Coronakrise

Für die Eishockeyklubs steht noch vieles in den Sternen – und Geisterspiele sind für sie schon gar keine Lösung

Geisterspiele wie hier im Zürcher Hallenstadion, aber auch Spiele mit nur wenigen Zuschauern, ergeben für die Eishockeyklubs keinen Sinn.

Geisterspiele wie hier im Zürcher Hallenstadion, aber auch Spiele mit nur wenigen Zuschauern, ergeben für die Eishockeyklubs keinen Sinn.

Niemand weiss, ob der Hockey-Start am 18. September möglich ist. Es kann sein, dass es erst am 1. Januar los geht.

Wenn im August und September bei sommerlichen Temperaturen Hockey in kühlen Stadien gespielt wird, zieht manchmal Nebel über dem Eisfeld auf und nimmt allen die Sicht. Ungefähr so sieht es in diesen Tagen in den Büros der Hockeymanager aus. Nie seit Einführung der Playoffs 1986 war die Lage so undurchsichtig wie im Sommer 2020. Für Liga-Manager Denis Vaucher gleicht das Aufgleisen der kommenden Meisterschaft einem Stochern im Nebel. Er weiss nicht, ob die Meisterschaft wie geplant am 18. September beginnt und wie viele Partien gespielt werden können. Planspiele laufen sogar für einen Meisterschaftsstart am 1.Januar 2021.

Kurz: Es gibt keine Planungssicherheit. Denis Vaucher sagt:

Aber es liege nach wie vor kein Entscheid vor, was dann ab September tatsächlich möglich sei. Die medizinische Abteilung des Verbandes erarbeite ein Schutzkonzept, das jeder Klub in Zusammenarbeit mit dem Stadionbetreiber und den Behörden umsetzen müsse.

Zuschauerzahl an Stadiongrösse anpassen?

Die Hockey-Manager hängen also in der Luft. Sie sind völlig von den nicht vorhersehbaren Entwicklungen der Viruskrise und den daraus resultierenden politischen Entscheidungen abhängig. Was die Sache erschwert: inzwischen ist die Entscheidungshoheit vom Bund wieder auf die Kantone über­gegangen. Es gibt in dieser Sache keine einheitlichen, landesweit gültigen Regelungen mehr.

Unsere beiden höchsten Ligen verteilen sich auf 14 Kantone. Die Bedingungen werden von 14 verschiedenen Regierungen diktiert. Denis Vaucher gibt zu bedenken, dass eine generelle Begrenzung auf 1000 Zuschauer keinen Sinn mache. Weil die Stadionkapazitäten so unterschiedlich sind (17031 in Bern, 6000 in Langnau). «Wenn schon müsste die Anzahl Zuschauer der Stadiongrösse angepasst werden.» In Bern könnten Sicherheitsmassnahmen wahrscheinlich mit 10 000 Zuschauern gewährleistet werden, in Langnau für vielleicht 3000.

TV-Einnahmen sind zu gering

Es gibt zwar noch keinen formellen Entscheid. Aber die Klubvertreter sind sich einig, dass «Geisterspiele» mit 1000 Zuschauern (wie aktuell im Fussball) keinen Sinn machen. Die TV-Einnahmen (für die beiden höchsten Ligen und die Verbandsadministration rund 35 Millionen) sind viel zu gering. Beim SC Bern macht das TV-Geld knapp fünf Prozent der Einnahmen aus. Eine mögliche Lösung: die Meisterschaft beginnt trotz Einschränkungen am 18.September. In der Hoffnung, dass es bald zu Lockerungen kommt.

Horrorvorstellung Geisterspiele.

Horrorvorstellung Geisterspiele.

Denis Vaucher stellt klar, dass der Entscheid vier bis fünf Wochen vor Beginn der Saison fallen müsse. «Damit noch rund ein Monat Vorbereitungszeit bleibt.» Ein entsprechender definitiver Entscheid werde an einer Ligaversammlung gefällt. «Die nächste Zusammenkunft ist am 27.August geplant. Aber das ist wahrscheinlich zu spät. Wir müssen wohl im Rahmen einer ausserordentlichen Ligaversammlung den Saison­beginn festlegen. Es bestehen provisorische Spielpläne mit verschiedenen Starts: 1.Oktober, 1.November, 1.Dezember und 1.Januar.»

Wegen der WM ist der Spielraum nicht so gross

Spielplan-General Willi Vögtlin verrät die Details: «Wenn wir bis zum 1.November starten können, ist es noch möglich, die vorgesehenen 52 Qualifikationspartien zu spielen. Ab dem 1.Dezember sind noch 44 Quali­spiele möglich und ab dem 1.Januar werden es lediglich 33 sein.» Weil die WM erst am 21. Mai beginnt – zwei Wochen später als üblich – gibt es im Frühjahr etwas mehr Spielraum. Je nachdem wie viel WM-Vorbereitungszeit dem Nationalteam eingeräumt wird, können die Playoffs auf den Modus «Best of Five» oder gar «Best of three» verkürzt werden.

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