Ski Alpin
Gewinnt Lara Gut in Sölden? Wenn ja, dann bestimmt mit einem Lächeln

Wie Lara Gut den Rummel um ihre Person vor dem Saisonstart vom Samstag bewältigt.Beinahe wäre die Gesamtweltcupsiegerin zum Skieur d'Or gewählt worden - doch es überrascht wenig, dass sie Marcel Hirscher unterlag.

Richard Hegglin, Sölden
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Lara Gut bei guter Laune in Sölden.GIAN EHRENZELLER/Keystone

Lara Gut bei guter Laune in Sölden.GIAN EHRENZELLER/Keystone

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Weltcupsiegerin werden ist nicht schwer, Weltcupsiegerin sein dagegen sehr. Könnte man meinen in Anlehnung an den Aphorismus von Wilhelm Busch. Der Medienstress für Lara Gut in Sölden vor dem Start heute in die neue Saison ist gross. Ein Team des Fernsehens begleitet sie für eine Dokumentation fast nonstop. Der Aufwand für die junge Tessinerin ist happig – ihr Programm fast schon an der Grenze des Vertretbaren.

Aber, man staune, nicht für Lara Gut. Die 25-Jährige bewältigt das Spiessrutenlaufen mit einem Lächeln und einer Portion Ironie.

Das Programm im Detail: Donnerstagnachmittag: Grosser Auftritt an der Medienkonferenz ihres Ausrüsters Head mit Dutzenden von Interviews und Gesprächen über x-mal das gleiche Thema. Und am andern Tag nochmals ein Frag- und Antwortspiel mit EuropasportLegende Nick Fellows im Rahmen des «Forum alpinum». Das Medientreffen mit dem Schweizer Team, wo sie sonst immer dabei ist, liess Lara Gut dann aber aus.

Die grosse Show

Lara Gut ganz locker. Das ist nicht immer so. Doch in Sölden nimmt sie den Wirbel um ihre Person gelassen: «Ich hatte einen guten Sommer. Warum soll ich mich schon am ersten Tag der Saison nerven lassen.» Also eher Plausch als Stress? «Sölden ist immer ein bisschen viel Show. Manchmal geht fast vergessen, dass am Samstag ein Rennen ist.»

Geduldig beantwortet Lara Gut alle Fragen. Selbst dann, wenn es zum x-ten Mal die gleichen sind. Diese Zeit muss sein. «Ich habe schon nicht Zeit für alles», sagt sie. «Anderthalb Stunden sind einberechnet, anschliessend gehe ich in die Physio.»

Gegen Hirscher verloren

Dann steht schon der nächste Termin für Lara Gut an. Wohin sie müsse, wird sie gefragt. «Ich muss gar nichts. Ich habe zugesagt und gehe freiwillig – das ist ein Unterschied.» Also litt die Vorbereitung auf das Rennen nicht darunter? «Bei guter Organisation geht nicht so viel Energie verloren.»

Um einen Termin kam Lara Gut aber herum. Bei der Wahl des «Skieur d’Or» (eine Auszeichnung für die Skifahrerin oder den Skifahrer der vergangenen Saison) verlor sie gegenüber Marcel Hirscher knapp um fünf Stimmen. Was sich wahltechnisch erklären lässt: Von den 120 stimmberechtigten Journalisten kommen 54 aus Österreich und nur 32 aus der Schweiz. Von diesen hat aber zumindest einer von einer grossen Zeitung mit Garantie gegen sie gestimmt.

Bei der Ehrung dann fehlte Marcel Hirscher. Er hatte keine Zeit! Wetten, dass Lara Gut insgeheim geschmunzelt hat?