Golfturnier der Skistars
Gebt Beat Feuz einen Ball und der «Kugelblitz» kommt in sein Element

Bei der Swiss-Ski Golf Trophy in Küssnacht am Rigi beweist der Weltcupsieger in der Abfahrt, dass er auch noch andere sportliche Talente hat.

Rainer Sommerhalder
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Beat Feuz hat auch beim Golfen das Ziel fest im Visier.
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Michelle Gisin ist die einzige Skifahrerin im Teilnehmerfeld. Aber auch sie ist eine Golf-Könnerin.
Marco Odermatt hat sein golferisches Handwerk bei Kumpel und Golf-Crack Semyel Bissig gelernt.

Beat Feuz hat auch beim Golfen das Ziel fest im Visier.

Bild: Freshfocus

Golfen gehört zu den bevorzugten Sommersportarten der Schweizer Skicracks. Von den aktuellen Fahrern brilliert der 23-jährige Nidwaldner Semyel Bissig mit einem bemerkenswerten Handicap von 5,9. Keine Überraschung also, dass sein Viererteam die 15. Austragung der Swiss-Ski Golf Trophy in Küssnacht am Rigi gewann. Die insgesamt 27 gemischten Teams aus Athleten, Gönnern, Sponsoren und Gästen sammeln an diesem Charity-Anlass primär Geld für den Schneesport-Nachwuchs. Gut 120000 Franken kommen so jährlich zusammen.

Spitzensportler messen sich nun mal gerne im Wettkampf. Folglich geht es auch auf dem Golfplatz ambitioniert zur Sache. Dass mit Didier Cuche und Bruno Kernen zwei Ehemalige zu den besten Golfern auf zwei Skiern gehören, ist nachvollziehbar. Wer sich nicht mehr über die Mausefalle oder den Hundschopf stürzen muss, hat Zeit für andere sportliche Betätigungen.

Vom ambitionierten Golfer in die Tennis-Bundesliga

Bei den Aktiven war lange Beat Feuz der Könner auf dem Golfplatz. «Es gab eine Zeit, da spielte ich wirklich fantastisch», sagt der vierfache Sieger des Abfahrts-Weltcups. Noch vor fünf Jahren stand Feuz zwischen 40- und 50-mal pro Sommer auf dem Golfplatz. Doch die Familienpflichten drängten dieses Hobby in den Hintergrund.

Beat Feuz sagt von sich, er habe überall dort Talent, «wo ein Ball im Spiel ist». Vor dem Golfen galt seine Liebe zuhause in Schangnau dem Unihockey. «Da war ich auch ziemlich gut». Seit einigen Jahren geht es für den 34-Jährigen auf dem Tennisplatz ambitioniert zu und her. Für den SV Oberperfuss spielt er als Nummer 1 im Team in der österreichischen Bundesliga. Heute Samstag steht Feuz zum dritten Mal seit Mitte Mai für das Tiroler Bergdorf im Einsatz. Seit seinem Einstieg 2015 steht die Bilanz bei 18:11-Siegen. Bis zu 60-mal pro Jahr steht der «Kugelblitz» auf dem Court.

Neben den aktuellen sportlichen Talenten stand auf dem Golfplatz auch der Blick in die Zukunft hoch im Kurs. Doch über die eigenen Ambitionen für den Olympia-Winter wollten die meisten partout nichts verraten. «Das nächste Ziel heisst Sölden und nicht Peking», sagte Medaillenkandidat Loic Meillard. Über die Olympischen Spiele in China mache er sich dann ab Ende Januar Gedanken.

Gedanken gemacht haben sich die Skicracks über andere Dinge. Etwa über Corona. Beat Feuz liess sich bereits impfen, Marco Odermatt will noch zuwarten. Oder über die Konsequenzen eines unbefriedigenden Winters, wie Slalomfahrer Daniel Yule. Er werde im Sommer weniger Skitage absolvieren und erst später auf den Gletscher gehen. «Priorität hat, die Freude am Fahren zurückzugewinnen», sagt der Walliser. (rs)