Die Schweizer zeigten in Leicester gegen den WM-Vierten England eine weitgehend zufriedenstellende Leistung. Am Ende gab es aber gleichwohl die 21. Niederlage im 29. Vergleich mit dem Mutterland des Fussballs. Auf einen Sieg wartet die SFV-Auswahl gegen den Weltmeister von 1966 schon seit über 37 Jahren.

Ein solches Ende wäre im King Power Stadium nicht nötig gewesen. «Wenn wir eine unserer Chancen in der ersten Halbzeit genutzt hätten, wäre es ein anderes Spiel geworden», sagte Granit Xhaka. Doch der Schweizer Stratege hält im Prinzip wenig von der Formel «hätte, wenn und aber». «Gegen einen solchen Gegner kommst du nicht zu 20 Torschüssen. Deshalb muss man auch einmal treffen. England macht dann aus zwei Chancen ein Tor, das ist der Unterschied.»

Und so blieb Xhaka nur das Fazit: «Es sind immer diese Spiele, die wir am Schluss dann leider doch nicht packen. Gott sei Dank ist es um nichts gegangen.» Neben der Enttäuschung über das Resultat bleibt bei Xhaka und Co. aber auch die Zufriedenheit über eine ordentliche Leistung zurück. «Wir haben vieles sehr gut gemacht», so der Arsenal-Professional.

Länderspiel: Schweizer Nati zufrieden mit der Leistung

Nach dem Spiel antwortet Vladimir Petkovic auf die Frage, ob er überrascht gewesen sei, dass die Schweiz so oft im Ballbesitz gewesen war.

Die Bilder von der Partie Schweiz - England:

Das Spiel in Leicester diente Trainer Vladimir Petkovic dazu, einige Dinge auszuprobieren. Er nahm im Vergleich zum 6:0 gegen Island beim Auftakt in der Nations League am vergangenen Samstag vier Wechsel vor und änderte vor allem das System. Er liess sein Team statt im gewohnten 4-2-3-1 in einem 3-5-1-1 spielen. «Das kann ein System sein, das zu uns passt», sagte Xhaka. «Wir haben so einmal in einem Testspiel in Griechenland gespielt und ein paar mal so trainiert. Es kann klappen, wenn wir es intensiv trainieren.» Dieses System könne auch eine Lösung sein, «gegen Mannschaften, die nur hinten hinein stehen», so Xhaka.

Xherdan Shaqiri agierte auch im neuen System – Petkovic sprach von einer «Variante B» – zentral hinter der Sturmspitze. Er zeigte auf dieser Position auch in England eine gute Leistung. «Ich habe auf dieser Position mehr Freiheiten als auf dem Flügel. Ich bin besser anspielbar, kann befreiter spielen und mehr in die Tiefe laufen. So kann ich der Mannschaft helfen.»

Xherdan Shaqiri kam nicht an der Verteidigung vorbei.

Xherdan Shaqiri kam nicht an der Verteidigung vorbei.

Trotz Niederlage war auch der Offensivspieler des FC Liverpool einigermassen zufrieden mit sich und dem Team. Die Schweiz habe durchaus Eindruck hinterlassen, so Shaqiri. «Die Engländer haben gesehen, dass wir eine starke Mannschaft sind, die guten Fussball spielt. Die hätten wohl nicht gedacht, dass wir zu so vielen Chancen kommen.» Die besten Gelegenheiten hatte er selber: Nach sieben Minuten traf er den Pfosten und Mitte der zweiten Halbzeit hatte er die einzige Schweizer Chance zum Ausgleich.

Alles in allem zogen die Schweizer ein positives Fazit über diese erste Nationalmannschaftswoche nach der WM in Russland und den vielen Debatten rund um den SFV. «Wir haben zwei sehr gute Spiele gezeigt. Auch gegen ein starkes England waren wir mit Sicherheit nicht die schlechtere Mannschaft», sagte Xhaka. Und vor allem: «Nach allem, was nach der WM gesagt und geschrieben worden war, gab es nie Unruhe unter den Spielern oder mit dem Staff. Es waren gute Tage, so können wir vorwärts schauen und mit positiven Eindrücken zu den Klubs zurückkehren.»