FC Basel
Goalie Navas verhindert die Sternstunde von Embolo

Der 17-jährige Breel Embolo zeigt auch gegen Real Madrid sein aussergewöhnliches Talent. Nur knapp verpasste er den Ausgleich zum 1:1.

Markus Brütsch
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Breel Embolo scheitert an Keylor Navas.

Breel Embolo scheitert an Keylor Navas.

Keystone

Am Ende trottet er etwas traurig zum Mittelkreis. 0:1 hat er mit dem FCB gegen Real Madrid verloren. Toni Kroos schüttelt ihm die Hand und denkt wohl: Wow, das wird mal einer! Breel Donald Embolo hatte soeben einen weiteren Nachweis seines Talents erbracht. Das Zeugnis:

90 Minuten gespielt.

Torabschlüsse: 2. Auf das Tor: 1.

Pässe: 22. Davon angekommen: 16.

Passgenauigkeit: 73 Prozent.

Zwei Mal im Offside gestanden.

Zwei Mal gefoult, zwei Fouls.

Zurückgelegte Distanz: 10 441 Meter.

Es gab alles: Embolos Angriff aufs Real-Tor.

Breel Embolo ist keiner, der sich in seiner Laufbahn viel Zeit lässt. Eben erst 17 Jahre alt geworden, hatte er am 16. März dieses Jahres in der Super League debütiert und nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Aarau gerade einmal vier Minuten für seine Torpremiere gebraucht. «Embolo wer?», fragte sich danach die Fussball-Schweiz, als die Meldung die Runde machte, beim FCB sei ein neuer Stern aufgegangen.

Nur ein halbes Jahr später gab Embolo in der Champions League seinen Einstand – wie es sich für ihn gehört, im Bernabeu gegen Real Madrid. Andere Basler wie Marco Streller oder Benjamin Huggel hatten 27 und 26 Jahre alt werden müssen, bis zum ersten Spiel in diesem Wettbewerb. Aber selbst in der Königsklasse fackelte Embolo nicht lange und machte sich schon bald zum Torschützen, dem sechsjüngsten in der Historie dieses Wettbewerbs. Lediglich 222 Minuten hatte er total gebraucht, bis ihm in der 34. Minute gegen Ludogorez dank Durchsetzungsvermögen das wegweisende 1:0 gelang.

Begehrtes Sturmjuwel

Embolo war nicht mehr nur in der Schweiz ein Gesprächsthema. Längst waren die grossen Klubs im Ausland auf das 71 Kilogramm schwere und 184 Zentimeter grosse Sturmjuwel aufmerksam geworden. Nur gut, gelang dem FCB nun die Vertragsverlängerung mit dem KV-Stift bis Ende 2017. Vermutlich wird die Ruhe aber nicht lange anhalten.

Breel Embolo: Die besten Momente 2014.

Denn auch gestern, gegen die beste Mannschaft der Welt, im Schaufenster des ganzen Fussball-Globus, zeigte Embolo, welch aussergewöhnliches Talent er ist. Nicht, dass ihm gegen den Titelverteidiger nun der ganz grosse Wurf gelungen wäre. Doch wie er sich über neunzig Minuten als einzige Sturmspitze präsentierte und behauptete, war erstaunlich. Dies, obwohl er es in den Direktduellen mit den beiden Weltklasseverteidigern Raphael Varane und Sergio Ramos zu tun bekommen hatte. Französischer Nationalspieler der eine, 124-facher spanischer Internationaler, Europa- und Weltmeister der andere.

Embolo scheute keinen Zweikampf

Embolo gab alles und scheute keinen Zweikampf. Hatte er gegen Ludogorez den beinharten Moti zur Auswechslung gezwungen, so bekam diesmal Fábio Coentrão die Physis des Baslers zu spüren und musste lange gepflegt werden. Allerdings rächte sich der Portugiese später mit gestrecktem Bein – und auch Embolo brauchte Pflege.

Fábio Coentrão foult Breel Embolo.

Ans Aufgeben dachte er indes nicht und zwanzig Minuten später wäre ihm dann beinahe doch die super Aktion gelungen, als er Varane entwischte, allein vor Goalie Keylor Navas aber den Ball nicht am Costa Ricaner vorbeibrachte. Doch bei Embolo ist man sich sicher: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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