Geburtstagskind Edinson Cavani (30) erzielte nach vielen vergebenen Chancen das 4:0-Schlussresultat.
Der Einstand mit PSG in der Champions League könnte für den in der Winterpause von Wolfsburg verpflichteten Julian Draxler kaum besser abgelaufen sein: Hier bejubelt er seinen Treffer zum 2:0.
Neymar wird gleich von drei PSG-Akteuren in die Zange genommen.

Der FC Barcelona um Marc-André ter Stegen und Gerard Piqué am Boden: Gegen Paris Saint-Germain setzte es im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League eine heftige 4:0-Klatsche ab.

Keystone

Zum Spiel:

Die Führung der Gastgeber nach 18 Minuten war auch zu diesem frühen Zeitpunkt verdient, zumal Cavani (6.) und Blaise Matuidi (11.) bereits zwei gute Chancen vergeben hatten, ehe Di Maria einen Freistoss aus rund 20 Metern direkt verwandelte.

Auch das 2:0 nach 40 Minuten entsprach dem Spielverlauf. Marco Verratti nutzte den Platz im Mittelfeld zu einem Solo-Vorstoss und sah im richtigen Moment Draxler in der Schnittstelle. Der hoch veranlagte deutsche Internationale tat, was er in der Bundesliga bei Schalke und Wolfsburg viel zu selten tat und seit seinem Wechsel nach Frankreich in aller Regelmässigkeit tut: Er fand eine Lücke und versenkte den Ball eiskalt im langen unteren Eck.

Als Cavani mit seinem siebten Treffer im siebten Spiel des laufenden Wettbewerbs das Verdikt noch höher ausfallen liessen, waren noch immer 20 Minuten zu spielen. (sda)

Alle Tore der Partie im Video:

Vor der Partie war man beim FC Barcelona noch guten Mutes. Mit diesem Video wurden die Fans auf das Spiel eingestimmt:

Die höchsten Niederlagen des FC Barcelona:

Spielzeit: 1930/31. — Primera División. — Gegner: Athletic Bilbao. — Resultat: 1:12.

In der dritten Spielzeit der Primera División setzte es die bisher höchste Barça-Pleite ab. Gegen den späteren Meister Athletic Bilbao gingen die Katalanen gleich mit 1:12 unter. Bilbao wurde übrigens in den ersten zwölf Spielzeiten vier Mal Meister, Barcelona genau einmal in der Premierensaison.

Hier eine Aufnahme des Aufeinandertreffens der beiden Mannschaften in der Copa del Rey anfangs 2017.

Hier eine Aufnahme des Aufeinandertreffens der beiden Mannschaften in der Copa del Rey anfangs 2017.

Keystone

Spielzeit: 1940/41. — Primera División. — Gegner: FC Sevilla. — Resultat: 1:11.

Dass der FC Barcelona in dieser Zeit nicht auf dem heutigen fussballerischen Level war, beweist auch die zweithöchste Niederlage. In der Saison 1940/41 unterlag Barcelona am ersten Spieltag dem FC Sevilla mit 1:11. Am Ende der Spielzeit lag Barça trotzdem mit einem Punkt vor den Südspaniern.

Im Bild ein lustloser Lionel Messi während einer Partie gegen Sevilla.

Im Bild ein lustloser Lionel Messi während einer Partie gegen Sevilla.

Keystone

Spielzeit: 1934/35. — Primera División. — Gegner: Real Madrid. — Resultat: 2:8.

Nach den zwei Pleiten mit mehr als zehn Gegentoren folgen fünf Niederlagen mit sechs Gegentreffern Differenz (1941/42 0:6 gegen Granada; 1944/45 0:6 gegen Real Oviedo; 1945/46 0:6 gegen Athletic Bilbao; 1950/51 0:6 gegen Espanyol Barcelona). Eine der schmerzhaftesten setzte es in der Saison 1934/35 gegen Erzrivale Real Madrid ab. Barça unterlag den damals noch unter dem Namen «Madrid FC» spielenden Madrilenen mit 2:8.

Auf dem Bild zu sehen: Wilde Szenen im Duell der beiden Mannschaften um den spanischen Super Cup 2011.

Auf dem Bild zu sehen: Wilde Szenen im Duell der beiden Mannschaften um den spanischen Super Cup 2011.

Keystone

Spielzeit: 1994/95. — Primera División. — Gegner: Real Madrid. — Resultat: 0:5. und Spielzeit: 1994/95. — Primera División. — Gegner: Racing Santander. — Resultat: 0:5.

Insgesamt sechs Mal musste Barcelona sich mit fünf Gegentoren Unterschied geschlagen geben (1930/31 0:5 gegen Arenas Club; 1933/34 1:6 gegen Athletic Bilbao; 1949/50 1:6 gegen Real Madrid; 1953/54 0:5 gegen Real Madrid). Auffällig: Die Hälfte davon resultierte aus Partien gegen Real Madrid.

Als Meister in die Saison 1994/95 gestartet, datieren gleich zwei der Pleiten aus dieser Spielzeit. Am 21. Spieltag ging Barça gegen Racing Santander (in der Schlusstabelle mit Rang 12 ganze acht Plätze hinter Barcelona) überraschend mit 0:5 unter.

Die Niederlage im Video:

Dies, nachdem man fünf Spieltage zuvor auswärts Erzrivale Real Madrid mit demselben Skore unterlegen war:

Real nahm mit diesem Sieg Rache, nachdem sie in der Saison zuvor gegen Barcelona auswärts ebenfalls mit 0:5 untergegangen waren.

Spielzeit: 2012/13. — Halbfinal-Hinspiel der Champions League. — Gegner: FC Bayern München. — Resultat: 0:4.

Ingesamt 32 Mal verlor Barça ein Spiel mit vier Gegentoren Differenz, neun davon ohne selbst einen Treffer erzielt zu haben. Neben der Pleite gegen Paris Saint-Germain bleibt wohl vor allem das Schaulaufen Bayern Münchens im Champions-League-Halbfinal 2012/13, welches in einem 0:7-Gesamtskore für Barcelona böse endete. Bereits nach dem Hinspiel auswärts in der Allianz Arena war nach einem 0:4 Hopfen und Malz verloren. Dass man dem späteren Champions-League-Sieger auch zu Hause unterlegen war und mit 0:3 verlor, macht das Ganze nur noch schlimmer.

Alle Tore des Hinspiels im Video:

Thomas Müller heizt nach Spielschluss den Fans ein. Im Bild auch zu sehen: Xherdan Shaqiri (4. v. l.).
4 Bilder
Den Barça-Spielern bleibt nur der Dank an die mitgereisten Fans.
Ernüchterung und Ratlosigkeit machen sich breit.

Thomas Müller heizt nach Spielschluss den Fans ein. Im Bild auch zu sehen: Xherdan Shaqiri (4. v. l.).

Keystone