Langlauf

Geht Dario Cologna zur Reha ins Höhentraining?

Nach dem neuerlichen Tiefschlag will Dario Cologna rasch wieder aufstehen.

Nach dem neuerlichen Tiefschlag will Dario Cologna rasch wieder aufstehen.

Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden bei der Tour de Ski könnte Dario Cologna die Zwangspause zu einem Experiment nutzen.

Dario Cologna kommt um die Höchststrafe herum. Bei der Wadenverletzung, die er sich am Samstag während der zweitletzten Etappe der Tour de Ski im Val di Fiemme zugezogen hat, handelt es sich nicht um einen Muskelfaserriss, sondern «nur» um eine höhergradige Zerrung. Dies ergab eine MRI-Untersuchung am Sonntagnachmittag in Davos. Damit wird Cologna rund drei Wochen nicht normal trainieren können, sondern ein alternatives Programm mit Rehabilitierungstraining bestreiten.

Höhentraining birgt gewisse Risiken

Die genauere Planung dieser Phase wird in den nächsten Tagen erfolgen. Die zentrale Frage ist dabei, in welcher Form sich die Rehabilitierung mit dem geplanten Höhenblock vereinbaren lässt. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang testen Cologna und einige Teamkollegen in dieser Saison ohne Titelkämpfe versuchsweise den Einsatz von Höhentraining. Nach zwei entsprechenden Trainingslagern während der Saisonvorbereitung hatte Cologna in den kommenden Wochen einen weiteren Block mit Übernachtung auf Muottas Muragl auf 2450 m ü. Meer und Training im Oberengadin vorgesehen.

Der Langlauf-Chef bei Swiss-Ski, Hippolyt Kempf, plädiert dafür, nach Möglichkeit trotz der Verletzung an der Idee eines neuerlichen Höhenblocks festzuhalten. «Auch wenn sich die körperliche Belastung des Reha-Trainings nicht unmittelbar mit jener im normalen Training vergleichen lässt, können wir daraus im Hinblick auf die Olympiasaison lernen», sagt er. Beim Höhentraining nutzen die Athleten den Sauerstoffmangel wegen des geringeren Luftdrucks für einen Trainingseffekt. Gleichzeitig birgt dieses Vorgehen gewisse Risiken, wenn die Trainingsintensität und die Erholungszeit nicht an die Höhe angepasst werden.

Rückkehr schon in Oslo?

Als Alternative zum Teamcamp im Oberengadin käme für Cologna ein simuliertes Höhentrainingslager daheim in Davos infrage. In seiner Wohnung hat er bereits ein sogenanntes Höhenzimmer zur Verfügung, in dem zum Schlafen der Sauerstoff-Gehalt künstlich reduziert wird.

Die weitere Wettkampfplanung für diese Saison soll in den kommenden Tagen erfolgen. Der ursprüngliche Kalender des dreifachen Olympiasiegers sieht am 31. Januar einen Start beim 70 km langen klassischen Volkslauf Marcialonga vor – als Vorbereitung auf das 50-km-Rennen vom 6. Februar in Oslo. Ein Sieg am Holmenkollen, wo er bei optimalem Heilungsverlauf in den Weltcup zurückkehren könnte, fehlt Cologna noch im Palmarès. Als weiteren Höhepunkt könnte der 29-Jährige die Kanada-Tour zum Saisonabschluss im März ins Visier nehmen, die in einem ähnlichen Wettkampfformat wie die Tour de Ski ausgetragen wird.

Die Verletzung am linken tiefen Wadenmuskel war im Massenstartrennen über 15 km klassisch nach gut zwei Dritteln der Distanz aufgetreten, als Cologna einen plötzlichen Schmerz verspürte. Nachdem Cologna das Rennen bis zu jenem Zeitpunkt an der Spitze mitgeprägt hatte, musste er in der Folge auf die Beinarbeit verzichten. Mit Doppelstock-Stössen schob er sich zwar noch ins Ziel, wurde aber im Feld innert weniger Minuten auf Rang 40 im Tagesklassement durchgereicht.

Für Cologna war dies umso schmerzhafter, als er auf dem besten Weg gewesen war, zum Abschluss einer wechselhaften Tour de Ski nochmals in den Kampf um einen Podestplatz in der Gesamtwertung einzugreifen.

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