Den Auftakt ins Formel-E-Abenteuer hat sich Fabio Leimer sicher anders vorgestellt. Eigentlich war er für das erste Rennen in Peking als zweiter Fahrer des japanischen Teams Amlin Aguri vorgesehen.

Doch dann wurde er kurzfristig zum Ersatzfahrer degradiert. Dies nicht etwa wegen ungenügenden Leistungen oder einem anderen Grund, den Leimer selbst hätte beeinflussen können.

Wieder einmal war das Geld der entscheidende Faktor. Beim ersten Rennen in der Meisterschaft für Formelwagen mit Elektromotoren wollte das japanische Team, bei dem Leimer unter Vertrag steht, einen japanischen Fahrer im Cockpit haben.

Dies, um bei möglichen Sponsoren zu punkten. «Es ist verständlich, dass Takuma Sato eingesetzt wurde und nicht ich. Die Rennserie ist noch jung und das Team braucht Geld. Das ist kein Problem für mich», bleibt der GP2-Weltmeister von 2013 gelassen. Der 25-Jährige war in Peking dennoch vor Ort, half dem Team beim Einstellen des Setups und betreutedie Sponsoren. Zudem hat er ein paar Taxifahrten gemacht.

Zukunft in Formel E offen

Obwohl Leimer nicht ins Renngeschehen eingreifen konnte, zieht er ein positives Fazit vom ersten Rennwochenende in der Formel E: «Unserem Team ist es nicht schlecht gelaufen, auch wenn wir wegen eines technischen Defekts nicht ins Ziel kamen. Obwohl die Rennserie sehr kurzfristig auf die Beine gestellt wurde, hat das Meiste überraschend gut geklappt und ich bin mir sicher, dass daraus eine attraktive Meisterschaft entstehen kann.»

Derzeit steht noch nicht zu 100 Prozent fest, ob der Rothrister beim nächsten Rennen im November in Malaysia zum Einsatz kommen wird. Die Verhandlungen laufen noch, aber die Chancen stünden gut, denkt Leimer.

Nach dem Rennen in Peking ist Fabio Leimer direkt ins 16,5 Flugstunden entfernte Austin (USA) geflogen, wo das nächste Rennen der Langstrecken-WM auf dem Programm steht.

Die lange Reise und die Zeitverschiebung von 13 Stunden haben viel Energie gekostet. Daher hat er nach seiner Ankunft zwei Tage Ferien gemacht, ehe er zu seinem Team Rebellion-Racing stiess.

Bei der vierten Station der Langstrecken-WM wollen Leimer und seine Teamkollegen endlich das erste zählbare Resultat einfahren. Vor allem Leimer hofft auf mehr Rennzeit, denn bisher konnte er aufgrund technischer Defekte bei drei Einsätzen nur acht Rennrunden absolvieren: «Ich wäre schon sehr froh, wenn ich ein paar Runden fahren könnte, um das Auto besser kennen zu lernen.»

Gespräche mit Formel-1-Teams

Noch immer ist unklar, in welches Cockpit sich Fabio Leimer in der nächsten Saison setzen wird. Die Gespräche mit dem Formel-1-Team Marussia sind weiterhin am Laufen. Auch mit zwei anderen Rennställen aus der Königsklasse steht das Management von Fabio Leimer in Verhandlung.

Ob und wann es zu einem Resultat kommt, ist noch unklar und hängt in erster Linie vom Erfolg der Sponsorensuche ab. Neben der Formel 1 besteht für den 25-Jährigen auch die Option, ein weiteres Jahr in der Langestrecken-WM-Serie anzuhängen.