Champions League
Gebührenzahler guckt in die Röhre: SRF zeigt das YB-Spiel in Turin erst nach Mitternacht

Weil das SRF nur noch am Mittwoch Champions League zeigt, gucken die Fans ohne Pay-TV heute in die Röhre. Ein Novum für den Schweizer Fussball. Doch wer Geduld hat und lange wach bleibt, kann das Spiel trotzdem in voller Länge auf SRF schauen.

Etienne Wuillemin
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Zum ersten Mal läuft heute ein Champions-League-Spiel mit Schweizer Beteiligung nur im Bezahl-TV.

Zum ersten Mal läuft heute ein Champions-League-Spiel mit Schweizer Beteiligung nur im Bezahl-TV.

KEYSTONE/WALTER BIERI

Dienstagabend, Champions League. Die Normalität sieht so aus: Basel rüstet sich für die nächste magische Nacht. Das Schweizer Fernsehen ist nah am Ball. Der FCB rauscht über die Gegner hinweg, mal muss Liverpool dran glauben, mal erhält Benfica Lissabon eine Tracht Prügel. Sascha Ruefer lobt am Mikrofon den entrückten Dauermeister, Rainer Maria Salzgeber analysiert das Geschehen auf dem Rasen. Danach erhält der Fernsehzuschauer auch noch alle anderen Champions-League-Tore serviert. So hat sich die Fussball-Welt für Sofasportler eingependelt. Jahr für Jahr.

Doch diese Welt ist nicht mehr. Dienstagabend, Champions League – Mattscheibe. Erstmals seit ihrer Einführung müssen Schweizer Fussballfans für die Königsklasse bezahlen. Mit freundlichen Grüssen von No Billag. SRF will sich das ausgedehnte Rechtepaket nicht mehr länger leisten. Live gibts nur noch am Mittwoch. Wobei man fairerweise sagen muss: Im europäischen Vergleich ist der Schweizer TV-Zuschauer damit noch immer spitzenmässig bedient.

Impressionen von Tag vor dem Spiel Juve gegen YB:

Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.
17 Bilder
Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.
Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.
Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.
Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.
Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.
YB-Trainer Gerardo Seoane hofft, dass sein Team in der Champions League mit der Aufgabe wächst.
YB-Goalie David von Ballmoos wird gegen Turin ordentlich gefordert sein.
Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.
Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.
Christian Fassnacht.
Gerardo Seoane und Steve von Bergen sprechen zu den Medien.
Marco Wölfli und Steve von Bergen führen zuvor den YB-Tross am Flughafen an.
Es folgen: Miralem Sulejmani und Guillaume Hoarau...
Mohamed Camara und Djibril Sow...
Dario Marzino und Sandro Lauper am Flughafen...
Die YB-Staff-Mitglieder Harald Gämperle und Martin Fryand warten auf das Gepäck.

Impressionen vom Berner Abschlusstraining vor dem Spiel Juventus gegen YB.

PETER SCHNEIDER

Wer die Fr. 7.50 für das Einzelspiel YB-Juventus via Swisscom TV nicht ausgeben will, wer auch kein Teleclub-Abo besitzt und wer schon gar nicht die Nerven hat für einen wackligen Internet-Stream, der von der wachsamen Uefa-Armada ohnehin gleich wieder gesperrt wird, der hat immerhin noch eine Möglichkeit – ausharren bis um Mitternacht, dann zeigt das Schweizer Fernsehen alle Tore. Und als Supplement gibts das YB-Spiel noch obendrauf, in voller Länge, mit Live-Kommentar. Wer weiss, vielleicht wird das ja ein besonderer Genuss, weil man schon weiss, wie der Berner Hochgeschwindigkeits-Fussball die hochgelobte Juventus-Equipe in Schwierigkeiten bringt. Es ist wohl nicht wirklich das wahrscheinlichste Szenario.

Nur Basel leidet weniger

Geradezu ideal ist die SRF-Mattscheibe dagegen für Menschen mit rot-blauem Herzen. Die FCB-Fans erleben dieser Tage nicht gerade die einfachste Zeit. Wenn schon eine 2:0-Führung gegen ein miserables Lugano nicht mehr für einen Sieg reicht, fällt der Verzicht auf Champions-League-Hymne und TVBilder eher leicht. All die wunderbaren Erinnerungen an die rauschenden Nächte, da tut der schleichende Niedergang nur noch mehr weh. Sehnlichst wünscht man sich die Zeiten zurück, als der FCB hochveranlagte eigene Junioren hatte, diese auf dem Platz von starken Persönlichkeiten geführt wurden. Und auch Gewissheit herrschte, dass im Hintergrund kluge Köpfe die Fäden zogen. Und natürlich war eines früher auch anders: Die Angst, dass sich der FC Basel bald hauptsächlich für die Champions League der E-Sportler interessiert, die existierte damals noch nicht.

Die Basler-Sternstunden in der Champions League: