Super League

GC schmeichelhaft, Xamax zäh: Im Abstiegskampf geben sich beide mit einem gewonnenen Punkt zufrieden

Holt mit seiner Mannschaft immerhin einen glücklichen Punkt: GC-Trainer Tomislav Stipic.

Holt mit seiner Mannschaft immerhin einen glücklichen Punkt: GC-Trainer Tomislav Stipic.

Die Grasshoppers warten auch nach sieben Spielen unter Trainer Tomislav Stipic auf einen Sieg. Beim FC St. Gallen reichte es trotz aggressivem Spiel mit Glück zu einem torlosen Remis. Auch Xamax kann gegen Lugano nicht mit schönem Spiel bezaubern, zeigt sich defensiv aber sehr solide.

Die 11’683 Zuschauer in St. Gallen bekamen in der ersten Halbzeit keinen Leckerbissen serviert. «Es war das erwartet Kampfspiel. GC war extrem aggressiv», meinte St. Gallens Offensivspieler Tranquillo Barnetta.

Das Team mit dem Schweizer Ex-Internationalen steigerte sich nach der Pause aber enorm und hätte den Sieg nach 90 Minuten verdient gehabt. Doch das Team von Peter Zeidler, das zuletzt dreimal ohne Punkte geblieben war, fand die entscheidende Lücke in der GC-Hintermannschaft nicht.

Ohne Gegentreffer 

Trotz zwei Drittel Ballbesitz und deutlich mehr Corner und Schüssen als der Gegner, rannten die Ostschweizer bis zuletzt vergeblich auf das Tor von Heinz Lindner an. Österreichs Nationalgoalie rettete in der 88. Minute mit einer Glanzparade seiner Mannschaft einen Punkt. Der 28-Jährige war wie in den Wochen zuvor eine der funktionierenden Konstanten im Spiel der Zürcher.

Die Grasshoppers standen defensiv gut organisiert und spielten erstmals seit 15 Partien wieder zu null. Es war für GC erst das dritte Unentschieden aus den letzten zwölf Spielen. Ihre Karten im Abstiegskampf konnten sie aber trotz viel Einsatz und Kampf nicht verbessern. Der Rückstand auf das zweitletzte Neuchâtel Xamax, das in Lugano ebenfalls 0:0 spielte, beträgt neun Runden vor Schluss weiterhin sechs Punkte.

Während man bei GC von einem Punktgewinn sprechen konnte, trauert man in den Reihen der St. Galler einem verlorenen Sieg hinterher. «Wir sind enttäuscht, nur einen Punkt geholt zu haben. Der letzte öffnende Pass hat gefehlt. Wenigsten waren wir defensiv stabiler als in den letzten Spielen», resümierte Barnetta.

Kein schönes Spiel

Und Xamax? Die Neuenburger setzten ihren Aufwärtstrend unter Stéphane Henchoz zumindest punktemässig fort. In Lugano gewannen die Neuenburger keinen Schönheitspreis, beim 0:0 dafür einen weiteren Punkt im Kampf gegen den Abstieg.

Im Prinzip genügte im Stadio di Cornaredo ein kurzes Beobachten von Xamax-Coach Stéphane Henchoz, um zu erfahren, mit welchen Vorgaben die Neuenburger ins Tessin gereist waren: Nur kein Tor kassieren, nur nicht verlieren.

War Lugano in Ballbesitz dirigierte Henchoz die Abwehrreihe, tänzelte er in der Coaching-Zone auf und ab und meldete sich lautstark zu Wort, wenn ihm etwas nicht passte. Hatten die Xamaxiens hingegen den Ball, war Henchoz am Rand ähnlich unauffällig wie seine Spieler auf dem Platz.

Xamax verteidigt sich vorbildlich

Allerdings machten die Xamaxiens ihre Aufgabe in der Defensive so gut, dass Lugano zwar das Spiel diktierte, seinerseits aber kaum zu Tormöglichkeiten kam. Die gefährlichste Szene in der ersten Halbzeit hatte Luganos Armando Sadiku in der 36. Minute, als er nach starkem Pass in die Tiefe von Mattia Bottani am Tor vorbei zielte.

Ja die Neuenburger erledigten ihre Defensivaufgaben sogar so gut, dass Henchoz seine Spieler nach der Pause geringfügig offensiver spielen liess. Aber auch Lugano, das mittlerweile seit Oktober auf einen Heimsieg in der Meisterschaft wartet, setzte nicht alles auf die Karte Sieg.

«Für ein Team, das zuhause spielte, nahm Lugano extrem wenig Risiko», resümierte Xamax-Stürmer Raphaël Nuzzolo gegenüber dem TV-Sender Teleclub nach der Partie. Xamax könne gut mit dem einen Punkt leben. «Er bereitet uns wohl auch mehr Freude, als den Zuschauern dieses Spiel bereitet hat», so der 35-Jährige.

Damit kommt es zu einem Patt im Fernduell Xamax und GC. Vor dem letzten Viertel der Meisterschaft beträgt der Abstand zwischen den Xamaxiens und den letztplatzierten Zürchern weiterhin sechs Punkte, mit einem zusätzlichen Plus für Neuchâtel Xamax, was die Tordifferenz betrifft.

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