Sie sind gerannt, haben geschuftet und sich gequält. Und nach einem harten Vorbereitungsmonat gedacht, sie seien gerüstet für den Rückrundenstart in der Super League. Dann aber kam die grosse Ernüchterung: GC verlor gegen den FC Basel 0:4, der FCZ in St. Gallen 1:3, und in beiden Fällen fiel die Niederlage kein Tor zu hoch aus.

Ja, die beiden Stadtzürcher Klubs haben das neue Jahr ergebnismässig schlecht in Angriff genommen. Aber nicht nur das: Auch die miserablen Leistungen sorgen für lange Gesichter. «Wir waren nicht konkurrenzfähig», beschönigte GC-Trainer Thorsten Fink nichts. «Das war eine Riesenohrfeige und sorgte am nächsten Morgen für ein böses Erwachen», sagte FCZ-Trainer Ludovic Magnin.

So schlecht wie noch nie

Im Bestreben, die enttäuschenden Resultate in den Monaten vor der Winterpause vergessen zu machen, scheiterten beide krachend. Nun blicken sie auf je zehn Spiele zurück, in denen sie je zehn Punkte holten. Ein Punkt im Schnitt ist zwar noch nicht ganz der Wert eines Absteigers, doch ein Europacupplatz ist damit kein Thema.

So stehen beide Mannschaften gehörig unter Druck, wenn sie sich heute Samstag im 273. Zürcher Derby gegenüberstehen. Der «Heimklub» FCZ, der in dieser Spielzeit die beiden bisherigen Derbys 2:0 gewann, hat zwar acht Punkte mehr auf dem Konto als GC, muss aber aufpassen, dass er den Kontakt zur Spitzengruppe hinter Leader YB nicht verliert. GC liegt auf dem Barrageplatz und nur vier Punkte vor Schlusslicht Xamax. Noch nie seit Einführung der Super League 2003/04 hatte es so wenige Punkte.

Harte Niederlage

Obwohl Fink wie Magnin beide eine saftige Klatsche eingefangen haben, divergieren ihre Befindlichkeiten. Den FCZ traf die Niederlage in der Ostschweiz viel härter als GC mit seinen vielen Junioren die Schlappe gegen den FCB. «Wir hatten Defizite in der Aggressivität, in den Zweikämpfen, im taktischen Bereich und wegen technischer Mängel zu viele Ballverluste», sagt Magnin. «In der Stunde zwischen der 15. und 75. Minute zeigten wir eine der schlechtesten Leistungen dieser Saison.»

Der Romand ärgert sich darüber, dass sie den als Gegenstossspezialisten bekannten St. Gallern die entscheidenden Konter ermöglichten. «Wir haben unseren Plan nicht umgesetzt», sagt Magnin, dessen Team im Februar noch sechsmal antreten muss.

Geschenke von der Vereinsleitung

Mit den beiden neuen Aussenverteidigern Charabadse und Untersee zeigte sich der Trainer für den Anfang zufrieden. Das Derby aber muss Magnin nun von der Tribüne aus verfolgen. In St. Gallen war er wegen Reklamierens von der Trainerbank gewiesen worden und ist jetzt gesperrt. An der Seitenlinie coacht René van Eck.

Am Tag vor dem Spiel ist Thorsten Fink gut gelaunt. Was angesichts der Geschenke, die er von der Vereinsleitung erhalten hat, verständlich ist. Von den Neuen werden gegen den FCZ sicher Goelzer und Ravet spielen. Auch Ngoy und Djuricin sind wieder fit. «Meine Mannschaft wird auf fünf oder sechs Positionen anders aussehen als zuletzt», sagt Fink. «Für mich ist das schon so etwas wie ein Neustart. Ravet ist ein Toptransfer. Jetzt haben wir ein gutes Kader», sagt Fink. «Es liegt an mir, daraus etwas zu machen.»