Eishockey NLA

Gewankt, aber nicht gefallen: Der SC Bern gleicht die Serie gegen Servette aus

Der SC Bern gleicht die Playoff-Viertelfinal-Serie gegen Servette mit einem 3:2-Sieg nach Verlängerung aus. Die zweite Partie der Serie entwickelte sich zu einem veritablen Playoff-Drama.

Wer hätte das gedacht? Qualifikationssieger SC Bern hat gegen das auf den letzten Drücker in die Playoffs gekommene Servette Genf alle Hände voll zu tun. Nach der 0:2-Heimniederlage zum Auftakt kam der grosse Favorit auch im zweiten Viertelfinal-Duell nicht wie gewünscht auf Touren.

Aber er behielt diesmal trotz grösster Mühe das bessere Ende für sich. Mark Arcobello traf in der 6. Minute der Verlängerung nach einem mustergültig vorgetragenen Konter zum erlösenden 3:2. Damit haben die Berner die Serie in extremis auf 1:1-Siege ausgeglichen und den Heimvorteil wieder zurückgeholt.

Das zweite Aufeinandertreffen der auf dem Papier so ungleichen Kontrahenten entwickelte sich zu einem veritablen Playoff-Drama. Das damit begann, dass Servette, sichtlich beflügelt vom samstäglichen Auswärtssieg, den SC Bern im ersten Drittel nach allen Regeln der Kunst dominierte – aber trotzdem mit einem 0:1-Rückstand in die Garderobe musste.

19:4 Schüsse, Spielstand: 0:1

Wie war das möglich? 19:4 lautete das Schussverhältnis nach 20 Minuten zugunsten der Genfer. Doch nur Tristan Scherwey war auf der anderen Seite erfolgreich gewesen. Der SCB-Flügel reagierte nach einem Bullygewinn von Gaetan Haas am schnellsten und versenkte den leicht abgelenkten Puck im Lattenkreuz.

Es passte, dass die Servettiens zu jenem Zeitpunkt in Überzahl agierten. So deutlich die optischen Vorteile waren: Die Mannschaft von Headcoach Chris McSorley agierte im Abschluss viel zu unpräzis und unentschlossen.

Erst im zweiten Drittel fanden die zunächst völlig neben der Spur agierenden und verunsicherten Berner ins Spiel. Allerdings erst, als die Schiedsrichter nach einer Videokonsultation Mark Arcobellos vermeintlichen Treffer zum 0:2 aberkannt hatten.

Der zweite Treffer zählt

Thomas Ruefenacht war vorher unsanft in Servette-Keeper Robert Mayer gedonnert. Aber jener für ihn ungünstige Entscheid schien den zuvor so lethargischen SCB endlich zu wecken. Die zweite Hälfte des mittleren Abschnitts gehörte nun klar der Mannschaft von Headcoach Kari Jalonen, die ihren Effort schliesslich doch noch mit dem zweiten Treffer belohnt sah. Simon Moser luchste John Fritsche den Puck ab und bediente Arcobello mustergültig. Der Berner Topskorer liess sich nicht zweimal bitten. Diesmal zählte der Treffer, der 40 Sekunden vor der zweiten Sirene fiel.

Doch wer gedacht hätte, dass sich die Genfer durch den für sie so unglücklichen Lauf der Dinge aus dem Konzept bringen lassen, der täuschte sich gewaltig. Lange Zeit schien es zwar, als ob der SCB die 2:0-Führung über die Runden bringen würde.

Alles wieder offen

Doch mitten in einer Phase, in welcher die Jalonen-Truppe alles im Griff zu haben schien, traf Kevin Romy mittels schönem Ablenker zum 1:2 und hauchte den zuvor zunehmend müder gewordenen Servettiens wieder neues Leben ein. Und sie hatten auch Glück: Der omnipräsente Arcobello traf kurz nach dem Genfer Anschlusstreffer nur den Pfosten. Etwas mehr als zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit stand die Patinoire des Vernets dann endgültig Kopf.

Juraj Simek verwertete einen Abpraller des nicht immer sicher wirkenden SCB-Keepers Leonardo Genoni zum 2:2. Als SCB-Verteidiger Eric Blum kurz darauf nur den Innenpfosten traf, da schien das Glücks-Pendel erneut zugunsten der Servettiens auszuschlagen.
Mark Arcobello hatte aber etwas dagegen. Sein wunderbarer Hocheckschuss in der Verlängerung sorgte dafür, dass der wankenden Riese nicht ein zweites Mal auf die Schnauze fiel. Es beginnt alles wieder bei Null.

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