Eishockey NHL
Goldener Herbst einer Karriere: Mark Streit wechselt zu den Pittsburgh Penguins

Im Dezember wird Mark Streit 40 Jahre alt. Nun wechselt er vor Beginn der Playoffs von den Philadelphia Flyers zu den Pittsburgh Penguins. Es ist Zeit für seine erste Stanley-Cup-Trophäe.

Klaus Zaugg
Drucken
Teilen
Mark Streit spielt nicht mehr für die Philadelphia Flyers.

Mark Streit spielt nicht mehr für die Philadelphia Flyers.

Keystone

Zu alt? Im US-Sport ist der Respekt vor grossen Spielerpersönlichkeiten grösser als bei uns. Nach dem Alter wird nicht gefragt. Sondern nur: Was kann einer für eine Mannschaft leisten?
Mathias Seger (39) verpflichten? SCB-Sportchef Alex Chatelain oder HCD-General Arno Del Curto sind nicht einmal auf den Gedanken gekommen.

In der NHL sind hingegen erfahrene Verteidiger im Hinblick auf die Playoffs begehrt. Sie können das entscheidende Teilchen in einem Stanley-Cup-Puzzle sein. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass Spielertypen wie Mark Streit kurz vor den Playoffs das Team wechseln.

Zwei Beispiele zeigen, dass der Transfer von Philadelphia (via Tampa) nach Pittsburgh Mark Streit die späte Krönung seiner Karriere bescheren könnte.

Wie Blake oder Bourque

Am 21. Februar 2001 holte Colorado kurz vor Torschluss Rob Blake. Der Captain der Los Angeles Kings war damals 30. Ein paar Wochen später stemmte er seinen ersten Stanley-Cup in die Höhe.

Ray Bourque war der beste NHL-Verteidiger seiner Epoche. Im Frühjahr 2000 bat er Boston, für das er 21 Jahre lang verteidigt hatte, um einen Transfer zu einem Team mit Stanley-Cup-Chancen. Am 6. März wechselte Bostons Captain nach Colorado, im Frühjahr 2001 gewann er im Alter von 40 Jahren doch noch seinen Stanley-Cup.

Bei den Pittsburgh Penguins wird Streit an der Seite des weltbesten Eishockeyspielers Sindey Corsby auflaufen.

Bei den Pittsburgh Penguins wird Streit an der Seite des weltbesten Eishockeyspielers Sindey Corsby auflaufen.

Keystone

Teams, die vor dem Verpassen der Playoffs stehen, transferieren ihre alten Spieler im Zuge eines Neuaufbaus oft zu Konkurrenten, die ihre Mannschaft im Hinblick auf die Playoffs gezielt ergänzen/verstärken. Für Pittsburgh ist Mark Streit ein hochkarätiger Ergänzungsspieler.

Jakob bekam einst von Esau für eine Linsensuppe das Erstgeburtsrecht. Später sah er gar die Himmelsleiter. Die Chancen, dass der «Billig-Transfer» für Pittsburgh (der Titelverteidiger musste im Tausch nur ein Draftrecht hergeben) und Mark Streit ein ähnlich gutes Geschäft wird wie das Erstgeburtsrecht für Jakob und dass er die Leiter in den Stanley-Cup-Himmel sehen wird, sind erheblich.

Späte Krönung

Selbst wenn es Mark Streit in Pittsburgh nicht zum Stanley-Cup reicht, so wird er doch einmal erzählen können, er habe das Powerplay mit Sidney Crosby, dem besten Spieler der Welt, dirigiert. Der Transfer ist so oder so die späte Krönung seiner Karriere. Auch die Chancen auf einen neuen Vertrag haben sich durch diesen Transfer verbessert.

Der ehemalige SCB-Junior wird nach dieser Saison «free Agent». Er kann den neuen Klub frei wählen und sein neuer Arbeitgeber muss dem alten Klub keine Kompensation leisten. Mark Streits Agent Pat Brisson ist der einflussreichste der Branche. Auch Sidney Crosby ist sein Klient. Er wird Mark Streit noch einmal einen Einjahres-Kontrakt für gut zwei Millionen aushandeln – in Pittsburgh oder anderswo. Diese Saison verdient der ehemalige Nationalmannschafts-Captain vier Millionen Dollar.

Aktuelle Nachrichten