Grosser Empfang für die Eisgenossen

Tausende von Fans mit unzähligen Schweizer Fahnen, Kuhglocken und Trompeten sorgten am Montagnachmittag am Flughafen Kloten für einen triumphalen Empfang des Schweizer Nationalteams, das in den letzten zwei Wochen an der WM in Schweden für Furore gesorgt hatte.

Drucken
Captain Mathias Seger erfüllt Autogrammwünsche. (Bild: Keystone)

Captain Mathias Seger erfüllt Autogrammwünsche. (Bild: Keystone)


Der Traum von WM-Gold war zwar am Sonntag kurz vor 23.00 Uhr und dem 1:5 im Final gegen Gastgeber Schweden ausgeträumt. Doch diese erste Niederlage − nach zuvor neun Siegen in Folge − tat 16 Stunden später der Party-Laune und dem Enthusiasmus der zu Tausenden nach Kloten angereisten Fans ebenso keinen Abbruch wie die um eine halbe Stunde verspätete Landung der «Eis-Nati». Dem Team von Nationaltrainer Sean Simpson wurde ein goldiger Empfang bereitet.

«Unglaublich, was hier abgeht. Dieser Empfang überwältigt mich total und führt dazu, dass sich auch das WM-Silber grossartig anfühlt. Wenn man diese Emotionen der Fans hier sieht, wird man sich erst richtig bewusst, was wir erreicht haben», sagte Captain Mathias Seger, der als Erster aus dem Flughafengebäude getreten war. Erst als Letzter genoss Sean Simpson, der Baumeister des als sensationell zu wertenden Erfolgs, das Bad in der Menge. «Ich bin so stolz, dieses Team coachen zu dürfen. Ich danke allen in der Schweiz und denen, die uns hier empfangen, für die riesige Unterstützung. Ein Super-Moment», befand der gebürtige Kanadier, der bald auch die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten wird.

Gar von den «schönsten zwei Wochen meines Lebens» sprach Roman Josi. Der zum wertvollsten Spieler der Weltmeisterschaft gewählte Berner gab zu, nach dem Final zunächst schwer enttäuscht gewesen zu sein, «denn wir wollten Gold. Doch dieser Empfang lässt uns realisieren, was wir wirklich Grosses erreicht haben. Wir sind stolz!» «Unbeschreiblich», so Reto Suri, der wie alle anderen Spieler auch stolz die Silbermedaille um den Hals trug, «was wir als Team erreicht haben. Hey, wir sind Vize-Weltmeister! Je länger die WM ging, desto mehr SMS-Nachrichten erhielt ich. Am Ende ist schier das Natel explodiert.»

Geholfen, die anfängliche Enttäuschung zu überwinden, hätten nach dem Match auch «zwei, drei Bierchen», gab Philippe Furrer zu. Man habe in Stockholm schon noch richtig gefeiert, so der SCB-Meisterverteidiger. Die Nacht sei kurz gewesen, gab auch Stürmer Simon Moser zu. «Diese WM war wunderschön. Ich werde diese Zeit nie vergessen», sagte Julian Walker.

Fast die Hälfte der Spieler, die zwischendurch selbst die Nationalhymne intonierten und sangen, wurde am Flughafen vor den Fans auf einem Podest interviewt, ehe danach individuell weitere Interviews folgten. Und zum Schluss nahmen sich alle Spieler, bevor es nach Hause und in die wohlverdienten Ferien ging, viel Zeit für die unzähligen Autogrammwünsche der Kinder. (sda)

Aktuelle Nachrichten