Giro d'Italia

Giro-Start: Primoz Roglic fordert Vincenzo Nibali - Pascal Ackermann hofft auf Etappensiege

An der Tour de Romandie konnte er schon brillieren, nun möchte der Slowene Primoz Roglic auch am Giro d'Italia überzeugen.

An der Tour de Romandie konnte er schon brillieren, nun möchte der Slowene Primoz Roglic auch am Giro d'Italia überzeugen.

Beim 102. Giro d'Italia könnte ein packender Kampf um das begehrte Maglia Rosa entbrennen, den vor allem der ehemalige Skispringer und Slowene Primoz Roglic prägen dürfte. Doch auch der Italiener Vincenzo Nibali und der Deutsche Pascal Ackermann haben ein Wörtchen mitzureden.

Primoz Roglic als vermeintlicher Überflieger, Vincenzo Nibali als große Hoffnung der Tifosi - und der deutsche Meister Pascal Ackermann als hungriger Debütant: Der 102. Giro d'Italia verspricht ab Samstag einen aufregenden Kampf um das begehrte Maglia Rosa und wird für den aufstrebenden Sprinter aus der Pfalz das erste dreiwöchige Abenteuer seiner noch jungen Laufbahn.

In Bologna beginnt das Rennen um die elegant gestaltete Trofeo Senza Fine mit einer kurzen, aber anspruchsvollen Prüfung für die Favoriten auf den Gesamterfolg und endet am 2. Juni wieder mit einem Einzelzeitfahren in Verona nur gut 140 km nördlich des Startortes.

Der Kurs über insgesamt 3518,5 km, die den 176 Radprofis aus 22 Mannschaften zugemutet werden, könnte so in einem Showdown münden. «Wir alle beginnen bei Null, wir haben alle dieselben Chancen», sagt Ex-Skispringer Roglic (29).

Höhere Erwartungen als gewohnt

Während der Slowene nach seinem kometenhaften Aufstieg der vergangenen beiden Jahre für viele Beobachter der größte Anwärter auf den Gesamtsieg ist, liegen auf Ackermann im Team Bora-hansgrohe höhere Erwartungen als sie ein Debütant bei einer großen Landesrundfahrt normalerweise zu tragen hat. «Bei mir wird es kein Reinschnuppern. Wir gehen hin, um Etappen zu gewinnen», sagt er im SID-Gespräch.

Schon am Sonntag beim zweiten Abschnitt von Bologna nach Fucecchio könnte seine Stunde schlagen. Doch der Italiener Elia Viviani (Deceuninck-Quick Step) oder der Australier Caleb Ewan (Lotto-Soudal) sind harte Widersacher.

«Wenn das Ziel Etappensieg erreicht ist, wird der Rest eine Art Selbstläufer", sagt Ackermann, der durchaus mit Ehrfurcht an die bevorstehende Tortur denkt: "Ich habe schon einen Riesenrespekt.»

Der kommende Star der Szene

Sein Teamchef Ralph Denk ist zuversichtlich, da auch der jüngste Formtest mit dem Triumph beim Maiklassiker in Frankfurt/Main glückte. Er sieht in Ackermann einen kommenden Star der Szene.

«Er kann ein Dominator im Sprint werden", sagt Denk, übt aber nicht zu viel Druck auf den Senkrechtstarter aus dem südpfälzischen Kandel aus: "Ein Etappensieg wäre geil. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.»

Anders geht Roglic seine Aufgabe an: Er startet, um zu triumphieren. Der Kapitän des niederländischen Teams Jumbo-Visma präsentierte sich im Frühjahr in prächtiger Verfassung, reihte Sieg an Sieg.

Die Sehnsucht der Tifosi

Daher können ihn auch die bevorstehenden über 40.000 Höhenmeter - letztmals gab es vor sieben Jahren ähnlich viele - nicht schrecken. «Der Giro sieht hart aus, aber ich bin auf jedem Terrain gut», sagt er.

Bissige Attacken dürften ihn auch vom «Hai von Messina» erwarten. Routinier Nibali (34/Bahrain-Merida) nimmt Anlauf, um die Italien-Rundfahrt nach 2013 und 2016 zum dritten Mal für sich zu entscheiden, er verkörpert die Sehnsucht der Tifosi.

Der Sizilianer könnte der älteste Gesamtsieger der Giro-Geschichte werden, setzt jedoch auf Understatement. "Ich möchte nicht mehr sagen, als dass ich ein schönes Ergebnis anstrebe", betont er.

«Es wird ein richtig großer Fight»

Das Rennen um den Gesamtsieg wollen aber noch einige andere beeinflussen. Der Brite Simon Yates (Mitchelton-Scott) etwa, den 2018 die Wunderfahrt von Chris Froome vom Thron stieß, oder Tom Dumoulin (Sunweb), der mit ausgeprägter Zeitfahrexpertise ausgestattete Giro-Gewinner von 2017.

Nicht zu vergessen der Kolumbianer Miguel Angel Lopez (Astana) und der Spanier Mikel Landa (Movistar). «Es wird ein richtig großer Fight», sagt Roglic.

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