Etwas Besseres als dieses Quartett hat die Schweizer Spitzenliga derzeit nicht zu bieten. Es wird den Meistertitel aller Voraussicht nach unter sich ausmachen. Womöglich eine Vorentscheidung auf dem Weg zum fünften Triumph in Folge kann der FC Basel herbeiführen. Gewinnt der Titelverteidiger nach der verrückten Partie im Europa-League-Achtelfinal in Salzburg auch den "Klassiker" im Letzigrund, so kann er den einen Konkurrenten zurückbinden. Der Vorsprung auf den FCZ betrüge dann elf Punkte.

FCZ-Trainer Urs Meier hat die bemerkenswerte Basler Leistung am Donnerstag genau registriert. "Das Spiel in Salzburg lieferte keine neue Erkenntnis. Der FCB spürt, wann und wie er auf dem Platz zu reagieren hat. Das sind Qualität und Erfahrung, die sich Basel über die letzten Jahre erarbeitet hat." Meier stellte fest, dass Salzburg keinen Plan B gehabt hätte. "Sie wussten nach dem Ausgleich nicht, was sie hätten tun sollen." Gleiches soll dem FCZ nicht widerfahren. Schliesslich sei er der einzige Gegner, der gegen Basel in dieser Saison schon gewonnen habe, erzählte Meier nicht ohne Stolz. Am 11. August war Zürich das letzte Team, das den FCB in der Super League bezwingen konnte. Seither ist Basel in 20 Meisterschaftsspielen ungeschlagen.

Zwischen YB und GC beträgt die Differenz nur zwei Punkte, ein Sieg der Grasshoppers im Stade de Suisse würde also zum Tausch der Ranglistenpositionen führen. Auch die beiden Trainer sprechen von einem Spiel auf Augenhöhe. "Wir kämpfen in etwa mit gleich langen Spiessen", sagte GC-Coach Michael Skibbe. "Es wird ein Spiel auf Messers Schneide", tönte es bei YB-Trainer Uli Forte.

Nicht nur die sportliche, sondern auch die personelle Situation präsentiert sich ähnlich. Beide Teams müssen auf einen Goalgetter und ihren Stammkeeper verzichten. Bei den Young Boys wird Alexander Gerndt bis Saisonende ausfallen, das gleiche gilt auf Seiten der Grasshoppers nach seiner Auswechslung gegen Sion für Nassim Ben Khalifa. YB-Keeper Marco Wölfli fehlt schon seit längerem, GC soll Roman Bürki (Rippenbruch/Fleischwunde am Bauch) durch den 37-jährigen Davide Taini ersetzen, der zum vierten Super-League-Auftritt der Saison kommen würde. Forte geht allerdings davon aus, dass sein ehemaliger Schützling Bürki trotz der erheblichen Verletzung in Bern auflaufen wird.