Kommentar
Genau der richtige Weg

Schon seit vielen Jahren fordert der langjährige Spitzenreferee Urs Meier die Professionalisierung der Schiedsrichter. Seine Begründung: Es kann doch nicht sein, dass sich auf dem Rasen 22 Profis unter der Leitung eines Amateurs tummeln.

Markus Brütsch
Markus Brütsch
Drucken
Teilen
Auftritt auf der grossen Bühne: Massimo Busacca war der letzte Schweizer Schiedsrichter, der an der WM in Südafrika 2010 eine Partie leitete.

Auftritt auf der grossen Bühne: Massimo Busacca war der letzte Schweizer Schiedsrichter, der an der WM in Südafrika 2010 eine Partie leitete.

freshfocus

Ergo: Auch Schiedsrichter müssen Vollprofis sein, wollen sie ihrer Aufgabe gerecht werden und so fehlerfrei wie möglich arbitrieren.

In England, wo dank des Fernsehens Geld keine Rolle spielt, sind die Schiedsrichter längst Profis. Nur: Wer sich regelmässig die Übertragungen aus der Premier League anschaut, staunt, wie fehlerhaft auf der Insel gepfiffen wird. Kein Wochenende, an dem nicht harsche Kritik auf die Unparteiischen herniederprasselt.

Nimmt man die Leistungen zum Massstab, welche die Schweizer Schiedsrichter in diesen Monaten in der Super League abliefern, stellt man fest: Sie sind sogar besser als ihre englischen Kollegen. Dieser Vergleich ist zwar eine Momentaufnahme, nicht aber das Bild, das die Engländer seit einigen Jahren abgeben. Daraus lässt sich ableiten: Vollprofis sind nicht per se die besseren Schiedsrichter. Der beste deutsche Schiedsrichter Felix Brych sagt, er brauche die 50 Prozent Arbeit in seinem angestammten Job, um auf dem Platz seine Bestleistung zu bringen.

Deshalb tun die Schweizer mit ihrer Teilprofessionalisierung der Schiedsrichter jetzt genau das Richtige. Zwar sind bereits die jetzigen Spielleiter der Super League keine Amateure mehr, doch mit den optimierten Rahmenbedingungen und Strukturen sind nun Voraussetzungen für eine weitere Leistungssteigerung geschaffen worden.

Damit werden Schweizer Schiedsrichter eher früher als später auch wieder in der Champions League oder bei Endrunden zu sehen sein. Was sich wiederum positiv auf ihre Performance in der Super League wie auch sehr motivierend auf den Schiri-Nachwuchs auswirken wird.